CO2-Flottengrenzwerte und Umstieg auf E-Mobilität entscheidend für EU-Klimaziel

CO2-Flottengrenzwerte und Umstieg auf E-Mobilität entscheidend für EU-Klimaziel
Copyright ©

Shutterstock / 603997007 (Symbolbild)

Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 3 min

Eine neue Analyse der Umweltorganisation Transport & Environment (T&E; englisch, verlinkt als PDF) zeigt, dass die CO2-Flottengrenzwerte der EU für Pkw sowie das Verbrenner-Aus ab 2035 die wichtigsten Maßnahmen zur Emissionsreduzierung sind, wenn die EU ihr Klimaziel für 2040 erreichen will. Laut T&E muss die Europäische Kommission zudem ihre 2040-Strategie für die verbleibenden Verbrenner auf unseren Straßen anpassen. Dafür sollte sie Abwrackprämien und E-Retrofits berücksichtigen – statt für den Straßenverkehr auf teure und ineffiziente E-Fuels zu setzen.

Die EU-Kommission sieht vor, die Gesamtemissionen der EU bis 2040 um 90 Prozent im Vergleich zu 1990 zu senken. Der Fahrplan zur Dekarbonisierung von T&E zeigt auf, wie die Emissionen der EU-Pkw-Flotte bis 2040 um 86 Prozent im Vergleich zu 2015 reduziert werden können:

  • Die 2023 vereinbarten CO2-Flottengrenzwerte für Pkw werden die Emissionen der Fahrzeugflotte im Jahr 2040 um 57 Prozent gegenüber 2015 senken;
  • Die Vermeidung von steigendem Pkw-Verkehr – durch einen konsequenten Stopp des Straßenneubaus, die Verlagerung auf öffentliche Verkehrsmittel und die Erhöhung der Kraftstoffpreise – würde zu Einsparungen von 14 Prozent führen;
  • Durch die Verschrottung alter Verbrenner und den Umstieg auf E-Autos und öffentliche Verkehrsmittel würden 7 Prozent eingespart;
  • Eine schnellere Elektrifizierung der Firmenwagenflotten spare 5 Prozent;
  • Die Umrüstung von Pkw mit Verbrennungsmotor auf batteriebetriebene Elektroautos (sog.: E-Retrofits) sollen Einsparungen von 4 Prozent bringen.

Das Verbrenner-Aus ist die wichtigste Einzelmaßnahme, um die EU-Klimaziele für 2040 zu erreichen“, sagt Friederike Piper, Referentin für E-Mobilität bei T&E Deutschland. Letztlich allerdings werde keine Maßnahme für sich allein ausreichen: „Um die Emissionen der europäischen Fahrzeugflotte zu senken, müssen wir Firmenwagen schneller elektrifizieren, alte Benzin- und Dieselfahrzeuge verschrotten und zusätzlichen Straßenverkehr vermeiden.

Europa-CO2-Verkehr-Klimaziel
Transport & Environment

Alternative Kraftstoffe wie E-Fuels bringen mehrere Nachteile mit sich und sind dem Bericht zufolge auch keine Lösung, um die CO2-Emissionen des bestehenden Fahrzeugbestands zu verringern. Der Analyse zufolge ist der Betrieb von Autos mit E-Fuels zudem die teuerste Option. E-Fuels haben außerdem die höchsten CO2-Lebenszyklusemissionen der untersuchten Maßnahmen, verschmutzen weiterhin die Luft bei ihrer Verbrennung mit gesundheitsschädlichen Schadstoffen und verursachen aufgrund der Verbrennungsmotoren weiterhin vermeidbaren Lärm auf den Straßen – allein in Deutschland sind davon 16 Millionen Menschen in gesundheitsschädlichem Ausmaß betroffen.

T&E zufolge sollte statt verbrennungsbasierten Lösungen, die Mobilität für die breite Bevölkerung unerschwinglich machen würden, der Schwerpunkt auf der Bereitstellung sauberer Lösungen für alle liegen, einschließlich derer, die auch zukünftig ein Auto benötigen.

Quelle: T&E – Pressemitteilung vom 13.03.2024

worthy pixel img
Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Analysen

Elektroautos erreichen zunehmend das Preisniveau der Verbrenner

Elektroautos erreichen zunehmend das Preisniveau der Verbrenner

Daniel Krenzer  —  

E-Autos sind deutlich teurer als Verbrenner? Das ist inzwischen längst nicht mehr die Regel. Oft ist es sogar andersherum.

Deutsche Pkw-Produktion 2025: Elektroautos auf Rekordkurs

Deutsche Pkw-Produktion 2025: Elektroautos auf Rekordkurs

Daniel Krenzer  —  

Die Pkw-Produktion in Deutschland bewegte sich 2025 auf einem stabilen Niveau, der Anteil an E-Autos wuchs jedoch deutlich an.

Globaler E-Auto-Absatz dürfte 2026 langsamer wachsen

Globaler E-Auto-Absatz dürfte 2026 langsamer wachsen

Tobias Stahl  —  

Auch 2026 dürften die weltweiten Verkaufszahlen von Elektroautos weiter steigen – allerdings merklich langsamer als noch im vergangenen Jahr.

KBA-Jahresbilanz 2025: E-Mobilität weiter auf Wachstumskurs

KBA-Jahresbilanz 2025: E-Mobilität weiter auf Wachstumskurs

Michael Neißendorfer  —  

Elektroautos erreichten im Dezember einen Marktanteil von 22,2 Prozent – und lagen damit bereits im dritten Monat in Folge über der 20-Prozent-Marke.

EY-Prognose: Der stille Preis des E-Auto-Booms

EY-Prognose: Der stille Preis des E-Auto-Booms

Sebastian Henßler  —  

Der E-Auto-Markt wächst, die Begeisterung sinkt. Laut EY tragen Kaufprämien und Steuererleichterungen den Boom. Ohne Förderung fehle die Nachfrage.

Stromerzeugung 2025: Wind und Solar erstmals als Doppelspitze

Stromerzeugung 2025: Wind und Solar erstmals als Doppelspitze

Michael Neißendorfer  —  

Der stärkste Nettostromerzeuger war 2025 die Windkraft, gefolgt von der Photovoltaik, die erstmals die Braunkohle überholte.

Verbrenner deutlich teurer, E-Autos moderat: ADAC rechnet Autokosten vor

Verbrenner deutlich teurer, E-Autos moderat: ADAC rechnet Autokosten vor

Michael Neißendorfer  —  

Eine aktuelle Untersuchung des ADAC zeigt, dass die Pkw-Kosten für in den vergangenen fünf Jahren stark angestiegen sind. Vor allem bei Verbrennern.