Sieben Modelle, eine DNA: Alpines Weg bis 2030

Sieben Modelle, eine DNA: Alpines Weg bis 2030
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Alpine

Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 3 min

Der europäische Automobilmarkt erlebt gerade eine tiefgreifende Neuordnung: Traditionelle Markenhierarchien geraten ins Wanken, während Elektromobilität neue Spielräume für Positionierung und Premiumanspruch öffnet. In diesem Umfeld versucht Alpine, eine Marke mit klarer sportlicher Identität, aber begrenzter Massentauglichkeit, den Sprung in ein breiteres Kundensegment. Amaury Marzloff, Direktor Alpine Deutschland, erläutert im Gespräch mit Electrive, wie die Renault-Tochter diesen Balanceakt angehen will – und warum die A390 dabei eine Schlüsselrolle spielt.

Das neue Modell ist kein klassischer Sportwagen, sondern ein SUV-Crossover. Für Marzloff ist das keine Abkehr vom Markenkern, sondern eine bewusste strategische Entscheidung. Alpine habe seit der Wiedergeburt 2017 schrittweise neue Kundengruppen erschlossen: „performance-orientiert, designaffin, urban geprägt und häufig bereits erfahren in der Elektromobilität.“ Die A390 solle diesen Weg konsequent fortsetzen – als „bewusst zugänglicher Einstieg in die Welt von Alpine, der Alltagstauglichkeit, Komfort und sportliche Glaubwürdigkeit miteinander verbindet.“

Bis 2030 plant Alpine im Rahmen der sogenannten „Dream Garage“ sieben neue Modelle, die die Performance-DNA der Marke in unterschiedliche Fahrzeugkonzepte übersetzen sollen. Ein vollelektrischer Zweisitzer ist dabei ausdrücklich eingeplant – allerdings erst dann, wenn Technologie, Batteriedichte, Gewicht und Kosten in einem überzeugenden Paket zusammenfinden. „Unser Ziel ist es nicht, der Erste zu sein, sondern derjenige, der es konsequent im Sinne der Marke richtig macht“, so Marzloff.

Bekanntheit aufbauen, ohne die Herkunft zu verleugnen

Die Frage nach der Markenbekanntheit außerhalb Frankreichs beantwortet Marzloff pragmatisch: Alpine sei nie vollständig verschwunden, aber außerhalb des Heimatmarkts zuletzt weniger präsent gewesen. Die A390 sei daher auch ein Instrument der Internationalisierung – sie führe Alpine „erstmals in ein volumenrelevanteres Segment“, ohne die Kernwerte zu verwässern. Technische Eckdaten wie die Beschleunigung von 3,9 Sekunden von null auf 100 km/h sollen dabei die sportliche Glaubwürdigkeit untermauern.

Auf die Frage, ob eine neue Marke einfacher zu etablieren gewesen wäre als die Wiederbelebung von Alpine, antwortet Marzloff mit einem klaren Nein. Die Marke besitze etwas, das sich nicht künstlich erschaffen lasse: „eine glaubwürdige Historie im Motorsport und eine über Jahrzehnte gewachsene, klar erkennbare DNA.“ Die Geschichte von Gründer Jean Rédélé und seine Verbundenheit mit den Alpen bildeten dabei den kulturellen Kern, den Alpine modern und international transportieren wolle.

Im Marketing setzt die Marke auf eine prinzipientreue Interpretation des Erbes, keine nostalgische. Markenwerte wie Leichtigkeit, Präzision und unmittelbarer Fahrspaß seien nicht an einen Verbrennungsmotor gebunden. Technologien wie Active Torque Vectoring, eine nahezu ideale Gewichtsverteilung und eine direkte Lenkung sollen ein agiles Fahrgefühl auch bei rund zwei Tonnen Fahrzeuggewicht ermöglichen.

Der elektrische Sportwagen kommt – zur richtigen Zeit

Neben A290 und A390 bleibt der elektrische Nachfolger der A110 das emotionale Herzstück der angekündigten Modellpalette. Er soll auf der eigens entwickelten Alpine Performance Platform (APP) entstehen. Ergänzt wird das Portfolio durch ein viersitziges Coupé (A310), das die sportliche Positionierung in ein weiteres Segment tragen soll.

Ob die Technologie bereits reif genug für einen überzeugenden elektrischen Sportwagen ist, beantwortet Marzloff differenziert: Grundsätzlich sei das heute möglich, entscheidend sei jedoch das Zusammenspiel von Leistung, Reichweite, Gewicht und Fahrgefühl. Über Skaleneffekte der Renault Group und die eigene Plattformstrategie will Alpine Hochleistungstechnologie einsetzen, ohne die Preisstruktur vom Markt zu entkoppeln. Ein elektrischer Alpine müsse sich leicht anfühlen, emotional ansprechen und alltagstauglich sein – erst dann sei er „sowohl technisch als auch wirtschaftlich sinnvoll.“

Quelle: Electrive – „Der elektrische Sportwagen ist für Alpine kein Randthema“

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Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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