Der „Masterplan Ladeinfrastruktur“ nimmt Form an

Der „Masterplan Ladeinfrastruktur“ nimmt Form an
Copyright:

shutterstock / Lizenzfreie Stockfotonummer: 683776144

Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 3 min

Ende Juni wurde bekannt, dass man im Rahmen des Klimagipfels die Grundlage für den „Masterplan Ladeinfrastruktur“ gelegt hat. Konkret will man klären, wie man in Deutschland das Ladenetz so ausbaut, dass bis 2030 bis zu zehneinhalb Millionen E-Fahrzeuge auf der Straße sein könnten. So viele Fahrzeuge seien notwendig, um die Klimaziele zu erreichen.

„Masterplan Ladeinfrastruktur“: Gezielte Förderung, bessere gesetzliche Rahmenbedingungen und aktive Koordination

Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) legte einen ersten Entwurf für einen „Masterplan Ladeinfrastruktur“ vor. In diesem gehe es um gezielte Förderungen, verbesserte gesetzliche Rahmenbedingungen und eine „aktive Koordination“ zwischen Bund, Ländern, Kommunen und Industrie, um das Projekt nach vorne zu bringen.

Des Weiteren sei vorgesehen bis Ende 2019 eine sogenannte Nationale Leitstelle ins Leben zu rufen. Diese soll die erforderlichen Maßnahmen für einen beschleunigten Aufbau der Ladeinfrastruktur koordiniere, so Scheuer. „Die Automobilindustrie und Energiewirtschaft haben mir ihre aktive Unterstützung dafür zugesagt.“

Derzeit befinde sich der Entwurf in der finalen Abstimmung. Aktuell ist die Rede von mehr als drei Milliarden Euro, welche bis 2023 in die Tank- und Ladeinfrastruktur für Pkw und Lkw mit CO2-freien Antrieben investiert werden sollen. 2020 sollen erstmals auch 50 Millionen Euro für private Lademöglichkeiten bereitgestellt werden. Zudem schreibt man sich auf die Fahne verstärkt Ladepunkte an Kundenparkplätzen zum Beispiel an Supermärkten zu fördern.

Klimaschutzprogramm setzt auf E-Mobilität

Deutlich mehr Elektroautos in den kommenden Jahren sind notwendig, damit die Hersteller strengere Klimavorgaben der EU einhalten können. Daher ist es nur nachvollziehbar, dass die E-Mobilität eine wichtige Rolle im Klimaschutzprogramm der Bundesregierung spielt.

Allein bis 2023 investiert der Bund 54 Milliarden Euro in umweltfreundliche Infrastruktur, Technologien und den sozialen Ausgleich, davon 9,3 Milliarden Euro in die Elektromobilität: Vorgesehen sind eine Fortsetzung der Kaufprämie für Elektroautos, eine Verbesserung der Ladeinfrastruktur auf eine Million Ladepunkte sowie Förderungen für Energiespeicher.

Für 2020 erwartet das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle einen erheblichen Nachfrageschub für den Umweltbonus. So wird damit gerechnet, dass im kommenden Jahr 200.000 Neuanträge gestellt werden. Und damit deutlich mehr, als es in bisher dreieinhalb Jahren der Fall war.

Damit sollen die Klimaziele 2030 eingehalten werden. Die Förderung von E-Autos soll verstärkt werden. Zwar sind die Neuzulassungen von Elektrofahrzeugen zuletzt gestiegen, sie liegen aber immer noch auf einem niedrigen Niveau.

Branche im Wandel

Um die E-Mobilität und den Ausbau der Ladeinfrastruktur soll es auch am 4. November bei einem erneuten Spitzentreffen von Vertretern der Bundesregierung und der Autobranche im Kanzleramt gehen, wie die dpa aus Regierungskreisen erfuhr.

Ein konkretes Ausstiegsdatum aus der Verbrenner-Technologie, wie es einige Länder wie Frankreich, Dänemark, Großbritannien und Indien bereits definiert haben und wie es hierzulande die Grünen fordern, wolle Daimler nicht. Man sei der Meinung, dass regle die Marktwirtschaft von ganz alleine. Andere Vertreter der Branche dürften einer ähnlichen Meinung sein.

Quelle: Automobilwoche – Milliardenschwere Förderung: Scheuer legt Entwurf für „Masterplan Ladeinfrastruktur“ vor

Worthy not set for this post

Dir gefällt Elektroauto-News?

Mache uns zu deiner bevorzugten Quelle bei Google. Dadurch werden dir unsere neuesten Artikel und Testberichte in deiner Google-Suche häufiger angezeigt.

Kostenlos & jederzeit in deinen Google-Einstellungen änderbar.
Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Automobilindustrie

Automobilindustrie: Mehr mit oder mehr gegen China?

Automobilindustrie: Mehr mit oder mehr gegen China?

Daniel Krenzer  —  

Europa holt bei Elektroautos auf, doch China beschleunigt mit KI und günstigen Batterien. Auf der VDE-Konferenz wird Europas Strategie hinterfragt.

Elektromobilität: Netzanschlüsse werden zum Engpass

Elektromobilität: Netzanschlüsse werden zum Engpass

Daniel Krenzer  —  

Die Ladeinfrastruktur wächst, doch Netzanschlüsse bremsen den Ausbau. Auf der VDE-Konferenz diskutiert die Branche über E-Lkw und bidirektionales Laden.

Welche Automobilhersteller werden 2035 den Weltmarkt anführen?

Welche Automobilhersteller werden 2035 den Weltmarkt anführen?

Daniel Krenzer  —  

Chinesische Automobilhersteller könnten bis 2035 den Weltmarkt dominieren. Eine KPMG-Studie zeigt, wie sich die globale Rangordnung verändern dürfte.

ICCT: Lockerungen durch EU könnte 185.000 Arbeitsplätze kosten

ICCT: Lockerungen durch EU könnte 185.000 Arbeitsplätze kosten

Daniel Krenzer  —  

Laut ICCT könnte eine Lockerung der EU-CO₂-Vorgaben bis 2035 rund 185.000 Arbeitsplätze kosten. Besonders betroffen wäre die deutsche Automobilindustrie.

Obrist pleite: Aus für HyperHybrid und Methanol-Pläne

Obrist pleite: Aus für HyperHybrid und Methanol-Pläne

Sebastian Henßler  —  

Ein Tesla mit Methanol-Motor und 1000 Kilometern Reichweite war das Aushängeschild. Nun sind Obrist Powertrain und Obrist Technologies im Konkurs.

Afrikanische Union will stärker auf E-Autos setzen

Afrikanische Union will stärker auf E-Autos setzen

Michael Neißendorfer  —  

Die Afrikanische Union hat große Pläne für den Ausbau der Elektromobilität – als Chance für nachhaltige Wirtschaftsentwicklung. Auch für Europa.

Upgrade statt Neukauf: So soll das E-Auto 50 Jahre fahren

Upgrade statt Neukauf: So soll das E-Auto 50 Jahre fahren

Sebastian Henßler  —  

Prof. Dr. Günther Schuh denkt das E-Auto neu: Das Chassis hält 50 Jahre, während Design, Technik und Batterie in festen Abständen erneuert werden.