Stellantis: Viele E-Autos bekommen ab 2027 günstigere LFP-Akkus

Stellantis: Viele E-Autos bekommen ab 2027 günstigere LFP-Akkus
Copyright:

Stellantis (Archivbild)

Arun Niemann
Arun Niemann
  —  Lesedauer 2 min

Um Kosten zu sparen, will Stellantis ab 2027 in vielen seiner Fahrzeugreihen von Batteriezellen mit Nickel-Mangan-Kobalt (NMC) auf günstigere Lithium-Eisenphosphat-Zellen (LFP) umstellen. Von Konzernchef Antonio Filosa hieß es bei der Vorstellung der Quartalszahlen vor wenigen Tagen, LFP-Akkus seien wichtig, um im aktuell eher verlustbringenden Europa wettbewerbsfähiger zu werden.

Filosa zufolge seien „viele, viele” Baureihen von der Umstellung betroffen. Zu den genauen Modellen und einem Zeitrahmen gibt es bisher jedoch noch keine Informationen. In jedem Fall ließe sich so pro Fahrzeug eine substanzielle Einsparung erzielen. LFP sei ein wichtiger Beschleuniger, um von der wachsenden Verbreitung der Elektrifizierung in Europa zu profitieren.

Günstigere Akkus als Weg aus der Krise

Laut Internationaler Energieagentur IEA sind LFP-Zellen rund 40 Prozent günstiger als NMC-Zellen. Ein Grund dafür liegt im teuren Rohstoff Kobalt, welcher nur in letzteren enthalten ist. Mit dem teureren Preis geht bei NMC-Batterien jedoch auch eine größere Energiedichte einher.

Automotive News zufolge wird NMC bisher noch von fast allen nicht-chinesischen Herstellern für ihre Akkus genutzt. So lag der LFP-Anteil in Europa 2025 nur bei 13 Prozent, während in China bereits in 81 Prozent der E-Autos Lithium-Eisenphosphat-Zellen steckten. Mit Ausnahme günstigerer Modelle wie dem Citroën e-C3, dem Opel Frontera und dem Fiat Grande Panda nutzen bisher noch die allermeisten Stellantis-Elektroautos NMC. Für den Fiat 500e ist der Wechsel auf LFP jedoch schon angekündigt.

Hintergrund der geplanten LFP-Umstellung ist wie bereits erwähnt die wirtschaftliche Krise, in der Stellantis in Europa steckt. Im dritten Quartal 2026 verbuchte das Unternehmen in Europa einen Verlust von 311 Millionen Euro. Gleichzeitig gewinnen Chinesische Marken kontinuierlich Marktanteile und können sich eben vor allem bei den Kosten von Stellantis-Marken abheben. Dementsprechend muss Stellantis es auch schaffen, die Einsparungen an seine Kunden weiterzugeben, um mit der Umstellung auch beim Absatz einen Effekt zu erzielen.

Quellen: Automotive News Europe – Stellantis to switch ‘many’ European nameplates to low-cost LFP batteries / Internationale Energieagentur – Electric vehicle batteries / Stellantis – Pressemitteilung

Worthy not set for this post

Dir gefällt Elektroauto-News?

Mache uns zu deiner bevorzugten Quelle bei Google. Dadurch werden dir unsere neuesten Artikel und Testberichte in deiner Google-Suche häufiger angezeigt.

Kostenlos & jederzeit in deinen Google-Einstellungen änderbar.
Arun Niemann

Arun Niemann

Arun Niemann arbeitet nun seit 5 Jahren als Redakteur und Werbetexter und schreibt seit 2026 auch für Elektroauto-News.net. Dabei bringt ihn sein persönliches Interesse für makroökonomische Zusammenhänge und die bisherige redaktionelle Arbeit zu Finanz- und Wirtschaftsthemen, oft zu Beiträgen an der Schnittstelle zwischen Elektromobilität, Energiewende und Wirtschaft.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Stellantis Elektroautos

Opel Agila könnte als günstiges Elektroauto zurückkehren

Opel Agila könnte als günstiges Elektroauto zurückkehren

Daniel Krenzer  —  

Der Opel Agila könnte als günstiger Elektro-Kleinwagen zurückkehren. Stellantis plant neue kleine E-Autos ab 2028. Was bisher bekannt ist.

Stellantis’ Europa-Dilemma: Mehr E-Autos, weniger Marge

Stellantis’ Europa-Dilemma: Mehr E-Autos, weniger Marge

Sebastian Henßler  —  

Während in Europa E-Autos das Wachstum von Stellantis tragen, sorgt in den USA vor allem der Ram 1500 für Rückenwind. Zölle kosten rund eine Milliarde Euro.

Fiat Koala: Neues Mini-Elektroauto für rund 15.000 Euro geplant

Fiat Koala: Neues Mini-Elektroauto für rund 15.000 Euro geplant

Daniel Krenzer  —  

Fiat plant mit dem Koala ein besonders günstiges Elektroauto. Der Kleinwagen könnte rund 15.000 Euro kosten und sich Technik mit dem Citroën 2CV teilen.

Stellantis will Werke mit Leapmotor und Dongfeng auslasten

Stellantis will Werke mit Leapmotor und Dongfeng auslasten

Sebastian Henßler  —  

Stellantis will schwach ausgelastete Werke in Europa nicht schließen, sondern teilweise mit Autos der chinesischen Partner Leapmotor und Dongfeng füllen.

Warum Stellantis trotz Elektro-Wachstum leicht verliert

Warum Stellantis trotz Elektro-Wachstum leicht verliert

Sebastian Henßler  —  

Stellantis steigert die Auslieferungen in Europa im dritten Quartal um zehn Prozent. Elektroautos treiben das Plus, weltweit bleibt ein leichtes Minus.

Fiat Multiplay: Vom Design-Schreck zum Verwandlungskünstler

Fiat Multiplay: Vom Design-Schreck zum Verwandlungskünstler

Daniel Krenzer  —  

Fiat zeigt in Paris den neuen Multiplay. Die wandelbare Studie verbindet Familienauto, SUV und Pick-up – und erinnert dabei an den legendär-skurrilen Multipla.