Rivian-CCO wird neuer Amerika-CEO von VW

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Volkswagen

Michael Neißendorfer
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Der Volkswagen-Konzern muss sich in Amerika neu aufstellen und beruft Kjell Gruner zum 12. Dezember 2024 zum Präsidenten und CEO der Volkswagen Group of America. Gruner folgt damit auf Pablo Di Si, der das Unternehmen auf eigenen Wunsch verlassen habe, so VW in einer aktuellen Mitteilung. Bis zum Dienstantritt von Kejll Gruner wird demnach Gerrit Spengler, CHRO der Volkswagen Group of America, die Funktion des CEO in Personalunion ausüben.

Kjell Gruner ist ein absoluter Experte für den US-amerikanischen Markt. Er verfügt über 25 Jahre Erfahrung in der Automobilindustrie und ein umfassendes Know-How, um die Wachstumschancen in Nordamerika zu nutzen und zielführend voranzutreiben“, sagt Gunnar Kilian, Konzernpersonalvorstand der Volkswagen AG. Seinem Vorgänger Pablo Di Si sei „die Volkswagen AG zu Dank verpflichtet. Sein herausragendes Engagement war bei der Neuausrichtung unseres Geschäfts in Südamerika von zentraler Bedeutung. Damit legte er anschließend auch den Grundstein für die positive Entwicklung unserer Nordamerika-Strategie.

Kjell Gruner verfügt über 25 Jahre Automobilerfahrung. 1997 startete er als Berater bei der Boston Consulting Group. Anschließend übernahm er leitende Positionen in der Porsche AG in Stuttgart, bevor er 2004 in die Strategieabteilung der DaimlerChrysler AG wechselte. Ab 2006 leitete er die Strategieabteilung von Mercedes Benz Cars. 2010 wechselte er als Global Chief Marketing Officer zurück zur Porsche AG, bevor er 2020 President und CEO von Porsche Cars North America wurde. Zuletzt war Gruner Chief Commercial Officer und President, Business Growth bei Rivian. Mit Rivian ist VW in den USA seit kurzem eng verbunden und eine Entwicklungs-Kooperation bei Software eingegangen. 

Der nordamerikanische Markt mit Kanada, Mexiko und den USA ist für die Volkswagen Group eine wichtige strategische Säule. Durch gezielte Investitionen in lokale Produktion und innovative Technologien stärken wir unseren globalen Footprint und können zugleich die Ansprüche unserer amerikanischen Kunden noch besser erfüllen“, ergänzt Arno Antlitz, CFO & COO der Volkswagen Group, der Di Si ebenfalls seinen Dank ausspricht: „Wir danken Pablo Di Si der mit seinem Team vor Ort einen nachhaltigen Beitrag zur Stärkung der amerikanischen Regionen unseres Konzerns geleistet hat. Mit Kjell Gruner haben wir einen erfahrenen Manager gewonnen, der Markt und Kunden bestens kennt und den eingeschlagenen Wachstumspfad konsequent weiter beschreiten wird.“

In den ersten 9 Monaten wurden in Nordamerika 769.000 Fahrzeuge ausgeliefert, ein deutliches Plus von mehr als 7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auf dem Hauptmarkt USA wuchs der Volkswagen Konzern um 1,5 Prozent. Die Auslieferungen der Marke Volkswagen in Nordamerika sind in den ersten drei Quartalen des Jahres im Vergleich zum Vorjahr um 24 Prozent gestiegen und haben trotz Gegenwinds an Dynamik gewonnen.

Das Portfolio des Konzerns aus Verbrennungsmotoren und Plug-in-Hybriden sowie Elektroautos ermögliche es dem Unternehmen, auch auf schwankende Kundennachfrage flexibel zu reagieren – ohne dabei das Ziel aus den Augen zu verlieren, mittel- und langfristig auf Elektromobilität umzusteigen, wie VW betont. Diese Strategie gebe dem Unternehmen Flexibilität und Robustheit in unsicheren Zeiten.

Um seine Ziele zu erreichen, habe Volkswagen in den vergangenen zehn Jahren erhebliche Ressourcen in den Ausbau seiner Produktionskapazitäten in der Region investiert. Dies umfasse moderne Produktionsanlagen für Batterien, die Entwicklung spezifischer Fahrzeugarchitekturen für den nordamerikanischen Markt sowie umfassende Forschung und Entwicklung, Fahrzeugmontage und Komponentenfertigung. Mit starken Partnerschaften zu regionalen Zulieferern will sich Volkswagen zudem eine nachhaltige und effiziente Umsetzung der E-Mobilität sichern, die den Anforderungen des nordamerikanischen Marktes gerecht wird.

Quelle: Volkswagen – Pressemitteilung vom 19.11.2024

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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