Kleinwagen kommen wieder – als E-Autos

Kleinwagen kommen wieder – als E-Autos
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Renault

Patrick Solberg
Patrick Solberg
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Citroën C1, Ford Fiesta, Fiat Uno oder VW Up – die Zahl der Kleinwagen im europäischen Fahrzeugangebot war über Jahrzehnte ungezählt. Doch über die Jahre wurden die Winzlinge von einst immer größer und teurer – die Kunden stiegen auf andere Fahrzeugklassen um, das Segment stand vor dem Aus. Jetzt scheint das Comeback gesichert. Mit neuen Elektromodellen.

Immer strengere Sicherheitsvorschriften und stetig steigende Komfortansprüche der Kunden sorgten in den späten 1990er und frühen 2000er Jahren dafür, dass die Autohersteller mit ihren Kleinwagen kaum noch Geld mehr verdienen konnten. Keine große Überraschung, dass sich das Kleinwagennetz mächtig ausdünnte. Doch auch wenn viele schon den Abgesang auf das automobile Einstiegssegment schmetterten, sieht es aktuell besser aus denn je. Die Nachfrage nach kleinen Neuwagen zieht durch einen stabilen Elektroauto-Trend und zunehmend schickes Design wieder an. Die Rückkehr der erfolgreichen Kleinwagen scheint nur eine Frage der Zeit; nur günstig sind sie nicht mehr.

Dem Fiesta trauern nicht allein viele Ford-Fans hinterher. Das Einsteigermodell ließ sich nicht mehr ertragreich verkaufen und wurde von den Kölnern ebenso gestrichen wie der noch kleinere Ka. Ford wollte elektrisch werden, und bei der Neuausrichtung gab es kein Platz mehr für das kleine Doppelpack aus Ka und Fiesta. Bitter, denn auch der Focus muss gehen, und so fängt es bei Ford erst mit dem Puma an – auf Wunsch zumindest auch elektrisch.

Auch Volkswagen wollte sich elektrisch neu erfinden, und das Kleinstwagentrio aus VW Up, Skoda Citigo und Seat Mii wurde abgestellt – zu teuer in den Herstellkosten und zu gering in der Nachfrage; sowohl elektrisch als auch als Verbrenner. An sich standen bei den Wolfsburgern sogar Polo und Golf auf der Abschlussliste. Das wurde mittlerweile getilgt, und jetzt sind die Erwartungen umso größer an den neuen VW ID.2, der Ende des Jahres seine Premiere feiern soll. Rein elektrisch mit neuen Designsprache könnte er zum neuen Polo werden. Mit der Studie ID.Every1 gab VW zudem einen Ausblick auf den noch kleineren ID.1, der 2027 erscheinen soll. Die Optik zitiert das klassische VW-Gesicht, die Bedienung des Infotainments entfernt sich etwas vom aktuellen Touchscreen-Fetischismus. Der Einstiegspreis von rund 20.000 Euro ist eine Kampfansage.

VW ID. Every 1: Ein Blick auf den künftigen ID.1
Volkswagen

Renault macht derzeit vor, wie es richtig geht. Jahrzehntelang war von Renault 4 und Renault 5 nichts mehr zu sehen. Doch kurz nacheinander erleben derzeit beide ihre Auferstehung. Der elektrische R5 (95 PS; ab 24.000 Euro) ist etwas cooler und sehenswerter; der R4 auf gleicher technischer Basis und ebenfalls elektrisch mit 120 oder 150 PS angetrieben geht dabei in Richtung Crossover und soll sogar als Allradler kommen. Wer den Renault 5 zwar heiß findet, doch die Praktikabilität vermisst, kann nunmehr zum kleinen großen Bruder R4 greifen – ebenfalls obligatorisch mit einem Elektroantrieb unterwegs. Mit einem Basispreis von 29.400 Euro ist der Renault 4 E-Tech jedoch alles andere als günstig. Mit einer Länge von 4,14 Metern ist er neun Zentimeter kürzer als der Captur und ebenso neun Zentimeter länger als der Clio. Und wem das aus dem Hause Renault nicht reicht: nächstes Jahr kommt eine Neuauflage des Twingo als Elektroauto. Der wird noch kleiner und noch günstiger.

Renault-4-E-Auto-Test-Leistung-Reichweite
Renault

Keine Historie, aber günstig und cool, ist der neue Hyundai Inster. Die Elektroversion des südkoreanischen Schwestermodells Casper ist in Europa allein als Elektrovariante mit lässigem Design und allerhand Praktikabilität zu bekommen. Die rund 23.000 Euro teure Einsteigerversion bietet eine Kombination aus kleinem Akkupaket mit 42 kWh und einem 71 kW / 97 PS starken Elektromotor an der Vorderachse. Nicht nur was die Reichweite anbetrifft, dürfte die stärkere Variante mit 85 kW / 115 PS und einer 49 kWh großen Batterie die größere Nachfrage finden. Das Batteriepaket im Unterboden des Inster erstarkt an einem Schnelllader von 10 auf 80 Prozent in rund einer halben Stunde.

Hyundai

Noch günstiger ist der Leapmotor T03. Auf den ersten Blick sieht der 3,62 Meter lange Kleinwagen aus wie eine Mischung aus einem zu heiß gewaschenen London-Taxi und einem neuen Fiat 500, der ab Herbst nicht mehr allein als 25.000 Euro teure Elektroversion, sondern auch mit einem Hybridantrieb neu aufgelegt werden soll – unter 20.000 Euro. „Der Fiat 500 Hybrid bietet neben seinem ikonischen Design auch einen erschwinglichen Zugang zur Welt der elektrifizierten Fahrzeuge. Damit beweist Fiat erneut, dass soziale Relevanz im Mittelpunkt der Markenmission steht“, betont Fiat-CEO Olivier François.

Stellantis stoppt Bau des Leapmotor T03 in Polen
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Der Dacia Spring kostet in der Basisversion 16.900 Euro. Beim Preis des 2000 Euro teureren Spring Expression Electric 65 herrscht zwischen China-Rumänien und China-Frankreich dann finanzieller Gleichstand. Das Ausstattungs-Bingo entfällt beim Leapmotor T03. Es gibt eine Variante für 18.900 Euro. Punkt. Zur Auswahl stehen lediglich drei Farben: Hellblau, Silber und Weiß.

Es scheint also wieder etwas zu gehen – auf dem Markt der betont elektrischen Kleinwagen und bei knapp über 20.000 Euro dürfte es für die meisten losgehen. Nicht günstig; aber immerhin.

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