PEM veröffentlicht ausführliche Batterie-Recycling-Info

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PEM RWTH Aachen

Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 2 min

Der Lehrstuhl „Production Engineering of E-Mobility Components“ (PEM) der RWTH Aachen hat gemeinsam mit dem Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) und der TU Braunschweig die lesenswerte Broschüre „Recycling von Lithium-Ionen-Batterien“ (als PDF verlinkt) veröffentlicht. Das 28 Seiten starke Dokument erläutert den Aufbau und die Funktionsweise von Akkus, die Risiken im Umgang mit den Batterien, die Herausforderungen bei der Demontage und ihrer Automatisierung sowie verschiedene Ansätze des Recyclings.

Die Menge der Lithium-Ionen-Batterien, die sich im letzten Abschnitt ihres ‚Lebens‘ im Elektrofahrzeug befinden, steigt in den kommenden Jahren massiv. Deshalb müssen wir wirtschaftliche und nachhaltige Konzepte zum Recycling und zur Rohstoffrückgewinnung entwickeln“, betont PEM-Leiter Professor Achim Kampker. Schon heute sei eine Recycling-Quote von bis zu 95 Prozent technisch machbar. „Die in der aktuellen Batterieherstellung noch sehr hohen Produktionsausschüsse und der in den nächsten Jahren zu erwartende hohe Anstieg der ‚End of Life‘-Batterien macht eine energieeffiziente Kreislaufwirtschaft und höhere Recycling-Kapazitäten notwendig“, sagt Professor Arno Kwade, Gründer und Sprecher der „Battery LabFactory“ der TU Braunschweig.

Das Thema sei zudem für den Maschinen- und Anlagenbau bedeutsam, da sich mit steigendem Recycling-Bedarf ein vollkommen neues Marktsegment eröffne, ergänzt Dr. Joachim Döhner, Vorstandsvorsitzender der VDMA-Fachabteilung Batterieproduktion und „Senior Director Global Sales Battery“ der KUKA Systems GmbH: „Die erforderliche Automatisierung der Batteriedemontage und die Rückgewinnung von Wertstoffen wird neues Know-how und am Ende auch neue Geschäftsbereiche hervorbringen.“

Zur Umsetzung nachhaltiger Konzepte für Batterien an ihrem „End of Life“ müssten sich sämtliche Akteure entlang der Wertschöpfung – von der Materialsynthese über die Batteriezell-, Batteriemodul- und Batteriepackproduktion bis hin zur Nutzungsphase – mit dem Thema auseinandersetzen, betonen die Autoren der Broschüre.

Quelle: RWTH Aachen – Pressemitteilung vom 24.08.2021

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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Helmuth Meixner:

Das Kernproblem dürften nicht die verwendeten Stoffe sein, sondern der Ausbaum die Lagerung und das Zerlegen der Akkus. Wer kann das für wenige Euronen bewerkstelligen? Bei alten Akkuschrott, bei dem die Kosten für Arbeiten höher sind, als der Zeitwert der alten E-Kiste. Früher schon wurde Akku-Pfand in diese Diskussion gebracht. Aber vlt. legt sich auch diese Aufregung, wenn es vielen Leuten so geht: https://youtu.be/PClclLl6uhE

Peter:

Wird die NatriumIonen Batterie, die CATL ab 23 in Serie bauen will, eine fundamentale Veränderung bewirken? Schließlich ist kein Lithium, Kobalt und Kupfer mehr enthalten

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