Nio plant offenbar künftig auch mit klassischen Händlern

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Daniel Krenzer
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Der chinesische Elektroauto-Hersteller Nio tut sich mit dem Verkauf seiner schicken Modelle bislang in Europa und speziell auch in Deutschland schwerer, als selbst erhofft. Nun denkt Nio offenbar über eine Abkehr vom reinen Direktvertrieb hin zu einem stationären Handel mithilfe von Vertriebspartnern nach – zumindest für die Submarke Firefly, die künftig verstärkt in Europa Fuß fassen soll und vor allem kleinere Elektroautos anbieten wird. Wie das Manager Magazin berichtet, dürfte sich die Suche nach einem Vertriebspartner jedoch schwierig gestalten.

Auch für die Submarke Onvo könnte dies ein Modell sein. Die Kernmarke Nio soll jedoch offenbar weiterhin erst einmal nur direkt vertrieben werden. Doch obwohl die Elektroautos in den Tests weitestgehend überzeugen, sind sie auf Deutschlands Straßen weiterhin Exoten. Von den chinesischen Marken kann sich bislang einzig MG Motor einigermaßen auf dem deutschen Markt behaupten – und hier wird ein Vertriebsnetz aus Partnerhändlern genutzt, die zusätzlich zu den bislang angebotenen Marken auch MG mit ins Angebot aufnehmen.

Hintergrund ist, dass solche Partnerschaften zuletzt von wenig Erfolg gekrönt waren. Das Manager Magazin erinnert dabei unter anderem an BYD, das sich vor einiger Zeit von seinem Vertriebspartner Hedin mangels Erfolg wieder trennte. Und auch der Vertrieb der Elektroautos von Great Wall, wozu unter anderem Ora gehört, sei sehr schleppend – vor allem, nachdem die Chinesen ihre Geschäftsstelle in München komplett aufgegeben hatten und das Geschäft seitdem versuchen, von China aus zu steuern.

Eigenes Werk in Europa mit Hybriden?

Doch die chinesischen Hersteller wie Nio stehen unter Druck. Zum einen nehmen die EU-Strafzölle Spielraum bei der Preisgestaltung, zum anderen geht man gemeinhin davon aus, dass Elektroautos anderer Hersteller künftig deutlich günstiger werden dürften. Hintergrund sind die ab 2025 geltenden strengeren CO2-Flottengrenzwerte, die Hersteller mit Verbrennern im Portfolio dazu zwingt, den Anteil der verkauften Elektroautos mitunter deutlich zu erhöhen. Wenn also die Konkurrenz-Modelle günstiger werden, dürfte der ohnehin schwierige europäische Markt für die chinesischen Hersteller nicht leichter werden.

Ein Weg könnte es auch für Nio sein, künftig in Europa ein Werk zu betreiben, um Strafzölle zu umgehen. So wie dies wiederum BYD in Ungarn tut. Angeblich hatte sich eine Nio-Delegation auch für die Übernahme des Audi-Werkes in Brüssel interessiert, dies kam aber nicht zustande. Das Manager Magazin bringt als Option eine Ergänzung der Modellpalette durch Hybridautos ins Spiel, wie es bereits zuletzt kolportiert worden war. Damit könnte die Gesamtproduktionsmenge vielleicht für ein eigenes europäisches Werk ausreichen, so die Überlegung dahinter.

Quelle: Manager Magazin – Nio krempelt Expansionsstrategie nach dem Fehlstart radikal um

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Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

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