Schäfer über die Zukunft von VW: „Gemeinsam stark werden“

Schäfer über die Zukunft von VW: „Gemeinsam stark werden“
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Volkswagen

Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
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Volkswagen befindet sich in einer Krise und einer Phase tiefgreifender Umstrukturierungen. Thomas Schäfer, der CEO der Marke VW, hat kürzlich auf LinkedIn seine Perspektive dazu geteilt und betont, wie wichtig Veränderungen sind, um den Konzern zukunftssicher aufzustellen. Im Mittelpunkt stehen dabei hohe Produktionskosten, eine unflexible Struktur und die Notwendigkeit, die Wettbewerbsfähigkeit in einer sich wandelnden Automobilwelt wiederherzustellen. Die zentrale Botschaft ist klar: „VW braucht einen echten Durchbruch.“

Schäfer skizziert in seinem Beitrag die langfristigen Ziele des Konzerns. Er möchte VW wieder an die Spitze des globalen Volumenmarkts führen. Die Marke soll als führender Hersteller für ikonische Autos wahrgenommen werden, die Menschen begeistern. Dabei sei es von entscheidender Bedeutung, den starken Produktionsstandort Deutschland zu sichern. Er betont: „Wir wollen VW wieder zurück an die Spitze bringen – als führender globaler Autobauer im Volumensegment, mit einer starken deutschen Basis.“

Um diese Ziele zu erreichen, sieht sich VW jedoch mit erheblichen Herausforderungen konfrontiert. Schäfer spricht offen über die Probleme, die das Unternehmen seit einiger Zeit bremsen. Dazu zählen vor allem die hohen Produktionskosten und eine Unternehmensstruktur, die nicht mehr zu den aktuellen Marktrealitäten passe. „Wir müssen die Probleme angehen, die uns seit Längerem zurückhalten“, stellt er fest. Das betrifft nicht nur die Marke Volkswagen selbst, sondern auch Volkswagen Nutzfahrzeuge und Volkswagen Group Components, die ebenfalls in den Restrukturierungsprozess einbezogen werden.

VW: „Wir müssen jetzt gemeinsam unsere Hausaufgaben machen“

Besonders der Standort Deutschland steht unter Druck. VW beschäftigt allein in Deutschland über 120.000 Menschen. Schäfer unterstreicht, dass der Konzern eine Verantwortung gegenüber diesen Mitarbeitern und ihren Familien habe. Dennoch sei klar, dass sich die Kostenstrukturen ändern müssen, um langfristig profitabel zu bleiben: „Ich glaube fest daran, dass Produktion in einem Hochlohnland wie Deutschland nachhaltig profitabel sein kann. Aber dafür müssen wir jetzt gemeinsam unsere Hausaufgaben machen.“

Einen Hoffnungsschimmer sieht Schäfer in den neuen Modellen, die Volkswagen auf den Markt bringt. Die Marke habe wieder starke Autos, die Design, Qualität und Innovation vereinen. Beispiele dafür sind der Golf, Passat und Tiguan, die alle mit leistungsstarken Plug-in-Hybriden ausgestattet sind. Auch die neuen Elektroautos wie der ID.7 schneiden in Vergleichstests gut ab. Schäfer zeigt sich sehr angetan von der aktuellen Produktpalette: „Wir haben unglaublich starke Autos, auf die wir stolz sein können.“

Vor allem in der Elektromobilität will VW punkten. Die Entwicklung eines breiten, attraktiven Elektroportfolios läuft bereits. Besonders das Einstiegsmodell ID.2 und das geplante Elektroauto im Preissegment von 20.000 Euro sollen eine breite Kundenschicht ansprechen. Diese Autos hätten das Potenzial, den Markt aufzurollen, so Schäfer.

Gleichzeitig betont Schäfer, dass es nicht nur um gute Produkte geht. VW müsse auch wirtschaftlich erfolgreich sein, um in die Zukunft investieren zu können. Nur so ließen sich die geplanten Innovationen tatsächlich auf die Straße bringen. „Wir müssen konsequent starke Ergebnisse liefern, um in die Zukunft investieren zu können.“ In der Rückschau auf seine 30-jährige Erfahrung in der Automobilbranche beschreibt Schäfer die aktuelle Zeit als besonders herausfordernd – nicht nur für Volkswagen, sondern für die gesamte Branche. Dennoch zeigt er sich zuversichtlich, dass VW die Krise bewältigen kann, wenn alle Beteiligten gemeinsam an einem Strang ziehen. „Wir brauchen keinen langen Machtkampf. Was wir brauchen, ist eine gemeinsame Anstrengung“, betont er.

Trotz der positiven Entwicklungen bei den Autos bleiben die finanziellen Einschnitte ein zentrales Thema. Medienberichten zufolge plant VW Einsparungen in Milliardenhöhe. Dabei stehen auch Werksschließungen in Deutschland im Raum. Die seit Jahrzehnten bestehende Beschäftigungssicherung wurde bereits aufgekündigt – ein Schritt, der den Druck auf die Belegschaft erhöht. Für die Zukunft bleibt abzuwarten, welche konkreten Maßnahmen Volkswagen ergreifen wird, um den Transformationsprozess zu bewältigen. Schäfer ist überzeugt, dass VW gestärkt aus der aktuellen Krise hervorgehen kann: „Wir haben die richtigen Produkte, einen soliden Plan und die Expertise, um das zu schaffen.“

Quelle: LinkedIn – Thomas Schäfer am 20.09.2024

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Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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