Daimler-Chef: „Wir müssen den Klimawandel angehen, wir können nicht mehr warten“

Daimler-Chef: „Wir müssen den Klimawandel angehen, wir können nicht mehr warten“
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Michael Neißendorfer
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Daimler-Chef Ola Källenius hat die gleichen Sorgen, wie fast jeder andere Chef einer Automarke, die vorrangig mit großen und schweren Fahrzeugen Umsätze macht: Sie müssen ab 2020 den Durchschnittsverbrauch der Neuwagenflotte auf weniger als 95 Gramm je Kilometer drücken, um die Vorgaben der EU erfüllen zu können. Bei Verfehlung drohen Strafzahlungen, im Fall von Daimler wären es um die 200 Millionen Euro im Jahr.

Dieses Geld will Källenius natürlich lieber auf der Haben-Seite verbuchen und dafür die CO2-Limits der EU einhalten. Schaffen will er das, wie fast jeder andere Chef einer Automarke, die vorrangig mit großen und schweren Fahrzeugen Umsätze macht, mit reinen Elektroautos und Plug-in-Hybriden. „Bei den Pkw konzentrieren wir uns in den nächsten zehn Jahren auf die Batterie“, sagte er der Automobilwoche zufolge beim Branchengipfel des Instituts für Automobilwirtschaft (IFA) in Nürtingen.

Die Produktion in den europäischen Mercedes-Werken soll bereits bis 2022 klimaneutral erfolgen. Bis 2039 soll die Pkw-Neuwagenflotte von Mercedes gänzlich CO2-neutral werden. Aber nicht nur, um der EU zu gefallen. Angesichts der drohenden Klimakrise werde Nachhaltigkeit in Zukunft zu einem Vergabekriterium bei Aufträgen, ist sich der Daimler-Chef sicher. „Wir müssen den Klimawandel angehen, wir können nicht mehr warten“, sagte er auf dem Branchenevent. Wer nicht nachhaltig handle, werde „irgendwann rausfliegen“, sagte Källenius.

Die Brennstoffzelle spielt bei Daimler für Pkw keine große Rolle. Sie könne aber „vor allem für Nutzfahrzeuge interessant werden“, so Källenius. Auch synthetische Kraftstoffe hat der Daimler-Chef noch auf dem Schirm. Sollten sie zu akzeptablen Kosten skalierbar sein, will Mercedes mit dieser Technologie auch bei der Bestandsflotte den CO2-Ausstoß reduzieren, versprach der Manager.

„Das können wir nicht wissen, es wird sehr knackig“

Ein konkretes Ausstiegsdatum aus der Verbrenner-Technologie, wie es einige Länder wie Frankreich, Dänemark, Großbritannien und Indien bereits definiert haben und wie es hierzulande die Grünen fordern, will Källenius nicht. Er meint, die Marktwirtschaft regle das von ganz alleine. Und sollten in zehn Jahren tatsächlich synthetische Kraftstoffe in ausreichender Menge zur Verfügung stehen, wäre eine Abschaffung der Verbrenner-Technologie fatal gewesen, so Källenius. „Planwirtschaft funktioniert nicht“, kritisierte er die Ausstiegspläne.

Allerdings findet er es richtig, dass fossile Brennstoffe künftig höher besteuert werden sollen, um nachhaltige Alternativen wie den Ausbau von Radwegen und eine Förderung von ÖPNV und Elektroautos subventionieren zu können. „Wir bewerten das, was die Bundesregierung mit dem Klimapaket angestoßen hat, als positiv“, so Källenius.

Ob Daimlers Maßnahmen reichen können, um die CO2-Ziele der EU bereits für 2020/21 zu erreichen, konnte Källenius nicht sagen: „Das können wir nicht wissen, es wird sehr knackig“, sagte er der Automobilwoche zufolge. Für die Zeit bis 2030 allerdings dürfte es klappen, so der Manager. Denn die dann gültigen, noch strengeren CO2-Limits, seien mit der beschlossenen Modellpalette machbar.

Quelle: Automobilwoche – Daimler-Chef Ola Källenius setzt auf E-Mobilität: „Wir können nicht mehr warten“

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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