Milliardendeal für Akkuhersteller: Hyundai sucht Batterielieferanten für Ioniq 7

Milliardendeal für Akkuhersteller: Hyundai sucht Batterielieferanten für Ioniq 7
Copyright:

shutterstock / Lizenzfreie Stockfoto-Nummer: 1425877793

Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 3 min

Für die ersten Tage des neuen Jahres 2021 wird auf dem südkoreanischen Markt für Elektroautobatterien ein Showdown erwartet, da der Autohersteller Hyundai einen neuen Batterielieferanten für das neue Elektroauto Ioniq 7 auswählen möchte, welcher auf der neuen E-Auto-Plattform E-GMP (Electric-Global Modular Platform) basiert. Der Gewinner wird Medienberichten zufolge mit Hyundai einen Vertrag im Wert von geschätzt gut 9,2 Milliarden US-Dollar unterzeichnen, was umgerechnet etwa 7,5 Milliarden Euro entspricht.

Als Favoriten gelten die drei größten südkoreanischen Hersteller LG Energy Solution, SK Innovation und Samsung SDI. Auch einige chinesische Batteriehersteller wie CATL und AESC sollen an der Ausschreibung teilnehmen. Der Ioniq 7, ein großer, für 2024 geplanter SUV, ist bereits das dritte Elektroauto der Hyundai Motor Company, das auf E-GMP basiert. Branchenexperten gehen davon aus, dass der Wettbewerb zwischen den fünf Unternehmen intensiver sein wird als in der Vergangenheit. SK Innovation (für den Ioniq 5, ein für 2021 geplanter Crossover) und LG Energy Solution (für die Sportlimousine Ioniq 6, die 2022 debütieren soll) haben sich bereits zwei attraktive Lieferabkommen gesichert. Samsung SDI sei sehr aktiv im aktuellen Bieterverfahren, um für sich nun die Versorgung des Ioniq 7 zu gewinnen.

Die drei südkoreanischen Unternehmen sollen versuchen, Hyundai mit ihren Batterien mit erhöhtem Nickelgehalt für sich zu gewinnen. Berichten zufolge nimmt SK Innovation mit seinen NCM9½½-Batterien (90 Prozent Nickel, 5 Prozent Kobalt, 5 Prozent Mangan) am Ausschreibungsverfahren teil. Für den Ioniq 5 liefert SK Innovation Batterien des Typs NCM811 (80 Prozent Nickel, 10 Prozent Kobalt, 10 Prozent Mangan).

Berichten zufolge nimmt LG Energy Solution mit seinen NCMA-Batterien (Nickel, Kobalt, Mangan, Aluminium) mit 90 Prozent Nickelgehalt an der Ausschreibung teil. Bei seiner NCMA-Batterie habe LG den Nickelgehalt auf 90 Prozent erhöht und den Kobaltgehalt auf unter 5 Prozent gesenkt. Der Wettbewerbsvorteil dieser Batterie beruhe auf der Tatsache, dass sie nicht viel Kobalt benötigt und Aluminium verwendet, das viel billiger als Kobalt und damit günstiger ist als andere Batterien, die mehr Kobalt benötigen.

Samsung SDI beteilige sich mit seinen NCA-Batterien (Nickel, Kobalt, Aluminium) mit dem höchsten Nickelgehalt der drei Unternehmen an der Ausschreibung, heißt es weiter. Zwar ist der genaue Nickelgehalt nicht bekannt, Insider gehen aber davon aus, dass die Batterien einen Nickelgehalt von 91 Prozent haben. Während die NCA-Batterien von Samsung momentan noch hauptsächlich für IT-Geräte verwendet werden, möchte das Unternehmen sie nun, da sie im Kleinen ihre Zuverlässigkeit bewiesen haben, auch an Hersteller von Elektroautos liefern.

Es gilt als wahrscheinlich, dass die beiden chinesischen Hersteller CATL und AESC mit NCM811-Batterien am Ausschreibungsverfahren teilnehmen. Diese seien zwar billiger als die Produkte der drei südkoreanischen Unternehmen. Dennoch gilt es als wahrscheinlich, dass Hyundai mit einem der drei südkoreanischen Hersteller zusammenarbeiten und auf teurere Batterien setzen wird, da der Ioniq 7 das Flaggschiff der Ioniq-Serie werden soll.

Quelle: Korea IT News – LG Energy Solution, SK Innovation, and Samsung SDI Looking to Win over Hyundai Motor Company to Be Its Electric Vehicle Battery Supplier for Ioniq 7

Worthy not set for this post

Dir gefällt Elektroauto-News?

Mache uns zu deiner bevorzugten Quelle bei Google. Dadurch werden dir unsere neuesten Artikel und Testberichte in deiner Google-Suche häufiger angezeigt.

Kostenlos & jederzeit in deinen Google-Einstellungen änderbar.
Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Automobilindustrie

Obrist pleite: Aus für HyperHybrid und Methanol-Pläne

Obrist pleite: Aus für HyperHybrid und Methanol-Pläne

Sebastian Henßler  —  

Ein Tesla mit Methanol-Motor und 1000 Kilometern Reichweite war das Aushängeschild. Nun sind Obrist Powertrain und Obrist Technologies im Konkurs.

Afrikanische Union will stärker auf E-Autos setzen

Afrikanische Union will stärker auf E-Autos setzen

Michael Neißendorfer  —  

Die Afrikanische Union hat große Pläne für den Ausbau der Elektromobilität – als Chance für nachhaltige Wirtschaftsentwicklung. Auch für Europa.

Upgrade statt Neukauf: So soll das E-Auto 50 Jahre fahren

Upgrade statt Neukauf: So soll das E-Auto 50 Jahre fahren

Sebastian Henßler  —  

Prof. Dr. Günther Schuh denkt das E-Auto neu: Das Chassis hält 50 Jahre, während Design, Technik und Batterie in festen Abständen erneuert werden.

Europas Automobilregionen fordern klaren Fokus auf E-Autos

Europas Automobilregionen fordern klaren Fokus auf E-Autos

Michael Neißendorfer  —  

Die Automobilregionen der EU fordern gezieltere Investitionen zur Unterstützung des Übergangs zu Elektroautos und eine klare Richtung.

LFP-Akkus: China hält mehr als die Hälfte der Patente

LFP-Akkus: China hält mehr als die Hälfte der Patente

Sebastian Henßler  —  

Mehr als die Hälfte aller LFP-Patente stammt aus China. Europa kommt 2024 auf knapp sieben Prozent, obwohl die Grundlagen in den USA und Kanada entstanden.

Neue OECD-Studie: Autojobs verlagern sich nach Mittel- und Osteuropa

Neue OECD-Studie: Autojobs verlagern sich nach Mittel- und Osteuropa

Arun Niemann  —  

Eine neue OECD-Studie zeigt, wie Elektrifizierung, Digitalisierung und die Konkurrenz aus China Europas Autojobs verändern.

Wo Europas Autoindustrie 3 Milliarden Euro liegen lässt

Wo Europas Autoindustrie 3 Milliarden Euro liegen lässt

Michael Neißendorfer  —  

Die Krise von Europas Automobilindustrie ist nicht nur eine Folge schwacher Nachfrage, chinesischer Konkurrenz oder des Übergangs zur Elektromobilität.