MAN baut Batterie-Reparaturzentren in ganz Europa auf

MAN baut Batterie-Reparaturzentren in ganz Europa auf
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Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
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In den Jahren 2024 und 2025 wird der Lkw- und Bushersteller MAN Batterie-Reparaturzentren in Italien, Dänemark/Norwegen, Österreich, Belgien, Niederlande, Frankreich, Polen und UK aufbauen, weitere Länder in Europa sind in Planung, so MAN in einer aktuellen Mitteilung. Dafür sollen in den kommenden zwei Jahren Investitionen in Millionenhöhe getätigt werden.

Zwei Batterie-Reparaturzentren sind in Deutschland (Standort Hannover-Laatzen) und Spanien (Barcelona) bereits in Betrieb. Das Ausrollen der Battery Repair Hubs in Europa wird notwendig, weil 2024 die ersten Einheiten der neuen MAN eTruck Generation an Kunden ausgeliefert werden. Über 1000 batterie-elektrische Stadtbusse sowie mehr als 2400 rein elektrische Transporter des Herstellers sind bereits auf Europas Straßen unterwegs. Mit dem Hochlauf der Produktion von Elektro-Lkw wird die elektrische Fahrzeugpopulation in den kommenden Jahren weiter signifikant steigen. Darauf bereitet sich der Münchner Nutzfahrzeughersteller intensiv innerhalb seiner Service-Organisation vor.

Die Batteriereparatur ist für MAN eine Notwendigkeit, um die Wirtschaftlichkeit und Einsatzbereitschaft der Elektrofahrzeuge unserer Kunden auf hohem Niveau sicherzustellen. Darüber hinaus leisten wir einen großen Beitrag zum Closed-Loop-Ansatz der Traktionsbatterien, denn das Batterieleben im Fahrzeug wird dadurch verlängert, was wichtige Ressourcen schont“, sagt Christopher Kunstmann, Senior Vice President Customer Service Management bei MAN Truck & Bus.

Das erste Batterie-Reparaturzentrum und der damit verbundene Aufbau von Know-How, was die Instandsetzung von Batterien betrifft, datiert bereits auf das Jahr 2020. Die ersten Pilotinstandsetzungen und Prozessdokumentationen erfolgten für die Batterie des elektrischen Transporters MAN eTGE, der 2018 seinen Marktstart hatte. Darauf folgten die Batteriepacks des Verteiler-Lkw MAN eTGM, der ab 2020 in einer Kleinserie aufgelegt wurde, sowie der Serienstart des elektrischen Stadtbuses MAN Lion’s City E – ebenfalls im Jahr 2020. Für all diese unterschiedlichen Batterien wurden jeweils Reparaturschritte erprobt, Mitarbeiter qualifiziert, Reparaturanleitungen erstellt und Anforderungen an den Arbeitsplatz festgelegt.

Dieses Wissen, das im ersten MAN Batterie-Reparaturzentrum in Hannover-Laatzen aufgebaut wurde, wird jetzt sukzessive in die weiteren Märkte übertragen. Perspektivisch soll in jedem Markt, in dem MAN mit batterie-elektrischen Nutzfahrzeugen vertreten ist, ein Battery Repair Hub betrieben werden. Durch kurze Transportwege und geschulte Techniker vor Ort soll damit eine schnelle Instandsetzung der Batterie gewährleistet werden.

Ein Batterie-Reparaturzentrum habe bei MAN bestimmte Kriterien zu erfüllen, die sich aus der Praxiserfahrung sowie aus gesetzlichen Normen in den jeweiligen Ländern ergeben. Zum einen ist das entsprechende Hochvolt- und Spezialwerkzeug erforderlich, das für den Umgang mit den jeweiligen Batterietypen der Fahrzeuge benötigt wird. Außerdem muss für die dort arbeitenden Elektrofachkräfte spezielle Schutzausrüstung vorhanden sein. Auch die Räumlichkeiten müssen bestimmte Anforderungen einhalten, z.B. Zugangskontrolle, Doppelflügeltüren, Klimatisierung, Be- und Entlüftungskonzept, 400 V-Steckdose und Lastenkran.

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Grundsätzlich ist es laut eigener Aussage das oberste Ziel von MAN Truck & Bus, die Batterie so lange im Fahrzeug zu nutzen wie möglich. Deshalb stehe die Reparatur und das Remanufacturing im Zentrum der aktuellen Maßnahmen. Seit 2023 leitet MAN das Revamp-Projekt, ein Konsortium aus neun Partnern aus Industrie und Wissenschaft. Dieses auf drei Jahre angelegte Projekt hat das Ziel, den Prozess der Zustandsbewertung von gebrauchten Fahrzeugbatterien zu automatisieren. Mit diesem Wissen sollen Batterien wirtschaftlich wiederaufbereitet werden (Remanufacturing), um anschließend im Fahrzeug (2nd Use) oder zu anderem Zweck (2nd Life) eingesetzt zu werden. Das Revamp-Projekt wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) gefördert.

Kreislaufwirtschaft für nachhaltigere Batterien

Das Reparieren der Batterie und ihre Wiederaufbereitung seien wesentliche Elemente der Battery Closed Loop Strategie sowie der Nachhaltigkeitsstragie von MAN. Dafür seien die Diagonsefähigkeit der Batterie und deren wirtschaftliche Demontage von essentieller Bedeutung. Das übergeordnete Ziel sei es, einen geschlossenen Kreislauf für die Batterien zu etablieren. Wichtige Meilensteine in diesem Batteriekreislauf sind nach der ersten Nutzung im Fahrzeug, zum einen ein weiterer Einsatz im Fahrzeug (2nd Use) oder in einer anderen Anwendung (2nd Life).

Um den Wiederverwertungskreis (Closed Loop) der wertvollen Batteriematerialien zu schließen, hat MAN bereits die Themen Recycling sowie die Rückführung der reycelten Rohstoffe (Rezyklat) in neue Batteriezellen im Fokus. Durch den für die Elektrifizierung des MAN Portfolios steigenden Bedarf an Batteriezellen werden Treibhausgasemissionen in der Lieferkette steigen, sofern dem nicht durch dedizierte Maßnahmen entgegenwirkt wird. Die Nutzung von Sekundärmaterial stellt dabei eine der möglichen Stellschrauben dar, die es zur Dekarbonisierung des Hotspots „Batteriezelle“ zu adressieren gilt.

Voraussetzung für den Closed Loop ist, dass ausreichend recyceltes Material zur Verfügung steht. Damit dies zukünftig der Fall ist, arbeitet MAN gerade mit seiner Muttergesellschaft Traton und dem COE (Center of Excellence) des Volkswagen-Konzerns an Konzepten, die geschlossene Kreisläufe ermöglichen sollen. Das Ziel ist es hier, das zukünftig ausreichend Rezyklat für neue Batterien zur Verfügung steht, um auch den Zielwerten der neuen Batterieverordnung (BattVO) der Europäischen Union zu entsprechen.

Um dem Ziel des Battery Closed Loop näher zu kommen, ist MAN Truck & Bus im Jahr 2023 auch Partner des Münchner Start-Up-Netzwerkes Circular Republic geworden. Circular Republic hat sich zur Aufgabe gesetzt, etablierte Unternehmen und Start-ups zusammenzubringen, um Innovationen der Kreislaufwirtschaft umzusetzen und weiter zu entwickeln. In einem ersten Projekt unter der Führung von Circular Republic arbeitet MAN gemeinsam mit weiteren Kooperationspartnern an der teilautomatisierten Zerlegung von Traktionsbatterien sowie dem Recycling der Zellmodule.

Quelle: MAN – Pressemitteilung vom 22.02.2024

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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