Moment Energy macht aus alten E-Auto-Akkus Stromspeicher

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Moment Energy

Arun Niemann
Arun Niemann
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Die Elektromobilität breitet sich immer weiter aus und mit immer mehr E-Autos auf den Straßen, fallen auch immer mehr Batterien an, die das Ende ihrer Nutzungsdauer erreichen. Dabei haben sie häufig noch eine Restkapazität von bis zu 80 Prozent. Um diese Ressource nutzbar zu machen, hat sich das Start-up Moment Energy aus Vancouver das ambitionierte Ziel gesetzt, daraus wirtschaftlich Stromspeicher für Krankenhäuser, Flughäfen und Gewerbekunden zu bauen.

Die Gründer des Unternehmens lernten sich laut eigenen Angaben im Mechatronik-Studium kennen, wo sie im Team an E-Rennwagen tüftelten. Es folgten individuelle Tätigkeiten in Unternehmen wie Tesla und Apple, bevor es 2018 zur Idee der Unternehmensgründung kam: Durch Tornados lahmgelegte Krankenhäuser und Mobilfunkmasten brachten sie auf die Idee, aus Nissan-Leaf-Batterien in einer Garage Notstromsysteme zu bauen.

Ein paar Jahre später eröffnete das daraus entstandene Start-up nun im Juni dieses Jahres in Vancouver die „Megafactory 1“. Das ist die laut MIT TR weltweit größte Anlage zur Umrüstung von E-Auto-Batterien und bis 2030 soll dort eine Gigawattstunde Batteriekapazität pro Jahr umgerüstet werden. In Texas ist bereits ein weiteres, noch größeres Werk im Bau. Das alles wird sowohl von Geldern des US-Energieministeriums als auch von einem Teil der von Investoren wie Amazon und Liberty Mutual eingesammelten 100 Millionen Dollar finanziert.

So werden aus alten Akkus Stromspeicher

Im ersten Schritt testet Moment Energy jede gebrauchte Batterie auf Gesundheit und Sicherheit, wobei die Restlebensdauer von KI-Systemen geschätzt und ungeeignete Zellen recycelt werden. Alle verbleibenden Zellen werden dann in 20- oder 40-Fuß-Stahlcontainern zu neuen Systemen verschaltet. So soll die Lebensdauer der einzelnen Zellen um 10 bis 30 weitere Jahre verlängert werden können.

Die Batterien kommen von circa 20 verschiedenen E-Auto-Herstellern, zu denen unter anderem Nissan und Mercedes zählen. Das Unternehmen ist laut eigener Aussage der bisher einzige Second-Life-Anbieter, welcher über die wichtigen UL‑Zertifizierungen verfügt. Hinzu kommt: Während der Import neuer Batterien meist aus China erfolgt und dadurch in den USA hohen Zöllen unterliegt, kann Moment Energy seine umgerüsteten Batterien in Kanada und den USA bald als einheimische Produkte einstufen.

Dabei wird sich die Nachfrage nach Speichern in den nächsten zehn Jahren voraussichtlich verachtfachen. Laut IEA gelten Batteriespeicher als die am schnellsten wachsende Stromtechnologie. Getrieben wird die rasant wachsende Nachfrage einerseits durch die steigende Zahl der Stromausfälle durch Naturkatastrophen und andererseits durch den Boom von Rechenzentren.

So groß ist der Beitrag von Moment Energy wirklich

Aktuell ist das Unternehmen jedoch nur ein winziger Teil des riesigen Speichermarktes. Seit seiner Gründung wurden nur 11 Systeme installiert, zunächst für netzunabhängige Häuser, dann auch für netzgekoppelte Krankenhäuser, Flughäfen und Gewerbebetriebe. Um nun schnell wachsen zu können, braucht es einerseits genug Nachschub an gebrauchten Batterien und andererseits ein schnelles Verfahren zum Testen und Umbauen.

Unternehmensangaben zufolge könnten mit den beiden Werken in Vancouver und Texas pro Jahr mehr als zwei Gigawattstunden an Speicherkapazität vor der Deponie bewahrt werden. Das ist jedoch nur ein Bruchteil der in Nordamerika ausgemusterten Batterien.

Der Preisdruck könnte zu einem der größten Belastungsfaktoren für Moment Energy werden. Schließlich kosten deren Systeme aktuell etwas unter 90 Dollar pro Kilowattstunde. Anfang 2026 lag der Preis für neue Speichersysteme hingegen nur bei etwa 70 Dollar pro Kilowattstunde, wobei der Preis in Zukunft nur weiter sinken dürfte. Trotz zusätzlicher Kosten für Zölle und Transport könnte es also neue Speicher geben, die günstiger sind, als die Second-Life-Systeme von Moment Energy.

Quellen: t3n – Zweites Leben: Dieses Startup tritt mit gebrauchten E-Auto-Akkus gegen Chinas Marktmacht an / Moment Energy – Pressemitteilungen

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Arun Niemann

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Arun Niemann arbeitet nun seit 5 Jahren als Redakteur und Werbetexter und schreibt seit 2026 auch für Elektroauto-News.net. Dabei bringt ihn sein persönliches Interesse für makroökonomische Zusammenhänge und die bisherige redaktionelle Arbeit zu Finanz- und Wirtschaftsthemen, oft zu Beiträgen an der Schnittstelle zwischen Elektromobilität, Energiewende und Wirtschaft.

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