Zwei große E-SUV sollen Nio neuen Schwung verleihen

Zwei große E-SUV sollen Nio neuen Schwung verleihen
Copyright:

Kittyfly / Shutterstock.com

Daniel Krenzer
Daniel Krenzer
  —  Lesedauer 3 min

Der chinesische Elektroauto-Hersteller Nio will seine beiden üppigen E-SUV-Modelle Nio ES9 und Onvo L80 möglichst reibungslos auf den Markt bringen, um damit den aktuellen Herausforderungen zu begegnen. Wie CnEVpost berichtet, erwartet Nio-Geschäftsführer und -Gründer William Li, dass die Auslieferungszahlen Nios im Mai und Juni voraussichtlich stetig wachsen werden. Zudem räumte er ein, dass auch Nio – wie die gesamte Branche – im zweiten Quartal des Jahres unter enormen Erfolgsdruck stünden. Mit diesen beiden Modellen will Nio demnach aber die schwierigen Fahrwasser gut durchschiffen.

Im ersten Quartal des Jahres hatte Nio die Zahl der ausgelieferten Neufahrzeuge weltweit auf rund 83.500 erhöht und somit im Vorjahresvergleich nahezu verdoppelt. Im letzten Quartal des vergangenen Jahres hatte der Hersteller erstmals einen Gewinn verbuchen können. „Da höherpreisige Modelle einen größeren Anteil am Absatzmix ausmachten, werde das Umsatzwachstum des Unternehmens im ersten Quartal das Auslieferungswachstum voraussichtlich deutlich übertreffen“, wird Li unter Berufung auf lokale Medien zitiert.

Marktpositionierung soll verbessert werden

Im April sei bereits jetzt für die gesamten Automobilabsatz über alle Antriebsarten hinweg in China eine sinkende Tendenz ablesbar, vor der auch Nio nicht verschont bliebe. Der Effekt der beiden neuen Elektroautos soll diese Delle in Nios Absatzbilanz aber schnell wieder glätten. Beim ES9 sei bereits abzulesen, dass deutlich mehr Käufer neu zur Marke wechseln, als das noch bei anderen Modellen der Fall gewesen sei. Vom Onvo L80 erwartet Li hingegen nichts Geringeres als einen „revolutionären Effekt auf dem Markt für große Fünfsitzer-SUV“.

In diesem Jahr soll erstmals über alle vier Quartale hinweg insgesamt ein Gewinn erwirtschaftet werden. Li forderte dem Bericht zufolge seine Mitarbeiter dazu auf, im zweiten Quartal nicht nachzulassen. Zudem betonte er die Notwendigkeit, „die Produktabläufe zu optimieren und die Genauigkeit der Nachfrageprognosen zu verbessern“. Wenn die Einführung der beiden Modelle gelinge, könnte Nio für das restliche Jahr von einer deutlich besseren Marktpositionierung profitieren.

Zwei neue große SUV

Der Nio ES9 ist das neue Flaggschiff-SUV des Herstellers und positioniert sich klar im oberen Luxussegment. Das mehr als 5,3 Meter lange Elektro-SUV bietet je nach Konfiguration sechs oder sieben Sitzplätze und setzt auf eine leistungsstarke Dual-Motor-Allradplattform mit rund 700 PS Systemleistung. Eine rund 102-kWh-Batterie ermöglicht bis zu etwa 600 bis 620 Kilometer Reichweite (CLTC), während die 900-Volt-Architektur sehr schnelles Laden sowie den markentypischen Batteriewechsel unterstützt. Technologisch hebt sich der ES9 durch ein umfangreiches Sensor-Setup inklusive Lidar, ein hochmodernes Interieur mit großflächigen Displays sowie ein aktives Fahrwerk hervor.

Der Onvo L80 hingegen gehört zur neuen, eher volumenorientierten Marke Onvo von Nio und zielt auf ein deutlich breiteres Publikum ab. Beim L80 handelt es sich um ein ebenfalls mit mehr als fünf Metern Länge sehr großes, aber auf fünf Sitzplätze ausgelegtes SUV, das als einfachere und vermutlich günstigere Variante oberhalb klassischer Familienfahrzeuge positioniert ist. Technisch basiert das Modell eng auf dem noch größeren Onvo L90 und dürfte ebenfalls moderne Elektroarchitektur inklusive Batteriewechsel-Funktion bieten. Inhaltlich richtet sich der L80 stärker an Familienkunden und den Massenmarkt, mit Fokus auf Alltagstauglichkeit, Platzangebot und Effizienz statt maximalem Luxus – ein bewusster Kontrast zum deutlich exklusiveren ES9.

Quelle: CnEVpost – Nio CEO sees Q2 pressure, bets on ES9 and L80 to drive growth

worthy pixel img

Dir gefällt Elektroauto-News?

Mache uns zu deiner bevorzugten Quelle bei Google. Dadurch werden dir unsere neuesten Artikel und Testberichte in deiner Google-Suche häufiger angezeigt.

Google Preferred Badge - Elektroauto-News
Kostenlos & jederzeit in deinen Google-Einstellungen änderbar.
Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in China Elektroauto

Chinesische Autohersteller bekommen Vorschriften für Expansionen

Chinesische Autohersteller bekommen Vorschriften für Expansionen

Maria Glaser  —  

Die chinesischen Aufsichtsbehörden legen in den Richtlinien fest, wie sich die Autohersteller bei Export und Expansionen zu verhalten haben.

VW, BMW und Mercedes verpassen Boom in Wachstumsmärkten

VW, BMW und Mercedes verpassen Boom in Wachstumsmärkten

Arun Niemann  —  

Indien, Südostasien und Südamerika wachsen stark. Doch deutsche Autobauer profitieren davon bislang deutlich weniger als internationale Konkurrenten.

Tesla-Rückruf in China: 2,98 Millionen E-Autos betroffen

Tesla-Rückruf in China: 2,98 Millionen E-Autos betroffen

Sebastian Henßler  —  

Tesla ist mit knapp 2,98 Millionen Autos der Modelle Model 3, Model Y, Model S und Model X der mit Abstand größte Teil der Rückrufaktion in China.

Warum Changan beim Deutschland-Start bewusst bremst

Warum Changan beim Deutschland-Start bewusst bremst

Sebastian Henßler  —  

Changan ist in China der fünftgrößte Automobilhersteller, in Deutschland aber kaum bekannt. Designchef Zyciora spricht über die Folgen für den Markteintritt.

Unlautere Geschäfte: Dreame stellt Automobilsparte ein

Unlautere Geschäfte: Dreame stellt Automobilsparte ein

Maria Glaser  —  

Der chinesische Hersteller, der für Staubsauger und Reinigungsroboter bekannt ist, beendet nach nur einem Jahr sein Automobilprojekt „Starry Sky“.

Batterie-Abhängigkeit von China kostet Europas Autoindustrie Milliarden

Batterie-Abhängigkeit von China kostet Europas Autoindustrie Milliarden

Arun Niemann  —  

Eine Deloitte-Studie sieht bis 2030 bis zu 150 Milliarden Euro Wertschöpfung in Gefahr. Vor allem Batteriezellen und Vorprodukte bleiben Europas Schwachstelle.

Analysten: Eine Million chinesische Autos Made in EU bis 2030

Analysten: Eine Million chinesische Autos Made in EU bis 2030

Laura Horst  —  

Die Produktionsvorhaben chinesischer Hersteller in Europa schreiten voran und Analysten rechnen bis 2035 mit 1,5 Millionen Autos „Made in Europe“.