Nio dementiert Interesse am Audi-Werk in Brüssel

Nio dementiert Interesse am Audi-Werk in Brüssel
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Daniel Krenzer
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Die Meldung hatte am Donnerstag für Wirbel gesorgt: Laut belgischen Medienberichten hatte eine Delegation des chinesischen Autoherstellers Nio das unter Umständen zum Verkauf stehende Audi-Werk in Brüssel besucht. Wie CnEVpost berichtet hatte, könnte Nio das Werk übernehmen, um EU-Strafzölle mit einem europäischen Werk zu umgehen. Nun hat Nio diese Spekulationen aber deutlich und umgehend zurückgewiesen, wie abermals das Fachportal für chinesische Elektroauto-Hersteller schreibt.

„Nio hat keine Pläne, das Audi-Werk zu übernehmen, und das Unternehmen ist vorsichtig bei Investitionen in Sachanlagen, mit Ausnahme von Batteriewechselstationen“, schrieb demnach der Geschäftsführer William Li in einer Pressemitteilung. Ferner führte er aus: „Wie könnte sich Nio eine Fabrik leisten, die sich Audi nicht leisten kann? (Die Gerüchte) sind unbegründet.“ Dass Nio an einem Übernahmeangebot arbeite, hatte zuvor die belgische Zeitung De Tijd berichtet.

Die Zukunft des Audi-Werks in Brüssel, in dem das nicht sonderlich erfolgreiche Elektro-SUV Q8 e-tron produziert wird, steht an einem Scheideweg. Vor wenigen Tagen war nach einer Produktionspause der Neustart des Werkes an Protesten der Mitarbeiter gescheitert, offenbar wurden dabei auch Schlüssel von fertiggestellten Elektroautos unterschlagen. Audi setzt zwar auf Gespräche mit den Beschäftigten und den Sozialpartnern, um eine Lösung zu finden. Doch eine Schließung des Standortes wird immer wahrscheinlicher, da nach dem Auslaufen des Q8 im kommenden Jahr weiterhin kein Nachfolgemodell eingeplant wird.

Für Nio wäre ein Werk auf europäischem Boden eigentlich attraktiv, um die derzeit noch vorläufigen Strafzölle der Europäischen Union für in China gefertigte Elektroautos zu umgehen. Nio ist dabei aktuell von einem Strafzoll von 20,8 Prozent betroffen, zusätzlich zu den 10 Prozent des regulären Importzolls. Aktuell produziert Nio seine Elektroautos ausschließlich in zwei Werken in der chinesischen Heimat.

Seit einiger Zeit vertreibt der Hersteller auch in Deutschland seine Modelle und baut sein Netz an Batterie-Wechselstationen aus, in denen binnen fünf Minuten ein neuer und voller Akku ins Auto eingebaut werden kann. Bislang verläuft die Expansion von Nio auf die europäischen Märkte aber schleppender als erhofft. Aus diesem Grund gab es nach Bekanntwerden des vermeintlichen Interesses am Audi-Werk auch viele verwunderte Stimmen, wie die Chinesen sich das in der aktuellen Situation leisten können sollen. In diese Kerbe schlägt nun auch der Hersteller selbst. Auch andere chinesische Hersteller forcieren es aktuell, zukünftig mehr Elektroautos in Europa selbst herzustellen.

Quelle: CnEVpost – Nio denies it has plans to take over Audi Brussels car plant

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Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

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