So stark muss der E-Auto-Anteil bei den Herstellern 2025 wachsen

So stark muss der E-Auto-Anteil bei den Herstellern 2025 wachsen
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Daniel Krenzer
Daniel Krenzer
  —  Lesedauer 3 min

Kürzlich erst berichtete die Wirtschaftswoche darüber, dass viele Hersteller wie Volkswagen aktuell gar nicht allzu ambitioniert beim Verkauf von Elektroautos seien, da sie ihre Flottenziele erfüllen und mit Verbrennern aktuell mehr Gewinn machen. Dies dürfte sich 2025 aber schlagartig ändern. Die Automobilwoche hat einmal für die größten Hersteller im Detail ermittelt, wie stark der Anteil der E-Autos in der Flotte wachsen muss, um die CO2-Flottenvorgaben zu erfüllen. Vor allem VW steht dabei vor großen Herausforderungen.

Denn im kommenden Jahr werden die individuell berechneten Flottenwerte, die die Hersteller erreichen müssen, weiter gesenkt. Statt 116 Gramm CO2 pro Kilometer (Messung nach WLTP Zyklus) fällt der Wert auf dann nur noch 93,6 Gramm. Die Hersteller, die das Ziel nicht erreichen, müssen 95 Euro pro Gramm und Fahrzeug über dem Zielwert an Strafe zahlen. Es ist zu erwarten, dass viele Hersteller dann selbst wieder mehr in den Absatz von E-Autos investieren werden.

Volkswagen besonders stark betroffen

Die Automobilwoche hat ausgerechnet, was das für die einzelnen Hersteller bedeutet. Demnach müsste der Anteil von verkauften Elektroautos auf 25 Prozent steigen. Im ersten Halbjahr 2024 war aber bei Weitem nicht jedes vierte, sondern nur jedes zehnte neu zugelassene VW-Modell vollelektrisch. Zudem müsste der Anteil von Plug-in-Hybriden von sechs auf elf Prozent steigen. „Dass VW seine CO2-Ziele aus eigener Kraft schafft, ist unrealistisch. Dafür ist der Sprung viel zu groß“, sage Patrick Hummel, Head of European Autos Research bei der Großbank UBS.

Doch es gibt eine Alternative, denn Hersteller können sich Pooling-Partner suchen, die den Flottenwert übererfüllen – und mit diesen ihre Bilanz schönrechnen. Dies lassen sich vorwiegend reine Elektroauto-Hersteller freilich gut bezahlen. Zuletzt wurde diese Praxis nur noch von wenigen Herstellern genutzt, doch Stand heute dürfte die Zahl im kommenden Jahr wieder steigen – vorausgesetzt sie finden genug Partner für diese Rechenspiel.

Nicht nur VW steht vor immensen Herausforderungen in Sachen Flottenzielwert, zeigen weitere Rechenbeispiele der Automobilwoche. So müsste Ford seinen Elektroauto-Anteil von derzeit 5 auf 23 Prozent erhöhen, die Marken der Stellantis-Gruppe den Wert in Summe immerhin von 9 auf 18 Prozent verdoppeln. Etwas näher dran sind bereits BMW und Mercedes, hier müsste der Anteil von zuletzt 19 sowie 18 Prozent „nur“ auf 24 Prozent steigen.

Toyota ist mit Hybriden noch fein raus

Toyota beispielsweise muss sich derzeit noch nicht derart strecken, weil der Großteil der Flotte ohnehin mit einem Hybridantrieb ausgestattet ist, der deutlich CO2 einspart. So müssen die Japaner ihren reinen E-Auto-Absatz laut Automobilwoche nur auf niedrigem Niveau von 3 auf 7 Prozent erhöhen. Doch in den kommenden Jahren dürfte auch diese Strategie zunehmend nicht mehr ausreichen, um die EU-Vorgaben zu erfüllen.

Für die Hersteller wird das Erreichen der Ziele auch ein finanzieller Kraftakt – besonders aber für Volkswagen. „Durch die Anpassung an die neuen CO2-Ziele wird VW 2025 nach unseren Berechnungen etwa zehn Prozent seines operativen Ergebnisses einbüßen. Das entspricht etwa zwei Milliarden Euro vor Steuern“, sagte Hummel. Das ist deutlich mehr als bei vielen anderen Herstellern, die nur niedrige einstellige Prozentwerte an Gewinneinbußen zu erwarten hätten. Vielleicht erklärt das, weshalb VW derzeit offenbar noch so viele Verbrenner-Margen wie möglich abgreift, um sich ein finanzielles Polster aufzubauen. Ob dieser Plan aufgeht?

Quelle: Automobilwoche – „Überblick: Welchen E-Auto-Anteil die größten Hersteller 2025 schaffen müssen“

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Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

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