Wie Mercedes-Benz seine Produktion optimieren will

Wie Mercedes-Benz seine Produktion optimieren will
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Mercedes-Benz

Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 5 min

Mercedes-Benz bezeichnet sich als bereit für die umfangreichste Produktoffensive in seiner Geschichte und plant in den kommenden drei Jahren die Produktion von mehr als 40 Fahrzeugen in seinem Netzwerk auf drei Kontinenten. Mit „Next Level Production“ nutzt Mercedes-Benz Digitalisierung und Automatisierung als Schlüsselkompetenzen für die Produktion der Zukunft und richtet damit sein globales Produktionsnetzwerk auf die Fertigung der neuen Modelle flexibler, effizienter und nachhaltiger aus.

Den Auftakt der Produktoffensive machen die Standorte Bremen und Kecskemét in Ungarn mit dem neuen GLC und der künftigen C-Klasse mit EQ Technologie. Der Produktionsstart des GLC, dem ersten Core-Modell auf Basis der MB.EA-Architektur, ist für das erste Quartal 2026 geplant. Die C-Klasse mit EQ Technologie soll im zweiten Quartal starten.

Der neue elektrische GLC wird flexibel auf einer Linie mit dem Mercedes-Benz EQE und dem GLC mit Verbrennungsmotor sowie mit Hybridantrieb produziert. Gemäß der Local-for-Local-Strategie wird zu einem späteren Zeitpunkt die Produktion der Lang-Versionen für den chinesischen Markt im Werk Peking anlaufen.

Die damit verbundenen umfangreichen Neubau- und Umbaumaßnahmen in den Aufbauwerken konnten dem Hersteller zufolge dank der virtuellen Inbetriebnahme durch digitale Zwillinge zügig und kosteneffizient umgesetzt werden, ohne den laufenden Betrieb über längere Zeiträume unterbrechen zu müssen. Dank des weiterentwickelten Produktions-Ökosystems MO360 können die Standorte neue KI-Applikationen anwenden, um die Fahrzeug-Fertigung weiter zu optimieren, während die Produktion von Verbrennungs-, Hybrid- und Elektro-Antrieben auf derselben Linie beibehalten wird.

„Next Level Production hat die Flexibilität, Effizienz und Resilienz des globalen Produktionsnetzwerks signifikant erhöht. Mit dem umfangreichen Umbau unserer Fahrzeugwerke haben wir erfolgreich die Weichen für das künftige Produktionsportfolio im Core- und Top-End-Segment gestellt. Die Werke Bremen und Kecskemét machen hierbei den Anfang. Dass das Werk Bremen mit dem vollelektrischen GLC das erste Core-Modell der neuen Architektur produziert, ist auch ein klares Bekenntnis zum Industriestandort Deutschland“, erklärt Jörg Burzer, Mitglied des Vorstands der Mercedes-Benz Group AG, verantwortlich für Produktion, Qualität und Supply Chain Management.

Produktoffensive beginnt in europäischen Werken

Im Rahmen des Mercedes-Benz Business Plans investierte das Unternehmen mehr als zwei Milliarden Euro in seine europäischen Aufbauwerke. Diese Standorte tragen mit ihrer Fertigungskompetenz und konsequenten Digitalisierung maßgeblich zur erfolgreichen Umsetzung der globalen Produktionsstrategie bei, betont der Hersteller. Nach dem erfolgreichen Hochlauf des elektrischen CLA, dem ersten Modell auf Basis der Mercedes Modular Architecture (MMA), im Werk Rastatt, setzt das Unternehmen nun seine angekündigte Produktoffensive mit Modellen aus dem Core- und Top-End-Segment konsequent fort.

Parallel zum elektrischen Mercedes-Benz GLC in Bremen und der C-Klasse in Kecskemét bereitet sich der Standort Sindelfingen auf die Fertigung der neuen elektrischen Mercedes-AMG Modelle vor, die sich bereits in ihrer Testphase befinden. Bremen und Sindelfingen fungieren dabei weiterhin als Leadwerke für die Modelle des Core- und Top-End-Segments. Damit bekräftigt Mercedes-Benz den Industriestandort Deutschland in seiner Schlüsselrolle innerhalb der globalen Produktionsstrategie.

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Die Produktionskosten sollen zwischen 2024 und 2027 um zehn Prozent sinken, was durch eine Reihe von Maßnahmen erreicht werden soll, darunter durch eine höhere Effizienz in der Produktion und Logistik dank Digitalisierung sowie den Einsatz von Künstlicher Intelligenz und digitalen Zwillingen und die verstärkte Nutzung erneuerbarer Energien. Zudem soll der Low-Cost-Country-Anteil bis 2027 von 15 auf 30 Prozent erhöht werden.

Erhöhte Resilienz in der Wertschöpfung

Die angekündigten Modelle im Core- und Top-End-Segment sollen sukzessive im globalen Produktionsnetzwerk industrialisiert werden. Ermöglicht werde dies durch die vollständige Integration der Werke in das Produktions-Ökosystem MO360 und durch die Vernetzung über die MO360 Data Platform. Zudem seien sie konsequent auf die cloudbasierten Produktionstechnologien von MB.OS ausgerichtet. Der hohe Digitalisierungsgrad und der Einsatz von digitalen Zwillingen bilde die Grundlage für standardisierte, skalierbare und gleichzeitig flexible Produktionsabläufe im gesamten Netzwerk.

Weiterhin plant Mercedes-Benz in den kommenden Jahren innerhalb der Kooperation mit Apptronik einen umfangreichen Einsatz von humanoiden Robotern in der Produktion, speziell in den Intralogistik-Bereichen. Sowohl die MO360-Applikationen als auch MB.OS sollen mit Künstlicher Intelligenz kontinuierlich weiterentwickelt werden. Dieser Ansatz ermögliche eine nahtlose Integration der neuen Modelle in die bestehende Serienproduktion sowie einen stabilen Hochlauf. Die hohe Flexibilität und Anpassungsfähigkeit sollen es zugleich ermöglichen, schnell und effektiv auf neue geopolitische Herausforderungen reagieren zu können.

„Mit MMA hat Mercedes-Benz den ersten Schritt in eine Ära der software-definierten Fahrzeuge gemacht. Mit MB.EA folgt eine noch konsequentere Umsetzung der intelligenten Modularisierung von Technologien innerhalb des gesamten Mercedes-Benz Portfolios. Dies erfordert auch eine höhere Intelligenz und Flexibilität in der Produktion“, so Burzer weiter.

Mercedes-Benz

Die Produktion spielt in der nachhaltigen Unternehmensstrategie von Mercedes-Benz eine wichtige Rolle. Ein Fokus liegt dabei auf der Energieversorgung des Netzwerks: Seit 2022 sind die eigenen Fahrzeugproduktionsstandorte von Mercedes-Benz bilanziell CO₂-neutral, bis 2030 ist vorgesehen, mehr als 70 Prozent des Energiebedarfs in der Produktion durch erneuerbare Energien zu decken. Dies soll unter anderem durch den Ausbau von Solar- und Windenergie an eigenen Standorten und durch den Abschluss entsprechender Stromabnahmeverträge erreicht werden.

Die geplanten Projekte zu einem On-Shore-Windpark im norddeutschen Papenburg und einem Off-Shore-Windpark in der Ostsee kommen gut voran. Die notwendigen behördlichen Zustimmungen wurden erteilt und der Aufbau der Windkraftanlagen kann nun beginnen. Das Ziel für alle Mercedes-Benz Produktionsstätten weltweit ist es, bis 2039 zu 100 Prozent mit erneuerbaren Energien zu arbeiten.

Das neu ausgerichtete Core- und Top-End-Segment bilde das Rückgrat der umfangreichsten Produktoffensive in der Automobilgeschichte von Mercedes-Benz. In den kommenden drei Jahren sollen mehr als 40 Fahrzeuge innerhalb des globalen Produktionsnetzwerks anlaufen. Mit Next Level Production will Mercedes-Benz signalisieren, dass die Weichen für die Produktoffensive gestellt sind: intelligent, flexibel, effizient, digital, nachhaltig und resilient.

Quelle: Mercedes-Benz – Pressemitteilung vom 08.09.2025

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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