Lucid kämpft mit Lieferengpässen und Kosten

Lucid kämpft mit Lieferengpässen und Kosten
Copyright:

Lucid

Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 2 min

Der US-Elektroautohersteller Lucid hat seine Produktionsprognose für das Jahr 2025 nach unten korrigiert. Interim-CEO Marc Winterhoff erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters, das Unternehmen sehe sich weiterhin mit Engpässen und strukturellen Herausforderungen in der Lieferkette konfrontiert. Die Anpassung reiht sich in eine Serie von Schwierigkeiten ein, die derzeit zahlreiche Hersteller elektrischer Autos betreffen: von knappen Rohstoffen über Tarifbarrieren bis hin zu Störungen in der Zulieferproduktion.

Die Mitteilung fiel zeitlich mit der Vorlage der Zahlen für das dritte Quartal zusammen. Dabei blieb Lucid deutlich hinter den Erwartungen der Analysten zurück. Zwar stieg der Umsatz im Jahresvergleich um 68 Prozent auf umgerechnet rund 286 Millionen Euro. Doch die Schätzungen des Marktes lagen bei rund 322 Millionen Euro. Parallel verzeichnete das Unternehmen einen höheren Verlust als prognostiziert.

Winterhoff erklärte, Lucid wolle im kommenden Jahr etwa 18.000 Autos produzieren. Bereits im August war die Prognose auf eine Spanne von 18.000 bis 20.000 Einheiten gesenkt worden. Analysten erwarten im Durchschnitt, dass das Unternehmen in diesem Jahr rund 17.320 Autos fertigen wird. Damit bewegt sich die neue Planung nur knapp über dem aktuellen Produktionsniveau.

Ein Teil der Verzögerungen ist auf mehrere externe Faktoren zurückzuführen. Neben den anhaltenden Problemen bei der Beschaffung von Halbleitern und seltenen Erden sorgte ein Brand im September bei einem Aluminiumzulieferer für weitere Einschränkungen. Auch die Einfuhrzölle auf bestimmte Autoteile haben die Kosten erhöht und den Produktionsablauf belastet. Diese Kombination führte zu einem geringeren Anstieg der Fertigung bei den Modellen Air und Gravity als ursprünglich vorgesehen.

Inzwischen habe man einige der Engpässe überwunden, so Winterhoff. Lucid habe unter anderem eine zweite Produktionsschicht eingeführt, um die Fertigung zu beschleunigen. Mit dem Start der SUV-Baureihe Gravity und der Vorbereitung eines günstigeren Mittelklassemodells will das Unternehmen im kommenden Jahr neue Kundengruppen erreichen.

Für die notwendige finanzielle Stabilität sorgt eine erweiterte Kreditlinie. Der Public Investment Fund (PIF) aus Saudi-Arabien, Hauptaktionär von Lucid, hat die Kreditfazilität auf rund 1,7 Milliarden Euro angehoben. Die Summe wurde bislang nicht abgerufen, soll jedoch als Absicherung für den weiteren Ausbau der Produktion dienen. Analysten rechnen dennoch mit einer Verlangsamung der Nachfrage im vierten Quartal.

Quelle: Reuters – Lucid cuts 2025 production forecast as supply challenges hurt

worthy pixel img

Dir gefällt Elektroauto-News?

Mache uns zu deiner bevorzugten Quelle bei Google. Dadurch werden dir unsere neuesten Artikel und Testberichte in deiner Google-Suche häufiger angezeigt.

Google Preferred Badge - Elektroauto-News
Kostenlos & jederzeit in deinen Google-Einstellungen änderbar.
Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Lucid Motors News

Lucid streicht Jobs und zweite Produktionsschicht

Lucid streicht Jobs und zweite Produktionsschicht

Sebastian Henßler  —  

Lucid trennt sich von 18 Prozent der Belegschaft. Nach zwölf Prozent im Februar sind in diesem Jahr nun zusammen schon rund 2500 Stellen weggefallen.

Lucid: Neustart mit offenem Ausgang und Milliardenverlust

Lucid: Neustart mit offenem Ausgang und Milliardenverlust

Sebastian Henßler  —  

Lucid Motors meldet 851 Millionen Euro Verlust im ersten Quartal und setzt die Jahresprognose aus. Ein Sitzdefekt beim Gravity bremste alle Auslieferungen.

Lucid: Neuer CEO, neuer Uber-Deal, neue Milliarden

Lucid: Neuer CEO, neuer Uber-Deal, neue Milliarden

Sebastian Henßler  —  

Uber erhöht seine Lucid-Bestellung auf 35.000 Autos und investiert erneut. Zusammen mit dem PIF fließen knapp 900 Millionen Euro in den Hersteller.

Wir sind den Lucid Gravity gefahren – was er wirklich kann

Wir sind den Lucid Gravity gefahren – was er wirklich kann

Joaquim Oliveira  —  

Sieben Sitze, 748 km Reichweite, 617 kW – der Lucid Gravity ist kein gewöhnlicher Elektro-SUV. Wir sind das E-Auto aus Kalifornien erstmals in Europa gefahren

Lucid macht den Gravity zum mobilen Servicecenter

Lucid macht den Gravity zum mobilen Servicecenter

Sebastian Henßler  —  

Lucid nutzt erstmals ein eigenes Modell als mobile Serviceplattform. Der Gravity ersetzt die bisherigen Transporter im Programm Lucid Care.

Lucid verfehlt aufgrund von Rückruf seine Quartalsziele

Lucid verfehlt aufgrund von Rückruf seine Quartalsziele

Laura Horst  —  

Lucid Motors verfehlte im ersten Quartal seine Auslieferungszeile, nachdem es bezüglich des Gravity zu einem Produktionsstopp und Rückruf gekommen war.

Lucid Cosmos und Earth starten unter 43.500 Euro

Lucid Cosmos und Earth starten unter 43.500 Euro

Sebastian Henßler  —  

Auf dem Investor Day in New York skizzierte Lucid seinen Wachstumsplan: neue Midsize-Modelle ab unter 43.500 Euro, ein neuer Antrieb und mehr Kooperationen.