Bei ACC ist seit der Gründung als europäisches Batterieprojekt im Jahr 2020 bei weitem nicht alles rund gelaufen. Nach wie vor hat man mit hohem Ausschuss und Lieferengpässen zu kämpfen. Doch umso erfreulicher ist nun die Meldung, dass das Gemeinschaftsunternehmen von Stellantis, Mercedes-Benz und TotalEnergies auf dem Pariser Autosalon die fünfmillionste produzierte Zelle aus seiner Fabrik in Douvrin vermelden konnte.
So viele Zellen entsprechen nach ACC-Angaben knapp 40.000 ausgestatteten Fahrzeugen. Insgesamt werden die ACC-Zellen in acht Stellantis-Modellen verbaut: Peugeot E-3008 und E-5008, Jeep Compass, Lancia Gamma, DS N° 7 und N° 8, Citroën C5 Aircross und Opel Grandland.
Unternehmensangaben zufolge läuft der erste Block des Werks in Douvrin inzwischen im 5×8-Schichtbetrieb an sieben Tage die Woche. Zudem nähere sich der Ausschuss auch immer weiter den Zielwerten an. Gleichzeitig habe man allein im September dieses Jahres fast so viele Zellen produziert wie im gesamten Jahr 2025, was der neue CEO Allan Swan als wichtigen Meilenstein bezeichnet.
Ein mehr als holpriger Start für ACC
Nach der Gründung von ACC vor inzwischen sechs Jahren war zunächst der Aufbau von drei Gigafactories in Frankreich, Deutschland und Italien geplant gewesen. Doch im Februar dieses Jahres hatte Bloomberg berichtet, dass ACC lediglich in der Lage sei circa 1000 Elektroautos pro Monat mit Batterien auszustatten. Damit lag man zu diesem Zeitpunkt weit hinter dem eigentlichen Plan zurück und es drohten Lieferverzögerungen von bis zu acht Monaten. Ein Expertenteam aus China sollte helfen, den hohen Ausschuss zu senken.
Kurz darauf wurden dann auch noch die ACC-Werke in Kaiserslautern und Termoli gestrichen, welche bereits seit 2024 auf Eis gelegen hatten. Die rund 2000 Arbeitsplätze, die in Kaiserslautern entstehen sollten, fielen entsprechend weg und auch die bereits zugesagte Förderung von rund 437 Millionen Euro konnte nicht genutzt werden.
ACC schrieb dazu in einer offiziellen Stellungnahme, dass es „völlig unverantwortlich“ wäre, am Plan mit den 3 Gigafactories festzuhalten. Schließlich dauere der Hochlauf in Douvrin länger und koste mehr als erwartet, weshalb weitere Werke über Jahre nicht mit neuen Produkten gefüllt werden könnten.
Geht es für ACC nun wieder aufwärts?
Seit dem 1. Mai hat ACC mit Allan Swan einen erfahrenen neuen CEO. Er war früher schließlich Präsident von Panasonic Energy USA und in dieser Funktion auch mit dem Hochlauf zweier Tesla-Gigafactories betraut. Neue Werke sind trotzdem erstmal nicht geplant und der Fokus liegt zunächst ganz auf Douvrin. ACC sagt inzwischen, dass man seine Lieferverpflichtungen erfülle. Gleichzeitig erklärte ein Stellantis-Sprecher Reuters jedoch, dass man trotz der gemachten Fortschritte immer noch nicht genug Batterien erhalte.
Der zweite Block des ersten Werks soll eine Produktionskapazität von 12,9 GWh haben, 2027 anlaufen und dann E-Autos von Mercedes beliefern. Im Endausbau sind für das Werk drei Blöcke mit insgesamt rund 40 GWh vorgesehen. Es wird für das Unternehmen enorm wichtig sein, dass der Hochlauf vom zweiten und dritten Block reibungsloser verläuft und die Lieferverpflichtungen gegenüber Mercedes eingehalten werden können.
Quellen: ACC – ACC unveils its 5 millionth ‘Made in France’ cell for electric vehicle batteries at the 2026 Paris Motor Show alongside the PFA / Bloomberg – Stellantis Faces Peugeot Model Delays From Battery Plant Snags / Reuters – Carmaker Stellantis to pause production at French factories over battery shortage







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