Wie Renaults Sportwagenmarke Alpine weiter wachsen will

Wie Renaults Sportwagenmarke Alpine weiter wachsen will
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Alpine

Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 4 min

Alpine treibt ihre Expansion weiter voran. Im Rahmen des „futuREady“ Strategietags der Konzernmutter Renault Group hat auch die französische Sportwagenmarke ihre Ambitionen für weiteres Wachstum bei Produkten, Marktpräsenz und Absatz bekräftigt – mit dem Ziel einer nachhaltigen und profitablen Geschäftsentwicklung. Im vergangenen Jahr verzeichnete das Unternehmen ein dreistelliges Wachstum und übertraf mit 10.970 verkauften Fahrzeugen erstmals in seiner Geschichte die Marke von 10.000 Zulassungen, so Alpine in einer aktuellen Mitteilung.

Die technische Basis für die weitere Modellentwicklung bildet die Alpine Performance Platform (APP). Sie werde als Grundlage für die zukünftige Generation der Alpine A110 dienen – und für verschiedene Karosserievarianten, die in den kommenden Jahren auf den Markt kommen sollen: Coupé, Spider und 2+2-Sitzer.

Die neue A110 wird in der Manufacture Alpine Dieppe Jean Rédélé entwickelt und hergestellt und damit auch das Erbe und die industrielle DNA der Marke fortsetzen. Als Geburtsort von Alpine und Produktionsstätte der aktuellen A110, seit der Wiedergeburt der Marke im Jahr 2017, bleibt Dieppe das Herzstück der Geschichte von Alpine. Die Produktion der nächsten A110 in Dieppe setzt dieses Erbe fort und verbindet vergangene, gegenwärtige und zukünftige Generationen des legendären Sportwagens der Marke. Auch das einzigartige Savoir-faire, das Alpine seit Jean Rédélés ursprünglicher Vision auszeichnet, soll durch diese Kontinuität bewahrt werden.

Die Alpine Performance Platform geht alle technischen Herausforderungen bei Gewicht, Design und Elektrifizierung an und soll die Entwicklung eines Elektro-Sportwagens, der der DNA von Alpine treu bleibt, erleichtern. Die fortschrittliche Aluminiumarchitektur soll markentypische Agilität gewährleisten und eine Leichtigkeit und Modularität bieten, die sich auf der Straße in dynamisches Ansprechverhalten und Effizienz verwandelt. Die gesamte Architektur ist steif und verfügt über eine innovative Klebe- und Niettechnologie für strukturelle Integrität und Leichtbau.

Zwei Batteriepacks für optimale Gewichtsverteilung

Um die 40:60-Gewichtsverteilung zwischen Vorder- und Hinterachse eines echten Sportwagens zu gewährleisten und gleichzeitig die ikonische Silhouette der A110 zu bewahren, werden zwei Batteriepacks in die Architektur integriert: Eines unter der Fronthaube und eines im Heck des Elektroautos. Der Raum zwischen den Achsen bleibt frei, um den Aufbau möglichst flach zu halten.

Die Batterien verfügen über 800-Volt- und Cell-to-Pack-Technik sowie Zellen mit hoher Energiedichte, um das Gewicht und die Ladezeiten gering zu halten. Als Teil der Plattform wird eine neue hintere elektrische 3-in-1-Achse mit dualem E-Motor entwickelt, die dank ihres SIC-Wechselrichters ein hohes Drehmoment und Leistung mit ultraschneller Steuerung bieten soll. Mechanisch profitiert die Alpine Performance Platform von zwei neuen Vollaluminium-Aufhängungen sowie neuen integrierten Brems- und Lenksystemen.

Alpine

Als Hightech-Gehirn der Plattform dient das Alpine Dynamic Model (ADM ECU): Die Einheit integriert alles vom Batteriemanagement bis zu den Elektromotoren und steuert Bremsen, Lenkung und die aktive Aerodynamik.

Um das Fahrerlebnis der nächsten Generation elektrischer Alpine Sportwagen zu verbessern, hat die Marke das Alpine Active Torque Vectoring (AATV) entwickelt: Alle 10 Millisekunden kann es die Drehmomentverteilung zwischen den rechten und den linken Rädern anpassen, um eine optimale dynamische Leistung zu erzielen. Eine von der Formel 1 inspirierte Fahrposition – tief liegend, mit einem vertikalen Lenkrad und allen wichtigen Instrumenten in Sicht- und Reichweite – rückt die Fahrerin oder den Fahrer in den Mittelpunkt des Fahrzeugs.

„Unser Ziel ist es, die weltweit führende französische Sportwagenmarke zu werden und die besten Fahrerautos der Elektroauto-Ära anzubieten. Dazu werden wir kontinuierlich neue Technologien einführen und sie mit der DNA von Alpine verbinden“, erklärt Alpine CEO Philippe Krief. „Zunächst konzentrieren wir uns auf unsere Wachstumsziele und darauf, mit der Alpine A290 und der Alpine A390 neue Kundinnen und Kunden zu gewinnen. Dann werden wir mit der neuen A110 den ersten echten Elektro-Sportwagen auf den Markt bringen.“

Kontinuierliches und organisches Wachstum

Seit der Markteinführung der A110 im Jahr 2018 ist Alpine deutlich gewachsen. Seit 2024 hat die Marke ihr Produktportfolio von einem auf drei Fahrzeuge erweitert. Das Vertriebsnetzwerk, das anfänglich nur den Heimatmarkt umfasste, ist inzwischen auf 170 Händler in 25 Märkten ausgeweitet worden.

Alpine hat dabei in ganz Europa verschiedene Zentren und Stores etabliert, an denen bestehende und künftige Kundinnen und Kunden sowie Fans mit der Marke in Kontakt treten können.

Quelle: Alpine – Pressemitteilung vom 10.03.2026

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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