Alte Elektroautobatterien entwickeln sich zu wachsendem Markt

Alte Elektroautobatterien entwickeln sich zu wachsendem Markt
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Laura Horst
Laura Horst
  —  Lesedauer 3 min

Die Batterien aus den Elektroautos der ersten Generation erreichen langsam das Ende ihrer Lebensdauer. Felix Wagner, CEO des Start-ups Circunomics, rechnet damit, dass der Aftermarket für gebrauchte Elektroautobatterien in fünf Jahren etwa 10 bis 20 Prozent des gesamten Batteriemarktes für Elektroautos ausmachen werden.

Das Mainzer Unternehmen Circunomics konzentriert sich auf den gesamten Batteriekreislauf und damit auch auf eine mögliche Zweitverwendung und Recycling. „Der Aftermarket für Elektrofahrzeugbatterien kommt endlich in Schwung“, sagte CEO und Mitbegründer Wagner gegenüber Automotive News. Dadurch, dass Besitzer Elektro-Modelle der ersten Generation wie den Renault Zoe und den Nissan Leaf – mittlerweile gut 15 Jahre alt – zunehmend aus dem Verkehr ziehen oder dass deren Batteriegarantien auslaufen, entwickelt sich der Aftermarket von einer Nische zu einem wachsenden Geschäft.

Batterie-Aftermarket könnte rasant wachsen

Laut einer Studie von Axa Novi und Wolk & Nikolic After Sales Intelligence sind Batterien das größte und am schnellsten wachsende Segment im weltweiten Elektroauto-Aftermarket, für den die Studie insgesamt ein Volumen von mehr als 100 Milliarden US-Dollar (ca. 89 Milliarden Euro) bis fast 216 Milliarden US-Dollar (ca. 193 Milliarden Euro) bis Mitte der 2030er Jahre prognostiziert.

Die gebrauchten Batterien könnten laut Wagner direkt auf dem Aftermarket landen, um wieder in Elektroautos eingesetzt zu werden, oder in Energiespeichersysteme eingebaut werden. Der Circunomics-CEO geht davon aus, dass 50 bis 60 Prozent der Batterien, die für die Wiederverwendung geeignet sind, in stationäre Energiespeicher fließen könnten. Batterien, die in schlechtem Zustand sind, könnten direkt dem Recycling zugeführt werden, was laut Wagner bei etwa 30 Prozent der Altbatterien der Fall sein könnte.

Verwendung in stationären Energiespeichern

In Hinblick auf die stationäre Speicherung stellt laut Wagner das heterogene Batterieangebot eine Herausforderung dar. „Eine Werkstatt zerlegt morgens einen Tesla, nachmittags einen Renault und am nächsten Tag vielleicht eine andere Marke“, sagte er. Anbieter von Energiespeichern bräuchten jedoch 10, 50 oder 100 Megawattstunden pro Jahr vom gleichen Modultyp und idealerweise in der gleichen Qualität, was der unabhängige Aftermarket nicht bieten könne. Die heterogenen Batterien werden seiner Schätzung nach daher auf dem unabhängigen Aftermarket landen, sodass dieser zwischen 2030 und 2032 an Bedeutung gewinnt.

Während Circunomics sich in der Vergangenheit vorwiegend auf Batterien für stationäre Batteriespeicher konzentriert hat, könnte das Start-up laut dem CEO den zehn weltweit führenden Automobilherstellern dabei helfen, mit dem Verkauf von Batterien für den Second-Life-Einsatz ab 2030 zusätzliche Einnahmen in Höhe von einer Milliarde Euro zu generieren.

Wagner geht zudem davon aus, dass der Batteriemarkt in der nahen Zukunft weiterhin durch ein Überangebot bestimmt sein wird. Chinesische Hersteller bauten ihre Kapazitäten schneller aus, als die Nachfrage wuchs, was zu sinkenden Preisen pro Kilowattstunde geführt habe. Viele Automobilhersteller hätten außerdem mehr Kapazitäten eingekauft, als sie brauchten. „Batterien verlieren mit der Zeit an Leistung, egal ob sie genutzt werden oder nicht, daher sprechen wir branchenweit von Kosten in Höhe von Hunderten von Millionen Euro“, erklärte Wagner.

Quelle: Automotive News – Why first-wave EV batteries are creating a new aftermarket business

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