Renaults Software-Tochter Ampere steht wohl vor der Auflösung

Renaults Software-Tochter Ampere steht wohl vor der Auflösung
Copyright:

Renault

Daniel Krenzer
Daniel Krenzer
  —  Lesedauer 2 min

Mit viel Tamtam hatte der französische Automobilhersteller Renault vor gut zwei Jahren gemeinsam mit seinen Allianz-Partnern Mitsubishi und Nissan die Software-Tochter Ampere ins Leben gerufen und deren Aufgabenbereiche in epischen Pressemitteilungen beleuchtet. Es war das erste europäische Subunternehmen eines Automobilherstellers, das sich nur auf Software für Elektroautos spezialisieren sollte. Nun berichten n-tv und Reuters mit Berufung auf Insiderkreise, dass Ampere wohl aufgelöst werden und in die Konzernstrukturen überführt werden soll.

Eigentlich sollte Ampere sogar als eigene Sparte an die Börse gehen, doch 2024 wurden diese Pläne zumindest vorübergehend auf Eis gelegt, weil die Nachfrage nach Elektroautos nicht so schnell anstieg wie erhofft. Nun ist der Gang an die Börse wohl endgültig vom Tisch, denn das Nachrichtenportal zitiert einen Insider: „Da es keinen Börsengang mehr gibt, besteht auch keine Notwendigkeit mehr für eine spezielle Einheit, weshalb Renault alles wieder zusammenführt, um die Komplexität des ursprünglichen Modells zu beseitigen.“

Betriebsrat wurde bereits informiert

Die Insider-Infos sind durchgedrungen, nachdem die Pläne offenbar am Mittwoch dem Betriebsrat vorgestellt worden waren. Den Plänen nach soll Ampere den Status eines Entwicklungszentrums innerhalb von Renault erhalten, die Fabriken sowie das Motorenwerk in Frankreich unter dem Schirm von Ampere sollen wieder an Renault angegliedert werden. Ob dies Folgen für die Stellen sowie die geplanten Entwicklungsarbeiten hat, darüber ist im Bericht keine Rede. Ein Stellenabbau wäre allerdings eine logische Folge der Wiedereingliederung.

Ampere kann laut Renault auf eines der besten Elektroauto– und Software-Ökosysteme in Europa zurückgreifen. Es verfüge über hochmoderne Technologien, hervorragendes Software-Know-how und mehr als 20 enge Partnerschaften mit innovativen Unternehmen entlang der gesamten Elektroauto- und Software-Wertschöpfungskette. Mit rund 10.000 hochqualifizierten Mitarbeiter:innen, davon ein Drittel Ingenieure, sei Ampere bereit, mit den besten EV- und Softwareanbietern zu konkurrieren, hieß es im Juni 2023 in einer Pressemitteilung. Die finanziellen Entwicklungen sowie die generell schlechte Lage der Automobilbranche bremsten diese großen Pläne aber nach und nach aus.

Quelle: n-tv – Renault will Elektroauto- und Software-Tochter Ampere auflösen

worthy pixel img
Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Renault Elektroautos

Renault 5 E-Tech: Ein Jahr, 11.111 Bestellungen

Renault 5 E-Tech: Ein Jahr, 11.111 Bestellungen

Sebastian Henßler  —  

11.111 Bestellungen in knapp einem Jahr: Der Renault 5 E-Tech elektrisch trifft in Deutschland den Nerv – vor allem mit Top-Ausstattung und der Farbe Gelb.

Renault-CEO: Mit jedem neuen E-Auto wächst der Profit

Renault-CEO: Mit jedem neuen E-Auto wächst der Profit

Laura Horst  —  

Renault-Chef François Provost schlägt eine zehnjährige Regulierungspause seitens der EU vor, um die Autoindustrie zu entlasten.

Renault 4 E-Tech Roland Garros: Sonderedition feiert Premiere

Renault 4 E-Tech Roland Garros: Sonderedition feiert Premiere

Daniel Krenzer  —  

Renault zeigt den Renault 4 E-Tech Electric als Roland-Garros-Sonderedition. Das Show-Car feiert Premiere beim Tennisturnier in Paris.

Renault 4 „Plein Sud“: Cabrio-Feeling ab 36.300 Euro

Renault 4 „Plein Sud“: Cabrio-Feeling ab 36.300 Euro

Sebastian Henßler  —  

Der Renault 4 E-Tech elektrisch ist ab sofort als „Plein Sud“ mit Stoff-Faltdach bestellbar – und bringt gleichzeitig ein Technik-Update für die Baureihe.

The Mobility House will E-Autofahrer gratis laden lassen

The Mobility House will E-Autofahrer gratis laden lassen

Tobias Stahl  —  

Der Ladelösungsanbieter Mobility House will bestimmte Privatkunden ab diesem Jahr gratis laden lassen – dank V2G-Technologie. Was hinter dem Vorhaben steckt.

Renault-Chef Cambolive: „Elektromobilität ist die Zukunft“

Renault-Chef Cambolive: „Elektromobilität ist die Zukunft“

Sebastian Henßler  —  

Von Indien bis zum Twingo: Renault-Chef Cambolive erklärt, wie der Automobilhersteller globaler werden und zugleich bezahlbare E-Autos liefern will.

Düsseldorf setzt auf E-Lkw für die Altpapiersammlung

Düsseldorf setzt auf E-Lkw für die Altpapiersammlung

Sebastian Henßler  —  

In Düsseldorf sind neuerdings zwei elektrische Sammelfahrzeuge unterwegs. Die Elektro-Lkw ersetzen Diesel-Lkw und sparen 60 Tonnen CO₂ pro Jahr ein.