Northvolt und Hydro gründen Joint Venture für Batterie-Recycling

Northvolt und Hydro gründen Joint Venture für Batterie-Recycling
Copyright:

shutterstock / Lizenzfreie Stockfoto-Nummer: 221553178

Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 2 min

Die beiden Unternehmen Northvolt und Hydro haben die Gründung des Hydro Volt genannten Joint Ventures bekannt gegeben, um das Recycling von Batteriematerialien und Aluminium aus dem norwegischen Elektroauto-Markt zu ermöglichen. Hydro Volt werde in Fredrikstad südlich von Norwegens Hauptstadt Oslo ein Recycling-Zentrum errichten, das 2021 seinen Betrieb aufnehmen soll. Der Start des Joint Ventures folgt einer Investition von Hydro in Northvolt im Jahr 2019 und stärkt die Partnerschaft zwischen dem dem norwegischen Aluminiumunternehmen und dem schwedischen Batteriehersteller. Gemeinsam sollen nun Technologien und Materialflüsse für die Kreislaufindustrie optimiert werden.

Northvolt hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2030 die Hälfte der Rohstoffe aus recycelten Batterien zu gewinnen. Die Partnerschaft mit Hydro ist ein wichtiger Teil des Puzzles, um eine externe Materialzufuhr sicherzustellen, bevor unsere eigenen Batterien zu uns zurückkehren“, sagte Emma Nehrenheim, Chief Environmental Officer, verantwortlich für den Geschäftsbereich Revolt Recycling bei Northvolt. Mit dem Revolt-Projekt möchte Northvolt den Bedarf an Rohstoffen aus dem Bergbau verringern, die Versorgungssicherheit verbessern und den ökologischen Fußabdruck von Zellen verbessern, indem die bergbaubedingten Emissionen gesenkt werden. Dieses Ziel wird durch einen schrittweisen Aufbau der Recyclingkapazität erreicht, beginnend mit dem Start einer Pilotanlage im Laufe dieses Jahres, gefolgt von der Errichtung einer großtechnischen Recyclinganlage in der Gigafabrik Northvolt Ett für Lithium-Ionen-Batterien in Skellefteå, Schweden, im Jahr 2022.

Die Partnerschaft zwischen Hydro und Northvolt, an dem auch Volkswagen beteiligt ist, ist ein Beispiel für das sich abzeichnende Potenzial für Synergien zwischen verschiedenen Branchen, wenn die Wirtschaft einen Rohstoffkreislauf anstrebt und somit dekarbonisierter wird. „Wir freuen uns über die Chancen, die sich daraus ergeben. Hydro Volt kann Aluminium aus Altbatterien als Teil unserer gesamten Metallwertschöpfungskette verarbeiten, zur Kreislaufwirtschaft beitragen und gleichzeitig den klimatischen Fußabdruck des von uns gelieferten Metalls verringern“, sagte Arvid Moss, Executive Vice President für Energie- und Unternehmensentwicklung bei Hydro.

Der Recycling-Hub, der hochautomatisiert und zum Zerkleinern und Sortieren von Batterien ausgelegt sein wird, werde in den frühen Phasen des Starts mehr als 8000 Tonnen Batterien pro Jahr verarbeiten, wobei die Kapazität im Laufe der Zeit erweitert wird, so Northvolt in einer aktuellen Mitteilung. Die Materialproduktion aus den Recyclingprozessen in Fredrikstad umfasst die sogenannte schwarze Masse, in der unter anderem Lithium, Graphit, Kobalt und Mangan enthalten sind, und Aluminium, die zu den Recyclinganlagen von Northvolt bzw. Hydro transportiert werden.

Quelle: Northvolt — Pressemitteilung vom 01.06.2020

worthy pixel img
Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in News

Europa elektrifiziert sich – aber ohne einheitliches Tempo

Europa elektrifiziert sich – aber ohne einheitliches Tempo

Sebastian Henßler  —  

Westeuropas E-Auto-Markt wächst um 29 Prozent. Hinter dem Plus stehen Förderungen, Steuervorteile und Regulierung – mit Unterschieden in der Wirksamkeit.

Bis zu 14.500 Euro Rabatt auf Nissan Stromer

Bis zu 14.500 Euro Rabatt auf Nissan Stromer

Sebastian Henßler  —  

Staatliche Förderung von bis zu 6000 Euro trifft auf Herstellerbonus: Nissan senkt die Einstiegspreise für seine E-Autos spürbar und erweitert den Käuferkreis.

E-Auto-Produktion in Deutschland erreicht neues Rekordniveau

E-Auto-Produktion in Deutschland erreicht neues Rekordniveau

Michael Neißendorfer  —  

Die Produktion von Elektroautos und Plug-in-Hybriden erreicht einen neuen Bestwert: Vier von zehn in Deutschland montierten Pkw sind E-Fahrzeuge.

Umfrage: Akzeptanz für E-Lkw steigt, Wasserstoff wird unattraktiver

Michael Neißendorfer  —  

Die Logistikbranche sieht die Zukunft bei E-Lkw, das Interesse an Wasserstoff hat deutlich nachgelassen. Wichtig für den Hochlauf: Wissensdefizite abbauen.

Europa wird Schlüsselmarkt für Hyundais Elektro-Offensive

Europa wird Schlüsselmarkt für Hyundais Elektro-Offensive

Stefan Grundhoff  —  

Mit 24 Prozent mehr E-Autos und 18 Prozent Elektroanteil baut Hyundai seine Position in Europa aus. Die Modellstrategie rückt näher an Toyota und VW heran.

V2G ab sofort für BMW iX3 bestellbar

V2G ab sofort für BMW iX3 bestellbar

Michael Neißendorfer  —  

Angekündigt hatte BMW es bereits, nun ist es Bestellbar: Das Paket für V2G inklusive Wallbox und Stromtarif. Wer schnell bestellt, bekommt 700 Euro Bonus.

Stellantis: Probleme in Batteriefabrik verzögern E-Auto-Modelle

Stellantis: Probleme in Batteriefabrik verzögern E-Auto-Modelle

Laura Horst  —  

Bei Stellantis kommt es zu Verzögerungen in der E-Auto-Montage, weil der Batteriehersteller ACC weitaus weniger Batterien pro Monat liefern kann als geplant.