Chinesischer Autobauer stellt erstes Modell mit Cell-to-Chassis-Technologie vor

Chinesischer Autobauer stellt erstes Modell mit Cell-to-Chassis-Technologie vor
Copyright:

Leap Motor

Iris Martinz
Iris Martinz
  —  Lesedauer 2 min

Aktuell setzen die meisten E-Auto-Hersteller auf vorgefertigte, ultraflache Plattformen, die viel Platz für Batterie, Passagiere und Zuladung lassen. Batteriehersteller wie CATL verfolgen einen weiteren Optimierungsschritt: die Cell-to-Chassis-Technologie (CTC). Dabei werden die Batteriezellen direkt in die Karosserie verbaut, was Kosten sparen und Reichweite bringen soll, aber schlecht für die Recyclingfähigkeit der Batterien ist. Der chinesische E-Auto-Spezialist Leap Motor hat nun das erste Modell vorgestellt, das auf dieser neuen Technologie basiert, den C01. Die Limousine leistet in der Allradversion beachtliche 400 Kilowatt (540 PS) bei einem Einstiegspreis von nur 25.500 Euro.

Die Flaggschiff-Limousine ist etwas mehr als fünf Meter lang. Die fünf Modellvarianten gibt es mit vier verschiedenen Reichweiten, zwischen 500 und 630 Kilometer. Die CTC Technologie spart 20 Prozent an Komponenten sowie 15 Kilogramm Gewicht ein. Da die Batteriemodule aber schwer zu demontieren sind, wird es diese Technologie in Europa wegen der hohen Recyclingvorgaben schwer haben. Die Gesamteffizienz des ölgekühlten Elektromotos liegt laut Angaben des Unternehmens bei 88,5 Prozent. Die Hinterradversion weist 200 Kilowatt (270 PS) bei 300-500 Nm auf. In der Allradversion kommt ein baugleicher Elektromotor dazu, der die Leistung entsprechend verdoppelt. Damit beschleunigt der C01 von 0 auf 100 km/h in 3,66 Sekunden.

Gestartet werden kann der C01 – ähnlich wie viele Smartphones – nur mit einer Face ID-Identifizierung, die allerdings auch automatisch 25 fahrerabhängige Einstellungen speichert. Eine hohe Interkonnektivität ermöglicht die Steuerung direkt über Smartphone oder Smartwatch. 23 intelligente Fahrerassistenzsysteme, darunter automatisiertes Einparken von innerhalb oder außerhalb des Autos und automatisiertes Überholen, sorgen für umfangreiche Sicherheit.

Nach dem Minivan T03, dem Coupé S01 und dem SUV-Modell C11 ist der C01 das vierte Modell, das das erst 2015 gegründete Unternehmen auf den (chinesischen) Markt bringt. 2021 wurden knapp 44.000 Fahrzeuge ausgeliefert, 443,5 Prozent mehr als im Jahr davor. Allein zwischen Jänner und April 2022 wurden hingegen bereits 30.000 Fahrzeuge ihren Käufern übergeben. Leap Motor fokussiert sich auf den Mittelklassemarkt in der Preisrange zwischen 21.000 und 42.000 Euro.

Das Unternehmen legt zudem Wert auf die Feststellung, dass man vom weltweiten Chipmangel aktuell nicht betroffen wäre. Die notwendigen Chips würden von unternehmenseigenem Personal entwickelt werden. Ab 2024 wird Leapmotor allerdings den NVIDIA Orin-X Chip verwenden.

Quelle: cnevpost.com – Leapmotor unveils C01 sedan with cell to chassis technology

Worthy not set for this post
Iris Martinz

Iris Martinz

Iris Martinz ist Unternehmens- und E-Mobilitätsberaterin in Österreich, mit langjähriger Erfahrung im Recycling und Second Life von E-Mobilitätsbatterien. Fährt sowohl rein elektrisch, als auch V8, und möchte die beiden Welten etwas näher zusammenbringen. Nachzulesen unter www.mustangsontour.com.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Elektroauto Hersteller

Bidirektionales Laden (V2G): Polestar arbeitet an virtuellem Kraftwerk

Bidirektionales Laden (V2G): Polestar arbeitet an virtuellem Kraftwerk

Felix Katz  —  

Polestar entwickelt für das bidirektionale Laden ein virtuelles Kraftwerk. So sehen die Potenziale und Herausforderungen der Vehicle-to-Grid-Technologie aus.

Caterham Project V: bildschön und leicht, aber teuer

Caterham Project V: bildschön und leicht, aber teuer

Felix Katz  —  

Caterhams Project V soll 2026 auf die Straßen kommen – für mindestens 90.000 Euro. Das Konzeptmodell kommt von einem bekannten Designer.

VW setzt auf lokale Kooperationen in China

VW setzt auf lokale Kooperationen in China

Maria Glaser  —  

Um sich weiterhin erfolgreich auf dem chinesischen Markt für Elektroautos zu behaupten, arbeitet VW eng mit Unternehmen vor Ort zusammen.

EnBW feiert 1000 Schnellladestandorte für E-Autos

EnBW feiert 1000 Schnellladestandorte für E-Autos

Michael Neißendorfer  —  

1000 Standorte in ganz Deutschland: EnBW betreibt eines der größten Schnellladenetze für Elektroautos bundesweit.

Zeekr 001 und X: Bestellstart in Schweden und den Niederlanden

Zeekr 001 und X: Bestellstart in Schweden und den Niederlanden

Felix Katz  —  

Die Zeekr-Modelle 001 und X können in Schweden und den Niederlanden vorbestellt werden. Der Auslieferungsstart ist im Herbst.

„Kaum erfüllbar und realitätsfern“: Widerstand gegen Euro 7 wächst

„Kaum erfüllbar und realitätsfern“: Widerstand gegen Euro 7 wächst

Felix Katz  —  

Die geplante Euro-7-Abgasnorm scheint auf der Kippe zu stehen. Mehrere EU-Staaten und Autohersteller wollen eine weitere Senkung der Grenzwerte verhindern.

Batterieproduktion in Europa in Gefahr?

Batterieproduktion in Europa in Gefahr?

Hannes Dollinger  —  

Eine neue Studie besagt, dass bis zu 68 Prozent der bis 2030 in der EU geplanten Lithium-Ionen-Batterie-Produktionen gefährdet sind.