Mercedes-Benz hat in dieser Woche den Serienanlauf des neuen VLE im Werk Vitoria offiziell eingeläutet. Bei einem feierlichen Event am Standort im spanischen Baskenland waren neben Vorstandsvorsitzendem Ola Källenius und Thomas Klein, dem Leiter von Mercedes-Benz Vans, auch der spanische Industrie- und Tourismusminister Jordi Hereu sowie der baskische Ministerpräsident Imanol Pradales anwesend. Die Präsenz politischer Vertreter unterstreicht die wirtschaftliche Bedeutung, die der Standort für die Region hat.
Der VLE ist das erste Fahrzeug auf Basis einer neuen, modularen und skalierbaren Van-Architektur, die künftig das gesamte Portfolio von Mercedes-Benz Vans technologisch unterlegen soll. Vitoria ist damit der erste Standort im globalen Produktionsnetzwerk des Stuttgarter Konzerns, an dem der VLE vom Band läuft. Ende 2025 soll das Werk Fuzhou in China folgen, das den VLE für den chinesischen Markt produzieren wird. In Deutschland ist dieser ab 82.260 Euro erhältlich.
Mercedes VLE: Limousine trifft Raumkonzept eines MPV
Das Fahrzeug war im März erstmals öffentlich vorgestellt worden. Mercedes-Benz positioniert den VLE als sogenannte Grand Limousine, die Fahrkomfort und Dynamik einer Limousine mit den Platzverhältnissen eines Großraumfahrzeugs kombinieren soll. Mit bis zu acht Sitzplätzen und einer WLTP-Reichweite von über 700 Kilometern richtet sich der VLE an Familien ebenso wie an gewerbliche Anwendungsfelder wie Shuttledienste.

Die Ladetechnik basiert auf 800-Volt-Architektur und ermöglicht laut Hersteller ultraschnelles Laden. Der Energieverbrauch wird mit 18,4 bis 20,7 kWh pro 100 Kilometer (kombiniert, vorläufige Werte) angegeben. Gesteuert werden sämtliche Fahrzeugfunktionen über das neue Mercedes-Benz Operating System MB.OS, das Assistenzsysteme, Infotainment und Fahrleistungen in einer Plattform zusammenführt.
Källenius hob bei der Veranstaltung hervor, dass der VLE in vergleichsweise kurzer Entwicklungszeit entstanden sei: „Wir haben den VLE in kürzester Zeit entwickelt. Das war möglich durch einen digitalen Entwicklungsansatz, unser starkes, crossfunktionales, internationales Team und das Werk in Vitoria, das den Mercedes-Anspruch auf die Straße bringt.“
Transformation bei laufendem Betrieb
Das Werk Vitoria beschäftigt rund 5000 Mitarbeitende und hat die Umrüstung für den VLE parallel zur laufenden Produktion bestehender Modelle wie V-Klasse, Vito und eVito vollzogen. Investiert wurde in neue Rohbau-, Lackier- und Montagebereiche sowie in IT- und Logistikinfrastruktur. Mehr als 160 Trainingsprogramme sollten die Belegschaft auf die neuen Technologien und Prozesse vorbereiten. Werkleiter Bernd Krottmayer bezeichnete die Transformation als Ergebnis des täglichen Engagements der Mitarbeitenden.

Neben dem VLE sollen perspektivisch weitere Modelle auf Basis der neuen Architektur in Vitoria gefertigt werden. Der Standort übernimmt damit eine Schlüsselrolle im Van-Produktionsnetzwerk des Unternehmens. Auch in der Nachhaltigkeitsausrichtung spielt Vitoria eine Vorreiterrolle innerhalb des Konzerns. Das Werk arbeitet nach eigenen Angaben seit 2022 bilanziell CO₂-neutral, unter Einsatz von Strom aus erneuerbaren Quellen, Geothermie sowie Abwärmenutzung aus Karosseriebau und Lackiererei.
Alle Neubauten entsprechen dem Zero-Emission-Building-Standard. Im Herbst 2026 soll eine weitgehend elektrisch betriebene Lackiererei den Betrieb aufnehmen, die vollständig auf fossile Energieträger verzichtet und ihren gesamten Energiebedarf aus erneuerbaren Quellen deckt.
Quelle: Mercedes-Benz – Pressemitteilung









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