Saft startet Produktion von Feststoffbatterien in Frankreich

Saft startet Produktion von Feststoffbatterien in Frankreich
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Saft

Daniel Krenzer
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Der französische Batteriehersteller Saft hat an seinem Standort in Bordeaux neue Produktionslinien für Feststoffbatterien in Betrieb genommen. Die Tochtergesellschaft des Energiekonzerns TotalEnergies spricht von einem wichtigen Schritt auf dem Weg zur Industrialisierung der Technologie. Die neuartigen Akkus sollen eine um bis zu 50 Prozent höhere Energiedichte als herkömmliche Lithium-Ionen-Batterien erreichen und zugleich sicherer sein.

Nach Unternehmensangaben ist Saft der erste französische Hersteller, der Feststoffbatterien mit Sulfid- und Polymerelektrolyten bei Raumtemperatur entwickeln und produzieren kann. Die Kombination beider Technologien soll unterschiedliche Einsatzmöglichkeiten eröffnen. Die neuen Produktionslinien wurden am 19. Oktober offiziell eingeweiht.

Anders als bei herkömmlichen Lithium-Ionen-Batterien kommt bei Feststoffbatterien anstelle eines flüssigen Elektrolyten ein festes Material zum Einsatz. Dies kann unter anderem die Brandgefahr reduzieren und höhere Energiedichten ermöglichen. Für die gleiche Speicherkapazität benötigen die Batterien damit potenziell weniger Platz und Gewicht.

Bei der Herstellung soll CO₂ eingespart werden

Saft verweist zudem auf Vorteile beim Herstellungsprozess. Die Elektroden werden mithilfe eines Trockenverfahrens produziert, das ohne die sonst üblichen Lösungsmittel auskommt. Nach Angaben des Unternehmens können die CO₂-Emissionen dieses Produktionsschritts dadurch um bis zu 40 Prozent sinken.

Die Batterien sind zunächst vor allem für Anwendungen in der Luft- und Raumfahrt vorgesehen. Hier sind eine hohe Energiedichte, geringes Gewicht und hohe Sicherheitsanforderungen besonders wichtig. Saft arbeitet bereits mit dem französischen Luftfahrtzulieferer Safran an entsprechenden Energiespeichern für künftige elektrische und hybride Flugzeugantriebe.

Erste sogenannte Semi-Feststoffzellen wurden bereits an Safran ausgeliefert. Diese werden überwiegend am Standort Niort getestet, wo das Unternehmen die erforderlichen Prüfungen für die spätere Integration in Flugzeugsysteme durchführt. Ab 2027 soll die Zusammenarbeit auch vollständig feste Batteriezellen und Batteriesysteme umfassen.

Saft-Chef Cédric Duclos sieht in den neuen Produktionslinien einen wesentlichen Schritt, um die Forschungsergebnisse der vergangenen Jahre in industrielle Fertigungskapazitäten zu übertragen. Frankreich und Europa sollen damit eine stärkere Rolle bei dieser strategisch wichtigen Batterietechnologie übernehmen.

Auch für Elektroautos interessant

Die Feststofftechnologie gilt auch in der Automobilindustrie als vielversprechend. Höhere Energiedichten könnten Elektroautos künftig größere Reichweiten bei gleichem Batteriegewicht ermöglichen. Allerdings sind die großtechnische Fertigung, die Lebensdauer und die Produktionskosten weiterhin Herausforderungen. Zudem wurde von mehreren Herstellern bereits darauf hingewiesen, dass derartige Batterien in Elektroautos eher ein Nischenprodukt für hohe Leistungsanforderungen sein dürften, der Großteil der Anwendungsfälle aber gut mit den inzwischen weit entwickelten LFP- und NMC-Batterien abbildbar seien.

Saft selbst nennt Elektroautos in seiner aktuellen Mitteilung nicht als konkreten Einsatzbereich der neuen Produktionslinien. Das Unternehmen ist allerdings neben Stellantis und Mercedes-Benz an dem Batterie-Joint-Venture Automotive Cells Company (ACC) beteiligt, das Batteriezellen für Elektrofahrzeuge produziert.

Der Produktionsstart in Bordeaux ist deshalb vor allem ein weiterer Schritt bei der industriellen Entwicklung der Feststofftechnologie in Europa. Zu den Fertigungskapazitäten, den Kosten und einem möglichen Einsatz der neuen Zellen in Serien-Elektroautos macht Saft bislang keine Angaben.

Quelle: Saft – Pressemitteilung vom 19. Oktober 2026

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Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

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