Der Wegfall staatlicher Förderprogramme in den USA trifft den Zulieferer Schaeffler deutlich stärker als erwartet und bremst die Wachstumspläne im Bereich Elektromobilität empfindlich aus. Der Automobilzulieferer aus Herzogenaurach hat seine mittelfristigen Konzernziele nach unten korrigiert, weil sich vor allem das mit der Vitesco-Übernahme gestärkte Geschäft rund um Elektroautos langsamer entwickelt als geplant. Bis zum Jahr 2028 rechnet der Vorstand nun mit einem Umsatz von 24 bis 26 Milliarden Euro, nachdem zuvor eine Spanne von 27 bis 29 Milliarden Euro angepeilt worden war. Im vergangenen Jahr hatte Schaeffler einen Erlös von 23,5 Milliarden Euro erzielt.
Als zentraler Grund für die geänderten Prognosen gilt die Politik der US-Regierung unter Präsident Donald Trump, die Fördermittel für Elektroautos deutlich zurückgefahren hat. Vorstandschef Klaus Rosenfeld erklärte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur, die großen Programme für die Elektromobilität in Amerika seien im Orderbuch entweder deutlich reduziert oder komplett weggefallen. Dadurch verschiebe sich auch der Zeitpunkt, an dem das E-Auto-Segment die Gewinnschwelle erreichen soll, nach hinten. Gleichzeitig betonte Rosenfeld, dass die Elektromobilität für den Konzern weiterhin ein wichtiger Wachstumsbereich bleibe. Diese Aussage steht in einem gewissen Spannungsverhältnis zu den nun gekappten Zielen, verdeutlicht aber, dass Schaeffler nicht grundsätzlich von der Strategie abrückt.
Bei der bereinigten operativen Gewinnmarge auf Konzernebene hält Schaeffler an der bisherigen Zielspanne von sechs bis acht Prozent bis 2028 fest. Da diese Marge nun jedoch auf einen niedrigeren Umsatz bezogen wird, dürfte der absolute Gewinn spürbar geringer ausfallen als ursprünglich in Aussicht gestellt. Für die Branche ist das ein Signal dafür, dass sich der USA-Markt für Elektroautos derzeit nicht linear in die von Zulieferern eingeplanten Absatzzahlen übersetzt. Die Vitesco-Integration, mit der Schaeffler sein Antriebsgeschäft auf die Elektromobilität ausrichten wollte, gerät damit stärker unter wirtschaftlichen Druck als noch vor Jahresfrist angenommen.
Quelle: Manager-Magazin – E-Auto-Flaute setzt Schaeffler zu









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