Kombi-Duell: Wie schneidet der MG5 gegen den VW Passat ab?

Kombi-Duell: Wie schneidet der MG5 gegen den VW Passat ab?
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Daniel Krenzer
Daniel Krenzer
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Kombis sind in der Welt der Elektroautos noch eher Exoten. Die Chinesen von MG haben mit dem MG5 den ersten klassischen E-Kombi auf den Markt geworfen. Wie schlägt der sich gegen den Kombi-König von Volkswagen, den Passat Variant mit Benzinmotor? Das wollte die Auto Zeitung wissen – und hat in der aktuellen Ausgabe einen entsprechenden Vergleichstest veröffentlicht.

Auch Volkswagen wird mit dem ID.7 den Passat in die elektrische Welt überführen. Aktuell aber ist noch der TSI mit 110 kW (150 PS) und Benzinmotor das Maß, mit dem sich der MG5 messen muss. Der MG hat mit 115 kW (156 PS) sogar die etwas stärkere Systemleistung. Mit 4,78 Metern ist der Passat gut 18 Zentimeter länger als sein elektrischer Herausforderer, der trotz des 61,1 kWh fassenden Akkus im Test nur 74 Kilo mehr auf die Waage brachte als der VW.

MG5 beschleunigt schneller

Bei der Beschleunigung von 0 auf 100 Stundenkilometer ist der MG5 mit 7,5 Sekunden etwas stärker als der Passat Variant mit seinen 8,8 Sekunden. Allerdings schafft dieser 214 Stundenkilometer in der Spitze, beim elektrischen Kombi ist „schon“ bei 185 Stundenkilometern Schluss. Im Test erzielte der MG5 286 Kilometer an Reichweite, beim Passat waren es 957 Kilometer – hier liegt dieser also wenig überraschend klar vorne.

Das ganz große Plus des MG5 zeigt sich in der Kategorie Umwelt und Kosten. Mit 27.135 Euro bewertetem Preis inklusive Umweltbonus ist der MG5 weitaus günstiger als der Passat Variant mit bewerteten 42.585 Euro. Allerdings erwarten die Tester für den Passat einen deutlich geringeren Wertverlust. Im Test wurde mit dem vollelektrischen Kombi ein Verbrauchswert von 14,9 bis 20 kWh pro 100 Kilometer ermittelt, beim Passat waren es 5,4 bis 6,9 Liter Benzin. Beim CO2-Ausstoß hat somit der MG5 die Nase natürlich klar vorne, selbst beim berücksichtigten Standard-Strommix in Deutschland verursacht er nur 85 Gramm CO2 pro Kilometer, beim Passat ist es mit 163 Gramm fast doppelt so viel.

Passat darf deutlich mehr ziehen

In der Kategorie Motor und Getriebe kann sich der MG5 ebenfalls – wenn auch knapp – gegen den Volkswagen durchsetzen. Das liegt zum einen an den Verbrauchswerten, zum anderen wurden aber auch die Laufkultur und die Beschleunigung beim Chinesen mit mehr Punkten belohnt. Beim MG5 wurde allerdings unter anderem ein Poltern während der Fahrt kritisiert.

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RoClickMag / Shutterstock / 2222662861

In der Endabrechnung gewinnt dennoch der Passat Variant recht deutlich. In den Kategorien Fahrkomfort, Fahrdynamik und Karosserie distanziert der Volkswagen den elektrischen Konkurrenten mitunter deutlich. Auch die maximale Anhängelast von nur 500 Kilo im Vergleich zu 1600 Kilo beim VW kostet den MG5 wertvolle Punkte. Am Schluss setzt sich der Passat Variant mit 3247:3010 von 5000 erreichbaren Punkten durch.

Der VW sei besonders harmonisch

„Auch auf seine alten Tage ist der VW Passat Variant 1.5 TSI ein ausgesprochen harmonisches Fahrzeug“, heißt es im Fazit. Der Kombi brauche auch am Ende seiner Laufzeit keinen Vergleich scheuen. Der MG5 sei nicht nur deutlich kleiner, sondern auch in vielen Punkten deutlich weniger durchdacht – auch wenn Preis und Effizienz einiges vom Malus wieder aufwiegen würden.

Quelle: Auto Zeitung (12/2023, S. 56 bis 62) – „Vergleichstest Familien-Kombis: Volkswagen aus der Volksrepublik?“

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Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

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