Mangan für E-Auto-Akkus: Stellantis steigt bei Bergbauunternehmen ein

Mangan für E-Auto-Akkus: Stellantis steigt bei Bergbauunternehmen ein
Copyright ©

Element 25 via Twitter

Felix Katz
Felix Katz
  —  Lesedauer 3 min

Stellantis und Element 25 haben Anfang Januar die Unterzeichnung eines Vertrags über die Lieferung von Mangansulfat-Monohydrats zur Verwendung in Elektrofahrzeug-Batteriepacks bekanntgegeben. Der Fünfjahresvertrag sieht Lieferungen ab 2026, ein Gesamtvolumen von 45 Kilotonnen sowie Optionen zur Verlängerung der Lieferfrist und Erhöhung der Liefermengen vor.

Das australische Bergbau-Unternehmen Element 25 verfügt in sieben Lagerstätten über 260 Millionen Tonnen oberflächennahes Manganoxid-Erz, das vor allem zur Stabilisierung von EV-Batteriekathoden verwendet wird. Mit einer Kapitalinvestition möchte Stellantis nun seine Expansion bei Elektrofahrzeugen vorantreiben. Element 25 werde das Material aus seinem Butcherbird-Projekt in Westaustralien beziehen, zudem soll eine Verarbeitungsanlage in den Vereinigten Staaten entstehen.

„Unser Streben nach einer kohlenstofffreien Zukunft schließt die Schaffung einer smarten Lieferkette mit ein. Damit stellen wir sicher, dass wir den Wunsch unserer Kunden nach E-Fahrzeugen erfüllen können“, sagte Stellantis CEO Carlos Tavares. Und weiter: „Elektrofahrzeuge, die unseren Kunden ein bahnbrechendes Erlebnis in Bezug auf Antrieb, Konnektivität und Komfort bieten, stehen im Mittelpunkt unseres Plans „Dare Forward 2030“, der auf eine sichere, saubere und erschwingliche Mobilität abzielt.“

Stellantis: „Bis 2038 sind wir klimaneutral“

Die Vereinbarung mit Element 25 untermauert die Elektrifizierungsstrategie von Stellantis, zu der auch die Sicherung umfangreicher Rohstofflieferungen für die Produktion von batteriebetriebenen Elektrofahrzeugen (BEV) gehört. Mangan ist ein wichtiges stabilisierendes Element in der Kathode von Elektrofahrzeug-Batterien. Im Rahmen seines Strategieplans namens „Dare Forward 2030“ kündigte Stellantis an, bis 2030 einen Absatzmix von 100 Prozent bei BEV-Personenkraftwagen in Europa und von 50 Prozent bei Pkws und leichten Nutzfahrzeugen in den Vereinigten Staaten zu erreichen. Stellantis ist nach eigenen Angaben führend in der Branche bei der Eindämmung des Klimawandels und werde bis zum Jahr 2038 klimaneutral sein. Bis 2030 sollen die CO2-Emissionen um 50 Prozent reduziert werden.

Stellantis scheint in Investitionslaune zu sein: Das Unternehmen plant, bis zum Jahr 2025 mehr als 30 Milliarden Euro in Elektrifizierung und Softwareentwicklung zu investieren. Gleichzeitig will das Unternehmen weiterhin 30 Prozent effizienter als der Branchedurchschnitt sein, was die Gesamtinvestitionen und F&E-Ausgaben im Verhältnis zum Umsatz betrifft.

„Die Unterstützung von Stellantis für das Projekt von Element 25 mit hochreinem Mangansulfat für Elektrofahrzeug-Batterien ist eine fantastische Bestätigung durch einen der größten Automobilhersteller der Welt und unterstreicht unsere Pläne, ein global bedeutender langfristiger Lieferant von Batteriematerialien zu werden, um die wachsende globale Nachfrage zu decken“, sagte Justin Brown, Geschäftsführer von Element 25. „Wir sind mit den Dekarbonisierungs- und Elektrifizierungszielen von Stellantis, die zu den ehrgeizigsten der Branche gehören, voll und ganz einverstanden und haben uns verpflichtet, die vereinbarten Netto-Null-CO2-Emissionsziele im Rahmen dieser Vereinbarung zu erreichen.“

Stellantis ist im Januar 2021 als Holding aus der Fusion der Automobilkonzerne Fiat Chrysler Automobiles (FCA) und der Peugeot S.A., kurz PSA, hervorgegangen, indem die Peugeot S.A. im Rahmen einer grenzüberschreitenden Fusion in die niederländische FCA integriert wurde. Deshalb hat die Aktiengesellschaft ihren Hauptsitz auch in Amsterdam.

Quelle: Stellantis – Pressemitteilung 

worthy pixel img
Felix Katz

Felix Katz

Felix Katz liebt alles, was vier Räder und einen oder gleich mehrere Motoren hat. Nicht nur Verbrenner, sondern vor allem Elektroautos haben es ihm angetan. Als freiberuflicher Autojournalist stromert er nicht nur fast jeden Tag umher, sondern arbeitet seit über zehn Jahren für viele renommierte (Fach-)Medien und begleitet den Mobilitätswandel seit Tag eins mit.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Elektroauto Hersteller

Bidirektionales Laden (V2G): Polestar arbeitet an virtuellem Kraftwerk

Bidirektionales Laden (V2G): Polestar arbeitet an virtuellem Kraftwerk

Felix Katz  —  

Polestar entwickelt für das bidirektionale Laden ein virtuelles Kraftwerk. So sehen die Potenziale und Herausforderungen der Vehicle-to-Grid-Technologie aus.

Caterham Project V: bildschön und leicht, aber teuer

Caterham Project V: bildschön und leicht, aber teuer

Felix Katz  —  

Caterhams Project V soll 2026 auf die Straßen kommen – für mindestens 90.000 Euro. Das Konzeptmodell kommt von einem bekannten Designer.

VW setzt auf lokale Kooperationen in China

VW setzt auf lokale Kooperationen in China

Maria Glaser  —  

Um sich weiterhin erfolgreich auf dem chinesischen Markt für Elektroautos zu behaupten, arbeitet VW eng mit Unternehmen vor Ort zusammen.

EnBW feiert 1000 Schnellladestandorte für E-Autos

EnBW feiert 1000 Schnellladestandorte für E-Autos

Michael Neißendorfer  —  

1000 Standorte in ganz Deutschland: EnBW betreibt eines der größten Schnellladenetze für Elektroautos bundesweit.

Zeekr 001 und X: Bestellstart in Schweden und den Niederlanden

Zeekr 001 und X: Bestellstart in Schweden und den Niederlanden

Felix Katz  —  

Die Zeekr-Modelle 001 und X können in Schweden und den Niederlanden vorbestellt werden. Der Auslieferungsstart ist im Herbst.

„Kaum erfüllbar und realitätsfern“: Widerstand gegen Euro 7 wächst

„Kaum erfüllbar und realitätsfern“: Widerstand gegen Euro 7 wächst

Felix Katz  —  

Die geplante Euro-7-Abgasnorm scheint auf der Kippe zu stehen. Mehrere EU-Staaten und Autohersteller wollen eine weitere Senkung der Grenzwerte verhindern.

Batterieproduktion in Europa in Gefahr?

Batterieproduktion in Europa in Gefahr?

Hannes Dollinger  —  

Eine neue Studie besagt, dass bis zu 68 Prozent der bis 2030 in der EU geplanten Lithium-Ionen-Batterie-Produktionen gefährdet sind.