Skoda-Chef Zellmer legt Fokus auf Verkürzung der Lieferzeiten und neue E-Modelle

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Iris Martinz
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  —  Lesedauer 3 min

Wer ein neues Auto kauft, möchte dann relativ bald damit auch wirklich fahren können. Corona-Pandemie und Ukraine-Krieg haben die Lieferketten jedoch gehörig durcheinandergewirbelt. Wartezeiten von 12 bis 18 Monaten waren und sind keine Seltenheit. Manche Hersteller sahen sich sogar veranlasst, vorübergehende Bestellstopps auszurufen, um die Bestellungen abarbeiten zu können. Klaus Zellmer, Chef der VW-Tochter Skoda, hat in einem Interview mit Edison nun erklärt, woran das liegt und was Skoda in den nächsten Jahren vor hat.

Der 54-jährige Zellmer steht erst seit Juli 2022 an der Spitze des tschechischen Herstellers und hat mit der Traditionsmarke viel vor. Mit einer neuen Markenpositionierung, der Eroberung neuer Märkte und Kunden und einer schrittweisen Elektrifizierung will er Skoda auf „das nächste Level heben„. Vor allem die langen Lieferzeiten für das erste Elektroauto der Marke – den Skoda Enyaq iV – machen ihm Sorgen. Diese liegen aktuell bei deutlich mehr als einem Jahr, nicht zuletzt aufgrund des hohen Interesses.

In mehreren europäischen Märkten steht der Enyaq auf Platz 1 der Zulassungsstatistiken. Zellmer glaubt aber, dass Besserung in Sicht sei, würde sich doch die Situation bei den Halbleitern etwas stabilisieren. Die Lieferzeiten sollten sich daher verkürzen, auch wenn noch 175.000 Bestellungen des Enyaq abgearbeitet werden müssen. Das Stammwerk Mlada Boleslav in Tschechien sei derzeit aufgrund der Zulieferprobleme jedenfalls nicht ausgelastet, sondern etwa 20 Prozent unter dem Soll. Im Sinne der Kunden kämpfe man daher „um jedes Auto„.

Zellmer blickt aber auch in die (elektrische) Zukunft, bis 2026 sollen drei weitere Elektromodelle an den Start gehen: zuallererst ein Elektro-SUV im Format des Skoda Karoq, der derzeit unter dem Arbeitstitel „Elroq“ läuft und eine Reichweite von über 400 Kilometern aufweisen soll. 2025 könnte dann ein Niedrigpreis-Kleinwagen in Form eines City-Crossovers kommen, der unter 25.000 Euro kosten soll.

Bis 2026 soll außerdem die im Juli diesen Jahres vorgestellte Studie Vision 7S in Serie gehen – ein fünf Meter langer Siebensitzer mit über 600 Kilometern Reichweite und 200 Kilowatt Ladeleistung. Die Studie ist ein Landmark in der neuen Markenpositionierung unter dem Motto „Explore More“. Ob es je einen elektrifizierten Skoda Octavia geben wird – der Kombi ist Skodas Bestseller – lässt Zellmer offen. Probleme bereite bei diesem Flachsitzer der durch die Batterie bedingte höhere Aufbau.

Die neue Markenpositionierung zeigt sich vor allem in einer flächigen, robusten und soliden Designsprache, mit der sich Skoda künftig stärker vom Wettbewerb – auch im eigenen Haus – abheben will. Auch die Nachhaltigkeit wird stärker in den Vordergrund gerückt, nicht nur in der Produktion, sondern auch in den verwendeten Materialien. Ganz gemäß dem Trend zur „Mobility-as-a-Service“ sollen außerdem attraktive Mobilitätskonzepte erarbeitet werden, mit denen die Kunden bedarfsgerecht das passende Auto für den jeweiligen Zweck erhalten. Es soll daher auch bei Skoda einen Piloten eines flexiblen Abo-Modells geben, wie er bereits bei VW lief.

Quelle: edison.media – „Unser Auftrag sind kürzere Lieferzeiten“

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Iris Martinz

Iris Martinz

Iris Martinz ist Unternehmens- und E-Mobilitätsberaterin in Österreich, mit langjähriger Erfahrung im Recycling und Second Life von E-Mobilitätsbatterien. Fährt sowohl rein elektrisch, als auch V8, und möchte die beiden Welten etwas näher zusammenbringen. Nachzulesen unter www.mustangsontour.com.

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