Rückruf: Tesla updatet Autopilot in mehr als 2 Millionen US-Fahrzeugen

Rückruf: Tesla updatet Autopilot in mehr als 2 Millionen US-Fahrzeugen
Copyright:

Flystock / Shutterstock / 1237794982 (Symbolbild)

Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 2 min

Tesla ruft in den USA auf eigene Initiative mehr als 2 Millionen seiner Elektroautos wegen Sicherheitsmängeln des Fahrerassistenzsystems Autopilot zurück. Der Rückruf werde bereits seit 12. Dezember durch ein Software-Update abgearbeitet, wie einem Dokument der US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA zu entnehmen ist. Betroffen sind demnach fast alle seit 2012 produzierten und in den USA verkauften Einheiten der Modellreihen S, X, 3 und Y – insgesamt 2.031.220 Fahrzeuge.

Bei neu produzierten Elektroautos werde die neue Software mit der Versionsnummer 2023.44.30 bereits vor der Auslieferung aufgespielt. Tesla reichte den Rückruf ein, nachdem die NHTSA festgestellt hatte, dass sein Fahrerassistenzsystem Autopilot nicht genug unternimmt, um Missbrauch zu verhindern. In Folge kam es in den vergangenen Jahren zu unzähligen, teils tödlichen Unfällen. Die Untersuchungen der NHTSA hierzu dauern noch an.

Ein NHTSA-Sprecher sagte Automotive News zufolge, die Untersuchungen hätten ergeben, dass Teslas Mittel, um die Fahrer zu gebotener Aufmerksamkeit für das Geschehen auf der Straße zu zwingen, unzureichend seien und zu einem „vorhersehbaren Missbrauch“ führen könnten – was unzählige Videos in sozialen Medien auch bestätigen: „Insbesondere ergab die Untersuchung, dass Teslas Design seines Autopilot-Systems eine unzureichende Fahrereingriffs- und Nutzungssteuerung bieten kann“, so der Sprecher.

„Ein Beispiel für die Verbesserung automatisierter Systeme“

„Automatische Technologie ist vielversprechend für die Verbesserung der Sicherheit, aber nur, wenn sie verantwortungsbewusst eingesetzt wird“, teilte die NHTSA weiter mit. Teslas Rückruf sei nun „ein Beispiel für die Verbesserung automatisierter Systeme durch die Priorisierung der Sicherheit“. Mit der neuen Software sollen Nutzer des Autopilot durch Kontrollen und Warnungen konsequenter dazu gezwungen werden, die Hände am Steuer zu lassen und die Fahrzeugumgebung aufmerksamer im Auge zu behalten. Wie diese schärferen Kontrollen und Warnungen ausfallen, ist bislang noch nicht bekannt.

Der Autopilot ist bei jedem neuen Tesla serienmäßig. Der Hersteller hat bereits seit Ende 2016 Funktionen vermarktet, die er Full Self-Driving nennt. Diese Reihe von Funktionen wurde bereits im Februar zurückgerufen, nachdem die NHTSA Bedenken geäußert hatte, dass Autos, die das System verwenden, auf rechtswidrige oder unvorhersehbare Weise fahren, einschließlich der Überschreitung der erlaubten Geschwindigkeit, der Fahrt geradeaus durch Kreuzungen in Abbiegespuren sowie nicht vollends ausgeführte Stopps.

Quelle: NHTSA – Part 573 Safety Recall Report // Automotive News Europe – Tesla recalls more than 2 million vehicles for Autopilot safety flaws

Worthy not set for this post

Dir gefällt Elektroauto-News?

Mache uns zu deiner bevorzugten Quelle bei Google. Dadurch werden dir unsere neuesten Artikel und Testberichte in deiner Google-Suche häufiger angezeigt.

Kostenlos & jederzeit in deinen Google-Einstellungen änderbar.
Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Tesla News

Tesla verdient 56 Prozent weniger, obwohl der Umsatz hält

Tesla verdient 56 Prozent weniger, obwohl der Umsatz hält

Sebastian Henßler  —  

Tesla hält den Umsatz im dritten Quartal stabil, doch das operative Ergebnis sinkt um 56 Prozent. Höhere KI-Ausgaben und weniger Emissionsgutschriften belasten.

Musk über Fusion von Tesla und SpaceX: “Ja”, gute Idee

Musk über Fusion von Tesla und SpaceX: “Ja”, gute Idee

Sebastian Henßler  —  

Tesla und SpaceX haben Sonderausschüsse gebildet, die eine Fusion prüfen. Elon Musk hält das für eine gute Idee, darf an den Gesprächen aber nicht teilnehmen.

Baustart 2027? Tesla bringt Werksausbau in Grünheide voran

Baustart 2027? Tesla bringt Werksausbau in Grünheide voran

Sebastian Henßler  —  

Aktuell arbeiten 12.600 Menschen in Teslas Werk in Grünheide. Mit der geplanten zweiten Halle setzt der Automobilhersteller die nächste Stufe seines Ausbaus um.

Tesla Roadster kommt 2028, elf Jahre nach der Enthüllung

Tesla Roadster kommt 2028, elf Jahre nach der Enthüllung

Sebastian Henßler  —  

Mit Kaltgastriebwerken von SpaceX soll der Tesla Roadster in unter einer Sekunde auf 100 Kilometer pro Stunde kommen. Der Produktionsstart ist für 2028 geplant.

Tesla Model Y ist wieder als Taxi erhältlich

Tesla Model Y ist wieder als Taxi erhältlich

Daniel Krenzer  —  

Das Tesla Model Y ist zurück im Taxigewerbe. Intax bietet für das Elektro-SUV wieder eine professionelle Taxiumrüstung an.

Tesla nennt FSD um, um EU-Zulassung zu erleichtern

Tesla nennt FSD um, um EU-Zulassung zu erleichtern

Maria Glaser  —  

Tesla hat vor wenigen Tagen sein automatisiertes Fahrassistenzsystem „Full Self-Driving“ in Europa zu „Assisted Driving“ umbenannt.

Tesla FSD: Deutschland könnte vor der EU vorpreschen

Tesla FSD: Deutschland könnte vor der EU vorpreschen

Sebastian Henßler  —  

Die EU hat ihre Entscheidung über Teslas FSD auf Dezember vertagt. Viele Staaten warten auf Deutschland, wo sich Minister Bilger nun klar positioniert.