Die Antriebsbatterien gebrauchter Elektroautos befinden sich auch nach mehreren Jahren und Zehntausenden Kilometern häufig in einem guten Zustand. Das zeigt nun auch eine aktuelle Auswertung des Leasinganbieters Ayvens. Bei knapp 7300 untersuchten Elektro-Leasingrückläufern in Deutschland lag die durchschnittliche verbleibende Batteriekapazität bei 95,5 Prozent.
Die seit 2025 untersuchten Fahrzeuge hatten im Durchschnitt rund 55.000 Kilometer zurückgelegt. Der sogenannte State of Health (SoH) beschreibt, wie viel der ursprünglichen Batteriekapazität noch verfügbar ist. Die untersuchten Akkus hatten demnach durchschnittlich lediglich 4,5 Prozent ihrer ursprünglichen Kapazität eingebüßt. „Die Sorge, dass die Batterie eines Elektroautos nach einigen Jahren deutlich an Leistungsfähigkeit verliert, bestätigt sich in unseren Auswertungen nicht“, erklärt Ayvens-Deutschlandchef Martin Kössler.
Die Ergebnisse passen zu bisherigen Untersuchungen des ADAC. Dieser empfiehlt bei 50.000 Kilometern eine verbleibende Batteriekapazität von mindestens 92 Prozent, bei 100.000 Kilometern von mindestens 88 Prozent. Im Dauertest eines VW ID.3 ermittelte der Automobilclub nach mehr als 160.000 Kilometern noch einen SoH von rund 91 Prozent.
Polestar 2 bei den Gebrauchten vorne dabei
Allerdings sind die Ayvens-Zahlen nicht repräsentativ für den gesamten Fahrzeugbestand. Die Untersuchung beschränkt sich auf Leasingrückläufer des Unternehmens. Zudem fehlen Angaben zur Verteilung der Einzelwerte, zum Fahrzeugalter und zu Unterschieden zwischen Modellen. Aus dem Durchschnitt lässt sich deshalb nicht ableiten, wie häufig deutlich stärker gealterte Batterien auftreten.
Neben dem Batteriezustand berichtet Ayvens von einer zunehmenden Bedeutung elektrischer Modelle im eigenen Gebrauchtwagengeschäft. Erstmals erreicht mit dem Polestar 2 ein reines Elektroauto einen Platz unter den drei meistverkauften Modellen des Unternehmens. Mit neun Prozent liegt es hinter dem Ford Kuga Plug-in-Hybrid (23 Prozent) und dem Ford Focus (16 Prozent). Der Hyundai Kona Elektro belegt mit sechs Prozent Rang neun.
Auf den gesamten Gebrauchtwagenmarkt lassen sich diese Verkaufsanteile allerdings nicht übertragen. Laut DAT-Report 2026 konnten sich zuletzt lediglich 13 Prozent der befragten Gebrauchtwagenkäufer den Erwerb eines gebrauchten Elektroautos vorstellen. Bei Personen mit Elektroauto-Erfahrung waren es immerhin 37 Prozent.
Die Ayvens-Auswertung liefert damit weitere Hinweise auf die Langlebigkeit moderner Antriebsbatterien. Gerade für den Gebrauchtwagenmarkt sind solche Erkenntnisse wichtig: Ein unabhängig ermittelter Batteriezustand kann Unsicherheiten beim Kauf reduzieren und eine realistischere Bewertung der Fahrzeuge ermöglichen.
Quelle: Ayvens – Pressemitteilung vom 20. Oktober 2026








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