Um Kosten zu sparen, will Stellantis ab 2027 in vielen seiner Fahrzeugreihen von Batteriezellen mit Nickel-Mangan-Kobalt (NMC) auf günstigere Lithium-Eisenphosphat-Zellen (LFP) umstellen. Von Konzernchef Antonio Filosa hieß es bei der Vorstellung der Quartalszahlen vor wenigen Tagen, LFP-Akkus seien wichtig, um im aktuell eher verlustbringenden Europa wettbewerbsfähiger zu werden.
Filosa zufolge seien „viele, viele” Baureihen von der Umstellung betroffen. Zu den genauen Modellen und einem Zeitrahmen gibt es bisher jedoch noch keine Informationen. In jedem Fall ließe sich so pro Fahrzeug eine substanzielle Einsparung erzielen. LFP sei ein wichtiger Beschleuniger, um von der wachsenden Verbreitung der Elektrifizierung in Europa zu profitieren.
Günstigere Akkus als Weg aus der Krise
Laut Internationaler Energieagentur IEA sind LFP-Zellen rund 40 Prozent günstiger als NMC-Zellen. Ein Grund dafür liegt im teuren Rohstoff Kobalt, welcher nur in letzteren enthalten ist. Mit dem teureren Preis geht bei NMC-Batterien jedoch auch eine größere Energiedichte einher.
Automotive News zufolge wird NMC bisher noch von fast allen nicht-chinesischen Herstellern für ihre Akkus genutzt. So lag der LFP-Anteil in Europa 2025 nur bei 13 Prozent, während in China bereits in 81 Prozent der E-Autos Lithium-Eisenphosphat-Zellen steckten. Mit Ausnahme günstigerer Modelle wie dem Citroën e-C3, dem Opel Frontera und dem Fiat Grande Panda nutzen bisher noch die allermeisten Stellantis-Elektroautos NMC. Für den Fiat 500e ist der Wechsel auf LFP jedoch schon angekündigt.
Hintergrund der geplanten LFP-Umstellung ist wie bereits erwähnt die wirtschaftliche Krise, in der Stellantis in Europa steckt. Im dritten Quartal 2026 verbuchte das Unternehmen in Europa einen Verlust von 311 Millionen Euro. Gleichzeitig gewinnen Chinesische Marken kontinuierlich Marktanteile und können sich eben vor allem bei den Kosten von Stellantis-Marken abheben. Dementsprechend muss Stellantis es auch schaffen, die Einsparungen an seine Kunden weiterzugeben, um mit der Umstellung auch beim Absatz einen Effekt zu erzielen.
Quellen: Automotive News Europe – Stellantis to switch ‘many’ European nameplates to low-cost LFP batteries / Internationale Energieagentur – Electric vehicle batteries / Stellantis – Pressemitteilung







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