Elektro-Lkw von MAN für 2024 fast ausverkauft

Elektro-Lkw von MAN für 2024 fast ausverkauft
Copyright:

MAN

Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 3 min

Die für das Jahr 2024 limitierten ersten Modelle des neuen MAN eTruck sind gut drei Monate nach Bestellstart bereits „bis auf ganz wenige Fahrzeuge“ ausverkauft, so der Hersteller in einer aktuellen Mitteilung. Demnach liegen insgesamt gut 700 Bestellungen und Bestellanfragen für die E-Lkw vor, der überwiegende Teil davon entfalle auf die Großserienproduktion, die ab 2025 im MAN-Werk München starten soll. Dann werden Lkw mit Diesel- und batterieelektrischem Antrieb auf derselben Montagelinie gefertigt, was – je nach Nachfragesituation – größtmögliche Flexibilität erlaubt. Parallel dazu werden im MAN-Werk in Nürnberg Batteriepakete gefertigt. Geplant ist, dass bereits 2030 die Hälfte aller neuen in Europa ausgeliefert MAN-Trucks elektrisch betrieben sind.

Wir freuen uns sehr darüber, dass der neue MAN Elektro-Lkw bei unseren Kunden vom Start weg so großen Anklang findet. Dazu trägt sicher auch das modulare Batteriekonzept bei, das für jede Anwendung den richtigen Kompromiss aus Reichweite und Nutzlast bietet und alle gängigen Arten von Aufbauten ermöglicht“, sagt Alexander Vlaskamp, CEO von MAN Truck & Bus. „Die passenden Fahrzeuge für die Antriebswende im Straßengüterverkehr sind also da und rollen noch in diesem Jahr zu den ersten Kunden!“, so der MAN-Chef.

Vlaskamp sagt mit Blick auf die hohe Nachfrage, dass sowohl die Nutzfahrzeugindustrie als auch große Teile der Logistikbranche dazu bereit seien, „einen entscheidenden Beitrag im Kampf gegen den Klimawandel zu leisten“. Allerdings fehle noch eine ganz entscheidende Sache: „Wir brauchen dringend die passende öffentliche Ladeinfrastruktur, damit der CO2-neutrale Güterverkehr auf der Straße Fahrt aufnehmen kann und auf Seiten der Kunden der Anfangseuphorie keine Ernüchterung folgt“.

MAN nimmt als Teil der Traton Gruppe zusammen mit der Volvo Group und Daimler Truck auch selbst das Heft in die Hand: Gemeinsam planen die drei Nutzfahrzeughersteller im Joint Venture Milence ein Netz von europaweit mindestens 1700 Hochleistungs- und Megawatt-Ladepunkten für Nutzfahrzeuge. „Für den konsequenten Umstieg brauchen wir in Europa aber mindestens 50.000 Ladepunkte bis 2030. Es sind daher nun alle Akteure aus Politik und dem Energiesektor gefordert, um diesen wichtigen Beitrag für die Klimaziele gemeinsam zu erreichen“, fordert Vlaskamp.

Tagesreichweiten bis 800 km sind möglich

Die zwei Elektro-Lkw eTGX und eTGS können mit wahlweise drei bis sechs Batteriepacks geordert werden. So kann für jede Einsatzcharakteristik – von der Supermarktbelieferung in der Innenstadt, über die regionale Baustoffversorgung, bis hin zum Fernverkehr in der Produktions-Logistik – die optimale Fahrzeugkonfiguration hinsichtlich Reichweite, Nutzlast und Ladedauer gewählt werden. Mit sechs Batteriepaketen, von denen je zwei unter dem Fahrerhaus und bis zur vier weitere seitlich am Fahrzeugrahmen verbaut sind, bieten eTGX und eTGS bis zu 480 kWh nutzbare Batteriekapazität für Tagesreichweiten bis zu 800 Kilometern.

Für schnelles Zwischenladen in der Lenkzeitpause bietet MAN neben dem CCS-Standard mit bis zu 375 kW direkt seit Verkaufsstart den noch deutlich leistungsfähigeren Megawattladestandard (Megawatt Charging System, MCS) an, der zunächst 750 kW, in einer späteren Ausbaustufe sogar über ein Megawatt Ladeleistung ermöglichen soll.

Schon vor dem Kauf eines neuen eTruck begleitet der Hersteller seine Kunden: Das Angebot umfasst neben der Beratung zum geeigneten Fahrzeug auch die Betrachtung kundenspezifischer Einsatzbedingungen einschließlich Kostenoptimierung, Routenanalyse, Flottenoptimierung und darauf aufbauend auch die notwendige Beratung zur Ladeinfrastruktur. Dabei unterstützen zusätzlich digitale Tools die Planung von Kunden, etwa wie sich ihre Lieferrouten rein elektrisch fahren lassen oder wie das Aufladen möglichst effizient und kostengünstig gelingt. Über Kooperationen mit Ladeinfrastrukturherstellern wie ABB, Heliox und SBRS hat MAN für Kunden zudem ein eigenes Ladeinfrastruktur-Angebot im Portfolio.

Quelle: MAN – Pressemitteilung vom 23.01.2024

worthy pixel img

Dir gefällt Elektroauto-News?

Mache uns zu deiner bevorzugten Quelle bei Google. Dadurch werden dir unsere neuesten Artikel und Testberichte in deiner Google-Suche häufiger angezeigt.

Google Preferred Badge - Elektroauto-News
Kostenlos & jederzeit in deinen Google-Einstellungen änderbar.
Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Elektro-Lkw

Drei Kontinente, drei Tempi bei der Lkw-Elektrifizierung

Drei Kontinente, drei Tempi bei der Lkw-Elektrifizierung

Sebastian Henßler  —  

Die BCG-Studie zeigt, dass sich der weltweite Hochlauf von Elektro-Lkw regional zunehmend diversifiziert und eine globale Strategie riskant wird.

E-Lkw: Bis 2030 dürfte Kostenvorteil deutlich wachsen

E-Lkw: Bis 2030 dürfte Kostenvorteil deutlich wachsen

Daniel Krenzer  —  

E-Lkw rechnen sich oft bereits heute. Eine neue Studie zeigt: Bis 2030 könnten sie bei einem Großteil des europäischen Güterverkehrs günstiger als Diesel sein.

Sungrow: Megawatt-Charging wird in zwei Jahren Alltag im Fernverkehr

Sungrow: Megawatt-Charging wird in zwei Jahren Alltag im Fernverkehr

Sebastian Henßler  —  

Warum Pkw und Lkw beim Megawattladen unterschiedliche Zeithorizonte haben und wann MCS im deutschen Fernverkehr wirklich zum Regelbetrieb wird.

Daimler Truck und Partner wollen Wasserstoff-Lkw gemeinsam voranbringen

Daimler Truck und Partner wollen Wasserstoff-Lkw gemeinsam voranbringen

Daniel Krenzer  —  

Daimler Truck, Volvo, Toyota, Bosch und weitere Unternehmen wollen gemeinsam Wasserstoff-Lkw und die nötige Infrastruktur in Europa voranbringen.

Chemnitzer Spedition investiert in E-Lkw-Ladepark

Chemnitzer Spedition investiert in E-Lkw-Ladepark

Arun Niemann  —  

Die Chemnitzer Spedition ECL investiert 1,6 Millionen Euro in E-Lkw-Ladeinfrastruktur. Ein Solarzaun soll den Umstieg zusätzlich unterstützen.

VDA fordert Ausbauturbo für Lkw-Ladeinfrastruktur

VDA fordert Ausbauturbo für Lkw-Ladeinfrastruktur

Sebastian Henßler  —  

Der VDA sieht in der fehlenden Ladeinfrastruktur den zentralen Bremsklotz für elektrische Lkw und fordert bis 2030 rund 35.000 Schnellladepunkte in Europa.

Einride bestellt 500 Tesla-Semi-Lkw für US-Flotte

Einride bestellt 500 Tesla-Semi-Lkw für US-Flotte

Sebastian Henßler  —  

Einride hat 500 Tesla-Semi-Lkw bestellt und verdreifacht damit seine Flotte auf etwa 750 Fahrzeuge. Die ersten Auslieferungen starten im September.