Maserati-CEO: Verbrenner feiern „ihren letzten Tanz“

Maserati-CEO: Verbrenner feiern „ihren letzten Tanz“
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Maserati

Michael Neißendorfer
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Maserati-CEO Davide Grasso hat bei einem Roundtable-Event in London erklärt, wie die italienische Luxusautomarke aus dem Stellantis-Konzern sicherzustellen will, dass ihre Elektroautos genauso viel Spaß machen wie jene mit Verbrennungsmotoren. „Wir verkaufen keine Motoren, wir verkaufen luxuriöse Fahrerlebnisse“, sagte er. Bei Maserati, das mit dem GranTurismo Folgore gerade sein erstes vollelektrisches Fahrzeug vorgestellt hat, gehe man davon aus, dass seine Elektroautos genauso viel Charisma haben werden wie seine benzinbetriebenen Sportwagen.

Er argumentierte, dass die Freude am Fahren immer noch erhalten bleibe, wenn man ihn durch einen elektrischen Antriebsstrang ersetzte; obwohl der Verbrennungsmotor eine Schlüsselkomponente vergangener Modelle sei. „Wenn Sie ein Stück des Puzzles herausnehmen, das sehr geschätzt wird, müssen Sie sicherstellen, dass Sie es durch etwas ersetzen, das auf dem selbten Niveau ist, wenn nicht besser“, deutete Grasso an, wohin die Reise geht. „Unser Ziel ist es, im Vergleich zu einem Verbrennungsmotor die gleiche Erfahrung auf Benchmark-Niveau mit einem System von Elektromotoren zu bieten“, fuhr er fort.

Maserati zielt demnach darauf ab, das Gefühl des Fahrens seiner Sportwagen mit Verbrennungsmotor in seinen elektrischen Versionen durch eine geschickte Positionierung der Motoren und Batterien zu replizieren, erklärte Grasso. Um das typische Fahrverhalten eines Maserati beizubehalten, seien zwei Elektromotoren an der Hinterachse und ein E-Motor an der Vorderachse vorgesehen. Das Fahrverhalten künftiger E-Sportwagen im Vergleich zu Verbrennern müsse „konsistent“ sein, so der CEO, „denn wir müssen die Maserati-DNA in die Zukunft bringen und die Marke respektieren“.

Maserati habe sich auch darauf konzentriert, einen Sound für Elektrofahrzeuge zu schaffen, der das Ethos der Marke widerspiegeln soll. Der über mehr als 18 Monate hinweg entwickelte Klang basiere auf dem von den Elektromotoren erzeugten Rauschen. „Nur weil es nicht viel Lärm macht, bedeutet das nicht, dass ein Elektroauto langweilig ist“, fügte er hinzu.

Maseratis GranTurismo Folgore, der diesen Sommer in den Verkauf gehen wird, ist das erste vollelektrische Fahrzeug der Marke, das als Teil ihres Plans für den Übergang zur reinen Elektro-Marke bis 2030 geschaffen wurde. Grasso glaubt jedoch, dass der Verbrenner aufgrund der schnellen Verbreitung von E-Autos auch schon vor der selbst auferlegten Frist auslaufen kann. „Die Geschwindigkeit der Bewegung in Richtung Elektrifizierung nimmt zu – der Wendepunkt liegt hinter uns“, sagte er. Der Verbrenner sei auf dem Weg zu seinem „letzten Tanz“, so Grasso.

Quelle: Dezeen – „If the majority of electric cars are dull, this is an opportunity“

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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