Autohersteller verdoppeln Investitionen in E-Autos und Batterien

Autohersteller verdoppeln Investitionen in E-Autos und Batterien
Copyright:

shutterstock / 1472898104

Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 3 min

Die weltweit führenden Automobilhersteller planen, bis 2030 gut 1,2 Billionen Euro in die Entwicklung und Produktion von Elektroautos sowie die für ihren Betrieb notwendigen Batterien und Rohstoffe zu stecken. Das ergab eine Analyse der Nachrichtenagentur Reuters, die auf Basis von Unternehmen aus der Automobilbranche veröffentlichten öffentlichen Daten und Prognosen entstanden ist.

Die aktuelle Prognose stellt frühere Investitionsschätzungen von Reuters in den Schatten: Sie ist mehr als doppelt so hoch wie die jüngste Berechnung, die noch vor einem Jahr veröffentlicht wurde. Die Autohersteller gehen laut der Analyse für das Jahr 2030 davon aus, gut 54 Millionen Elektrofahrzeuge zu produzieren, was mehr als 50 Prozent der gesamten Fahrzeugproduktion entspricht.

Um ausreichend Batterien für diese enorme Menge an E-Fahrzeugen zur Verfügung zu haben, planen die Automobilhersteller und ihre Batteriepartner, bis 2030 eine Batterieproduktionskapazität von gut 5,8 Terawattstunden aufzubauen, so Daten von Benchmark Mineral Intelligence und den Herstellern.

An der Spitze der Prognosen steht Tesla. Der aktuelle E-Auto-Primus aus den USA hat den kühnen Plan, im Jahr 2030 ein Produktionsvolumen von 20 Millionen Elektroautos erreicht zu haben, was schätzungsweise 3 Terawattstunden an Batterien erfordert. Reuters geht davon aus, dass dafür Investitionen in Höhe von mehreren Hundert Milliarden Euro notwendig sind. Aktuell stellt Tesla gut 1,5 Millionen E-Autos pro Jahr her.

Der deutsche Volkswagen-Konzern hinkt Tesla aktuell zwar hinterher, hat aber bis Ende des Jahrzehnts ebenfalls ehrgeizige Pläne und will dafür mehr als 100 Milliarden Euro investieren. Dazu gehören mehrere Batterie-Gigafabriken in Europa und Nordamerika in Investitionen in die Sicherung wichtiger Rohstoffe.

Toyota, aktuell der weltweit größte Autohersteller mit einem Produktionsvolumen von gut zehn Millionen Pkw, will gut 70 Milliarden Euro für die Elektrifizierung seiner Fahrzeuge und die Produktion von Batterien in die Hand nehmen. Die Japaner gehen davon aus, zum Jahr 2030 mindestens 3,5 Millionen Elektroautos zu verkaufen.

Auch der US-Hersteller Ford steigert sein Ausgabenniveau für neue Elektroautos auf nun gut 50 Milliarden Euro. Geplant ist der Aufbau von mindestens 240 Gigawattstunden Batteriekapazität gemeinsam mit Partnern und ein Produktionsvolumen von gut drei Millionen Elektroautos im Jahr 2030. Auf ähnlichem Niveau bewegt sich Mercedes-Benz: Der Hersteller hat gut 47 Milliarden Euro für die Entwicklung und Produktion von Elektroautos vorgesehen, fast zwei Drittel davon sind für die Erhöhung der weltweiten Batteriekapazität auf mehr als 200 Gigawattstunden vorgesehen.

Die Hersteller BMW, der Stellantis-Konzern (u.a. Citroën, DS, Fiat, Opel und Peugeot sowie die US-Marken Chrysler, Dodge, Jeep und Ram) und General Motors (u.a. Buick, Cadillac, Chevrolet, GMC) planen jeweils, mindestens 35 Milliarden Euro für Elektroautos und Batterien auszugeben – wobei Stellantis von den dreien das ehrgeizigste Batterieprogramm anstrebt: Geplante 400 Gigawattstunden Kapazität mit Partnern bis 2030, darunter vier Werke in Nordamerika.

Quelle: Reuters – Exclusive: Automakers to double spending on EVs, batteries to $1.2 trillion by 2030

worthy pixel img

Dir gefällt Elektroauto-News?

Mache uns zu deiner bevorzugten Quelle bei Google. Dadurch werden dir unsere neuesten Artikel und Testberichte in deiner Google-Suche häufiger angezeigt.

Google Preferred Badge - Elektroauto-News
Kostenlos & jederzeit in deinen Google-Einstellungen änderbar.
Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Automobilindustrie

Supercredits statt Strafzahlungen? Das sagen die Hersteller

Supercredits statt Strafzahlungen? Das sagen die Hersteller

Daniel Krenzer  —  

Europäische Hersteller sprechen sich mehrheitlich für Einführung von Supercredits für kleine und in Europa produzierte E-Autos aus.

„Carspreading“ frisst europaweit Millionen von Parkplätzen

„Carspreading“ frisst europaweit Millionen von Parkplätzen

Michael Neißendorfer  —  

Neuwagen wachsen jährlich um 1,2 cm in der Länge. Allein London und Berlin drohen deshalb, jeweils über 100.000 Parkplätze zu verlieren.

Schwellenländer ziehen an, USA fallen zurück: 2026 fährt jeder vierte Neuwagen elektrisch

Schwellenländer ziehen an, USA fallen zurück: 2026 fährt jeder vierte Neuwagen elektrisch

Tobias Stahl  —  

Laut BloombergNEF fährt 2026 bereits jeder vierte Neuwagen elektrisch. Bis 2035 soll der Anteil auf über 50 Prozent steigen – doch einzelne Länder könnten zurückfallen.

Automechanika Frankfurt: Aftermarket im Aufbruch

Automechanika Frankfurt: Aftermarket im Aufbruch

Sebastian Henßler  —  

Die Automechanika Frankfurt öffnet im September ihre Tore. 4500 Aussteller, neue KI-Formate und ein Rekord bei den Innovation Awards erwarten die Branche.

Automobiler Mittelstand meldet Standortkrise in Deutschland

Automobiler Mittelstand meldet Standortkrise in Deutschland

Sebastian Henßler  —  

Eine VDA-Umfrage unter 116 Unternehmen zeigt, dass sich die Geschäftslage im automobilen Mittelstand deutlich verschlechtert hat.

EU-Regulierung beschleunigt Chinas Fabrikoffensive in Europa

EU-Regulierung beschleunigt Chinas Fabrikoffensive in Europa

Sebastian Henßler  —  

Chinesische Autobauer sichern sich Produktionsstandorte in Europa, bevor ein neues EU-Gesetz Direktinvestitionen aus China erschwert.

„Made in Europe“: VW, Stellantis und Renault fordern simple EU-Regeln

„Made in Europe“: VW, Stellantis und Renault fordern simple EU-Regeln

Tobias Stahl  —  

Volkswagen, Stellantis und Renault wenden sich in einem gemeinsamen Schreiben an die EU – und fordern möglichst simple Regeln zum Schutz der hiesigen Automobilindustrie.