Mercedes VLE und VLS: Der neue Van-Maßstab

Mercedes VLE und VLS: Der neue Van-Maßstab
Copyright:

Mercedes-Benz

Stefan Grundhoff
Stefan Grundhoff
  —  Lesedauer 4 min

Jahrzehntelang gab es bei Vans in Europa nur eine Messgröße: den VW Transporter. Von vielen noch immer liebevoll Bulli genannt, deckte dieser in Sachen Alltagsnutzen vom Lastesel bis zum allradgetriebenen Edelvan alles ab. Doch bereits mit der vergangenen Version der V-Klasse schockte Mercedes die Hannoveraner. Der neue VLE und sein edler Bruder VLS definieren das Segment jedoch gerade auch in Richtung China völlig neu.

Auch das Vangeschäft wird längst in Asien und speziell auf dem chinesischen Markt entschieden. Hier sind die Personentransporter von Marken wie Toyota, Lexus oder Li Auto längst eine Alternative zu Luxuslimousinen wie der Mercedes S-Klasse geworden. Kein Wunder, dass lokale Nachrüstfirmen die aktuelle V-Klasse seit Jahren zu inoffiziellen Maybach-Versionen mit Luxusausstattungen und Status-Grill umfunktionieren. Mercedes selbst schaute als Zuschauer in die Röhre und verdiente an den Edelumbauten keinen Cent.

Doch diese Zeiten dürften bald vorbei sein, denn die neue Generation der V-Klasse bekommt mit der Bezeichnung VLE und VLS nicht nur einen neuen Namen, sondern hebt das gesamte Segment auf ein völlig neues Niveau. Dabei gibt es nicht allein edle Personentransporter bis zum Luxusvan auf Privatjetniveau, sondern auf gleicher Plattform eine neue Generation von Nutzfahrzeugen. Beim Antrieb hat der Kunde – egal ob privat oder gewerblich – die freie Auswahl zwischen Elektro oder Verbrenner.

Mercedes-Benz

Der Mercedes VLE / VLS startet auf der neuen Plattform Van.ea zunächst als Elektroversion; somit bleibt die V-Klasse zunächst im Programm, bis der VLE im kommenden Jahr auch als Verbrenner nachgelegt wird, der auf der Van.ca-Basis rollt. Beide Modelle sollen das Fahrverhalten eines Crossovers mit Vielseitigkeit sowie Raumangebot eines Vans verbinden. Mitte des Jahres wird das Van-Doppelpack beginnend mit dem VLE auf die Märkte rollen und die neue Elektroplattform mit technischen Finessen wie 800-Volt-Technik, über 700 Kilometer Reichweite und Allradlenkung schrittweise einführen.

„Der Beginn einer neuen Ära bei Mercedes-Benz“

Das Design des V-Klasse-Nachfolgers ist nicht wiederzuerkennen. Gefällige Formen, Status-Grill und große Räder zwischen 19 und 22 Zoll – so präsentiert sich eher eine Luxuslimousine oder ein Grand Tourer. „Der neue VLE markiert den Beginn einer neuen Ära bei Mercedes-Benz. Er hebt alles, was unsere Kunden kennen und schätzen, auf ein neues Niveau“, sagt Thomas Klein, Leiter von Mercedes Vans, „die Kombination aus der Vielseitigkeit eines MPV, dem Fahrkomfort einer Limousine und einem immersiven Raumerlebnis macht ihn absolut einzigartig im Segment der Fahrzeuge mit bis zu acht Sitzplätzen.” Für entsprechenden Komfort sorgen unter anderem eine variable Luftfederung sowie eine mitlenkende Hinterachse.

Mercedes-Benz

Zum Marktstart im Sommer rollt zunächst der Mercedes VLE 300 auf den Markt, der von einem 200 kW / 272 PS starken Elektromotor angetrieben wird und mit seinem 115-kWh-Batteriepaket (Nickel-Mangan-Kobalt) Reichweiten von 700 Kilometern bis zum nächsten Ladestopp schaffen soll. Darüber rangiert der allradgetriebene VLE 400 4matic, der 305 kW / 415 PS leistet. Der Normverbrauch liegt zwischen 18,6 und 21 kWh / 100 km. Zu einem späteren Zeitpunkt folgen weitere Motorvarianten – mit einem kleineren 80-kWh-Batteriepaket sowie Verbrennermotoren. Dank 800-Volt-Bordnetz kann der Familienvan – später erhältlich in zwei Radständen – mit bis zu 300 kW nachladen. Spätere Beschleunigungen: längst eingeplant. Mit einem AC-Lader sind bis zu 22 kW drin.

Das Ladevolumen der V-Klasse-Nachfolgers liegt zwischen 795 und über 4000 Litern. Wenn der Platz einmal nicht reichen sollte: VLE und VLS können bis zu 2,5 Tonnen an den Haken nehmen. Im Innenraum gibt es Platz für bis zu acht Personen, die auf Wunsch auch auf klimatisierten Loungesesseln jeden Kilometer genießen können. Bis zu drei Bildschirme zwischen 10 und 14 Zoll Diagonalen sowie ein Head-Up-Display gibt es nicht allein vorn, denn auf Knopfdruck fährt aus dem Dach optional ein riesiger 31-Zoll-Bildschirm heraus, der mit 8K-Auflösung, bis zu 22 Boxen, Splitscreen-Funktion und Kamera für Kinderunterhaltung im Fond sorgt oder Spiele und Videokonferenzen ermöglicht.

Mercedes-Benz

Serienmäßig bietet das Startmodell des Mercedes VLE elektrische Schiebetüren mit herunterfahrbaren Fenstern. Die elektrische Heckklappe – unverändert mit separat zu öffnender Heckscheibe – lässt sich Mercedes jedoch extra bezahlen. Alle Fondfenster verfügen auf Wunsch über elektrische Rollos und auch das Panoramadach kann elektrisch verschattet werden.

Worthy not set for this post

Dir gefällt Elektroauto-News?

Mache uns zu deiner bevorzugten Quelle bei Google. Dadurch werden dir unsere neuesten Artikel und Testberichte in deiner Google-Suche häufiger angezeigt.

Google Preferred Badge - Elektroauto-News
Kostenlos & jederzeit in deinen Google-Einstellungen änderbar.
Stefan Grundhoff

Stefan Grundhoff

Stefan Grundhoff ist seit frühester Kindheit ausgemachter Autofan. Die Begeisterung für den Journalismus kam etwas später, ist mittlerweile aber genau so tief verwurzelt. Nach Jahren des freien Journalismus gründete der Jurist 1994 das Pressebüro press-inform und 1998 die Beratungsfirma press-inform consult.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Mercedes Elektroautos

Mercedes-Benz: China-Schwäche treibt neuen Stellenabbau

Mercedes-Benz: China-Schwäche treibt neuen Stellenabbau

Sebastian Henßler  —  

Mercedes-Benz belebt sein Abfindungsprogramm wieder. Ab Dezember erhalten Beschäftigte in Verwaltung, Entwicklung und Produktionsplanung neue Angebote.

Mercedes erhöht Spardruck: Beschäftigte sollen länger arbeiten

Mercedes erhöht Spardruck: Beschäftigte sollen länger arbeiten

Daniel Krenzer  —  

Mercedes erhöht den Spardruck in Deutschland. Beschäftigte sollen länger arbeiten, zugleich stehen Sonderzahlungen und weitere Einschnitte zur Debatte.

Mercedes-Benz testet Gen4-Feststoffzellen von ProLogium

Mercedes-Benz testet Gen4-Feststoffzellen von ProLogium

Sebastian Henßler  —  

Die Gen4-Zellen von ProLogium sollen hohe Sicherheit, große Energiedichte und schnelles Laden verbinden und werden nun bei Mercedes-Benz getestet.

Mercedes-Manager: Darauf kommt es beim Durchbruch von E-Transportern an

Mercedes-Manager: Darauf kommt es beim Durchbruch von E-Transportern an

Arun Niemann  —  

Für den Durchbruch von E-Transportern im Gewerbe zählen laut Nutzfahrzeug-Chef Thomas Klein vor allem Wirtschaftlichkeit, Depotladen und weniger Bürokratie.

Trotz steigender Gewinne: Mercedes droht mit Schließung zweier deutscher Werke

Trotz steigender Gewinne: Mercedes droht mit Schließung zweier deutscher Werke

Tobias Stahl  —  

Mercedes könnte zwei Standorte in Deutschland schließen, falls die Lohnkosten nicht sinken, drohte Produktionsvorstand Schiebe bei einer Betriebsversammlung.

Mercedes VLE: Allrad-Version und günstigerer Einstieg

Mercedes VLE: Allrad-Version und günstigerer Einstieg

Daniel Krenzer  —  

Mercedes erweitert den elektrischen VLE um den 310 kW starken VLE 400 4Matic und senkt zugleich den Einstiegspreis des VLE 300 auf rund 70.700 Euro.

Elektrotrucker auf Weltreise: 45.000 km durch 30 Länder

Elektrotrucker auf Weltreise: 45.000 km durch 30 Länder

Sebastian Henßler  —  

Für die rund einjährige Reise nutzt Tobias Wagner einen eigens umgebauten eActros 600 mit 621 kWh Batteriekapazität und einer Expeditions-Wohnkabine.