Maserati rückt der Einführung zweier neuer Elektromodelle näher. Nach Informationen von Future Cars Daily, die sich auf Brancheninformationen berufen, hat der italienische Luxushersteller die Pläne für ein mittelgroßes bis großes vollelektrisches SUV sowie einen großen vollelektrischen GT weitgehend festgezurrt. Beide Fahrzeuge entstehen im Rahmen einer Kooperation mit dem chinesischen Technologiekonzern Huawei und dem Automobilhersteller JAC Motors. Als erste Absatzmärkte gelten neben dem Nahen Osten, Italien und Frankreich auch Deutschland. Der zum Stellantis-Konzern gehörende Hersteller sucht mit der Kooperation einen Ausweg aus einer tiefgreifenden Absatzkrise.
Die beiden Baureihen sollen unterschiedliche Lücken im Modellportfolio schließen. Das SUV ist als strategische Ergänzung zum bestehenden Grecale Folgore gedacht, der GT hingegen soll die sportliche Kernidentität der Marke unterstreichen und auf dem Fundament des GranTurismo Folgore aufbauen. Beobachter:innen der Branche zufolge wird intern derzeit favorisiert, den vollelektrischen GT als erstes Modell aus der Kooperation auf den Markt zu bringen.
Die Allianz ordnet Technologie, Fertigung, Marke und Vertrieb neu. Huawei bringt die HIMA-Plattform (Harmony Intelligent Mobility Alliance) ein, zu der das intelligente Cockpit, das autonome Fahrsystem Qiankun ADS sowie die Elektroantriebstechnik zählen. JAC Motors übernimmt über sein Maextro-Werk die Fahrzeugentwicklung und die Produktion. Das im chinesischen Hefei ansässige Unternehmen hat sich bereits als Hersteller der hochwertigen Maextro-Modelle für Huaweis HIMA-Allianz einen Namen gemacht und bringt damit einschlägige Erfahrung mit vernetzten, intelligenten Fahrzeugen in die Kooperation ein.
Maserati selbst steuert die jahrhundertealte Designsprache sowie die etablierten globalen Vertriebskanäle bei. Vermarktet werden die Fahrzeuge über eine Doppelmarkenstrategie: In China tragen sie das Markenzeichen Maextro, international, also auch in Europa, bleibt das traditionsreiche Maserati-Logo erhalten. Bei der internationalen Distribution behält Maserati Insiderinformationen zufolge weitgehend die Entscheidungshoheit. Deutschland zählt damit zu den ersten europäischen Märkten, in denen die neuen Modelle künftig mit dem Dreizack-Emblem der Marke angeboten werden sollen.
Neue Fertigungsstruktur als Antwort auf die Krise
Für die Produktion setzt Maserati auf ein Semi-Knocked-Down-Exportmodell, um Kosteneffizienz und Markenanspruch in Einklang zu bringen. Die unlackierten Karosserierohbauten entstehen im JAC-Werk in Hefei und werden anschließend nach Italien verschifft, wo die finale Montage samt hochwertiger Innenausstattung und Fahrwerksabstimmung erfolgt. Dieses Vorgehen soll die Balance zwischen chinesischer Fertigungskapazität und italienischem Markenversprechen sicherstellen.
Von dieser Arbeitsteilung sollen auch die traditionsreichen Maserati-Werke in Cassino und Modena profitieren, deren Auslastung neuen Schub erhalten soll. Damit bleibt ein Teil der Wertschöpfung trotz der Zusammenarbeit mit den chinesischen Partnern in Italien verankert.
Der Hintergrund für den grundlegenden Strategiewechsel liegt in den Geschäftszahlen der vergangenen Jahre. Im Jahr 2025 lagen die weltweiten Auslieferungen der Marke unter 8000 Fahrzeugen, ein Rückgang um 80 Prozent gegenüber dem Höchststand aus dem Jahr 2017 und der niedrigste Wert seit über einem Jahrzehnt. Auch finanziell zeigt sich die Lage angespannt: Das bereinigte operative Ergebnis lag bei minus 198 Millionen Euro, die Umsatzrendite bei minus 27,3 Prozent.
Stellantis-Konzernchef Antonio Filosa hatte bereits zuvor auf die Notwendigkeit industrieller Partner hingewiesen, um die Zukunft der Marke zu sichern, ohne sie zu verkaufen. Über die Einbindung von Huaweis intelligenter Technologie und JACs Fertigungskapazitäten soll Maserati seine derzeitigen Schwächen bei Forschung, Entwicklung und digitaler Transformation ausgleichen und seine Position im globalen Luxussegment festigen.
Quelle: CarNewsChina.com – Maserati turns to Huawei tech and Chinese manufacturing for brand revival, report says









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