JLR verschiebt Markteinführung von elektrischen Modellen

JLR verschiebt Markteinführung von elektrischen Modellen
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Jaguar Land Rover

Maria Glaser
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  —  Lesedauer 4 min

Der britische Autohersteller Jaguar Land Rover (JLR) muss die geplante Markteinführung der neuen, elektrischen Modelle Range Rover sowie von Jaguar nach hinten verschieben. Grund dafür ist laut The Guardian, dass der Autobauer mehr Zeit benötige, um Tests durchzuführen und die Nachfrage zu erhöhen.

Nachdem JLR die Auslieferungen des Range Rover Electric bereits für Ende dieses Jahres geplant und angekündigt hatte, müssen Kund:innen nun doch etwas länger warten. Kürzlich hat JLR, das zum indischen Konzern Tata Motors gehört, die Kundschaft entsprechend informiert, dass die Auslieferung des Modells erst im nächsten Jahr beginnen wird.

Der Produktionsbeginn einer neuen Elektroversion des Range Rover Velar war für April 2026 geplant, könne sich aber laut The Guardian ebenfalls weiter verzögern. Ein weiteres elektrisches Modell der Untermarke Defender könne womöglich im ersten Quartal 2027 in Produktion gehen. JLR selbst habe sich zu konkreten Terminen für die Modelleinführung nicht geäußert.

Unter Bezugnahme auf Insider-Informationen berichtete The Guardian außerdem, dass auch zwei geplante Jaguar-Modelle um mehrere Monate verschoben werden könnten. Das Konzept Jaguar Type 00, das im vergangenen Jahr mit einem auffälligen, blau-pinken Design für viel Aufmerksamkeit sorgte, ist dabei im elektrischen Luxusbereich positioniert. Der Einstiegspreis soll bei umgerechnet über 115.000 Euro liegen und der Produktionsstart sei erst für August 2026 vorgesehen. Das zweite Jaguar-Modell könne dann womöglich erst im Dezember 2027 folgen.

Schwierigkeiten mit US-Zollpolitik

Als britische Luxusmarke, die klar auf Begehren anstelle von Bedarf setzt, hat JLR in den letzten Monaten unter den Auswirkungen von Donald Trumps Zöllen gelitten. In den drei Monaten bis Juni verzeichnete das Unternehmen einen Umsatzrückgang von 15,1 Prozent und die Exporte in die USA wurden vorübergehend gestoppt. Außerdem hat das Unternehmen, um Kosten zu sparen, einen Plan zum Abbau von bis zu 500 Managementstellen aufgestellt.

Diese ersten Turbulenzen nach der Einführung der US-Zölle dürften für JLR jedoch bald abklingen, denn das begrenzte Handelsabkommen des Vereinigten Königreichs mit den USA sieht niedrigere Zölle von 10 Prozent auf die ersten 100.000 Exporte vor. Es wird daher erwartet, dass sich die Umsätze erholen werden. In den letzten zehn aufeinanderfolgenden Quartalen hat JLR Gewinne verzeichnet.

Schleppende Elektrifizierung bei Jaguar Land Rover

JLR hat im Luxussegment vergleichsweise spät auf die Elektrifizierung gesetzt, weshalb dem Unternehmen nun Geldstrafen drohen, wenn es die Verkaufsziele für Elektroautos in Großbritannien nicht erreichen kann. Zwar wurde das Mandat Zero Emission Vehicle (ZEV) im Vereinigten Königreich nach intensiver Lobbyarbeit abgeschwächt, jedoch setzt nun auch JLR auf den Elektromotor: „Bis 2030 wird JLR elektrische Versionen aller seiner Luxusmarken verkaufen. Unsere Pläne und Fahrzeugarchitekturen sind flexibel, sodass wir uns an unterschiedliche Markt- und Kundenanforderungen anpassen können. Wir sind den höchsten Standards in Bezug auf Design, Fähigkeiten und Qualität verpflichtet und werden unsere neuen Modelle zum richtigen Zeitpunkt für unsere Kunden, unser Unternehmen und die einzelnen Märkte auf den Markt bringen“, so ein Sprecher der Marke gegenüber The Guardian.

Auf diesen richtigen Zeitpunkt scheint JLR also nun auch mit dem verzögerten Markteintritt seiner elektrischen Modelle zu warten. Um die Produkte möglichst optimal auf den Markt abzustimmen, nimmt sich die Marke nun scheinbar einige Monate mehr Zeit. Insbesondere bei diesen Elektromodellen, die die Marke JLR neu definieren und vor allem eine junge Kundschaft im Luxussegment ansprechen sollen, ist das Timing besonders wichtig.

Nach Angaben von The Guardian wolle JLR seine Modelle länger testen, da es sich um die ersten Elektromodelle handelt, die der Hersteller direkt selbst baut. Die Verzögerungen sind also von internen Kriterien des Herstellers verursacht, werden aber auch extern begünstigt. So ist der Politik- und Paradigmenwechsel auf dem wichtigen Zielmarkt USA durch Donald Trump, der sich gegen die Elektrifizierung des Verkehrs ausgesprochen hat, auch für JLR ein weiterer Grund, die Elektromodelle zunächst zurückzuhalten.

Bei Tata Motors, dem Mutterkonzern von JLR, verzögert sich zudem auch der Bau einer Batteriefabrik im englischen Somerset. Das Werk, das von der Tochtergesellschaft Agratas gebaut wird, soll die Produktion Ende 2027 und damit ein Jahr später als ursprünglich geplant aufnehmen.

Quelle: The Guardian – Jaguar Land Rover delays launch of new Range Rover Electric

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Maria Glaser

Aus dem geisteswissenschaftlichen Bereich kommend, verbindet Maria Glaser bei Elektroauto-News.net seit 2023 ihre Liebe zum Text mit fachlichen Inhalten. Seit ihrem Studium in Berlin und Wien arbeitet sie im Bereich Lektorat, Korrektorat und Content Writing, vor allem zu Mobilität.

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