Scholz: Für mehr E-Autos auf der Straße „bedarf es einer Verstärkung und Verstetigung der steuerlichen Anreize“

Scholz: Für mehr E-Autos auf der Straße „bedarf es einer Verstärkung und Verstetigung der steuerlichen Anreize“
Copyright:

shutterstock / Lizenzfreie Stockfotonummer: 675863734

Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 2 min

Wie bereits Ende März berichtet plant Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) längere und stärkere steuerliche Anreize zur Förderung der Elektromobilität. So befürwortet er eine Förderung von Elektroautos bis Ende des kommenden Jahrzehnts.

In einem entsprechenden Gesetzesentwurf zur weiteren steuerlichen Förderung, heißt es, dass die Bundesregierung mehr Elektroautos auf Deutschlands Straßen bringen und Deutschland zum Leitmarkt für Elektromobilität machen möchte. „Über die bereits bestehenden Vorteile für Elektroautos hinaus bedarf es einer Verstärkung und Verstetigung der steuerlichen Anreize, um diese Ziele zu erreichen“, so Scholz.

In diesem Zusammenhang verwies er bereits in der Vergangenheit auf die milliardenschweren Investitionsentscheidungen der deutschen Autokonzerne zur Erreichung der strengen EU-Emissionswerte für Pkws und Lastwagen, die sie wohl nur schaffen können, indem sie mehr Elektroautos bauen und verkaufen.

Der Staat muss das mit einem Ausbau der Ladeinfrastruktur und mit steuerlicher Förderung begleiten“, sagte der Minister. Er kündigte in diesem Zusammenhang an: „Ich finde es industriepolitisch wichtig, dass wir unsere gegenwärtig bis 2021 begrenzten Förderprogramme für batterieelektrische Fahrzeuge und Plug-in-Hybride auf das ganze nächste Jahrzehnt ausdehnen.“

Der entsprechende Gesetzesentwurf lag der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch vor. Nach der bisherigen Planung soll das Kabinett dem Entwurf in der kommenden Woche zustimmen.

Wie der Spiegel erfahren habe, will Scholz nicht nur die sogenannte Dienstwagenregelung bis 2030 verlängern, sondern auch bei anderen Stellhebeln ansetzen.  Sinnvoll erscheint auch die von ihm angedachte Ausweitung auf Lieferwagen mit Elektroantrieb, die innerstädtisch unterwegs sind. „Damit verbessern wir die Luftqualität und erreichen unsere Klimaziele schneller.“ Mit der steuerlichen Förderung möchte die Bundesregierung einen Anreiz zur Bestellung von Elektrowagen schaffen. Denn mit dieser neuen Regelung wird ein Elektrofahrzeug in vielen Fällen günstiger als ein vergleichbares Fahrzeug mit Verbrennungsmotor.

Im Entwurf selbst heißt es hierzu: „Die Maßnahmen zur steuerlichen Förderung der Elektromobilität leisten einen wesentlichen Beitrag zur Erhöhung der Umweltverträglichkeit des Personen- und Güterverkehrs.“

Mit seinem Vorstoß mischt sich Scholz in die Zuständigkeiten vor allem von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) ein. Man darf daher gespannt sein, inwiefern die Vorstellungen der Beiden Hand in Hand gehen oder ob tatsächlich an unterschiedlichsten Konzepten zur Elektromobilitätsförderung gearbeitet wird.

Quelle: Automobilwoche – Scholz will steuerliche Anreize für Elektroautos verlängern

Worthy not set for this post

Dir gefällt Elektroauto-News?

Mache uns zu deiner bevorzugten Quelle bei Google. Dadurch werden dir unsere neuesten Artikel und Testberichte in deiner Google-Suche häufiger angezeigt.

Google Preferred Badge - Elektroauto-News
Kostenlos & jederzeit in deinen Google-Einstellungen änderbar.
Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Automobilindustrie

Deutschlands Zulieferer verlieren weiter gegen Konkurrenz aus China

Deutschlands Zulieferer verlieren weiter gegen Konkurrenz aus China

Michael Neißendorfer  —  

Die deutschen Automobilzulieferer stecken tiefer in der Krise als bislang vielen bewusst war. Wie es wieder Aufwärts gehen kann.

China-Druck bringt VDA zum Umdenken

China-Druck bringt VDA zum Umdenken

Arun Niemann  —  

Chinesische Hersteller setzen Europas Autobauer zunehmend unter Druck. Jetzt prüft auch der VDA, ob sein bisheriger Freihandelskurs noch trägt.

T&E-Chef Bock: Krise der deutschen Autoindustrie ist hausgemacht

T&E-Chef Bock: Krise der deutschen Autoindustrie ist hausgemacht

Tobias Stahl  —  

Nicht die Belegschaft und auch nicht die EU-Vorgaben sind Schuld an der Misere der europäischen Autoindustrie, meint T&E-Chef Bock – sondern die Chefetagen.

Schaeffler kappt E-Auto-Ziele nach US-Förderstopp

Schaeffler kappt E-Auto-Ziele nach US-Förderstopp

Sebastian Henßler  —  

Schaeffler senkt seine Umsatzziele bis 2028 deutlich, weil der Wegfall der E-Auto-Förderung in den USA das Geschäft rund um Vitesco stärker bremst als erwartet.

Batterieabhängigkeit kostet Europa bis 150 Milliarden Euro

Batterieabhängigkeit kostet Europa bis 150 Milliarden Euro

Sebastian Henßler  —  

Eine neue Deloitte-Studie zeigt, dass Europas Automobilindustrie bis 2030 bis zu 150 Milliarden Euro an Wertschöpfung verlieren könnte.

Hankooks Reifen der Zukunft: luftlos, farbig, abbaubar

Hankooks Reifen der Zukunft: luftlos, farbig, abbaubar

Sebastian Henßler  —  

Luftlos, transparent, biologisch abbaubar: Hankooks Konzeptreifen bricht mit allen Konventionen. Was heute schon geht und was fehlt, bis er serienreif ist.

Automobilindustrie vor Tabubruch: Müssen deutsche Werke bald China-Autos bauen?

Automobilindustrie vor Tabubruch: Müssen deutsche Werke bald China-Autos bauen?

Daniel Krenzer  —  

VDA-Präsidentin Hildegard Müller warnt vor gefährdeten Werken in Deutschland. Kooperationen mit chinesischen Herstellern könnten helfen, Jobs zu sichern.