Die US-amerikanische Marke Jeep will im kommenden Jahr wieder Autos in China produzieren, nachdem sie die chinesische Fertigung vier Jahre lang pausiert hatte. Geplant ist erstmals ein weltweiter Export der Fahrzeuge, wobei der Heimatmarkt USA aufgrund der hohen Einfuhrzölle auf in China gebaute Modelle ausgenommen bleibt.
Im Rahmen der kürzlich angekündigten neuen Strategie hatte der Jeep-Mutterkonzern Stellantis bekanntgegeben, gemeinsam mit dem chinesischen Hersteller Dongfeng Motor Group zwei elektrische Jeep-Modelle zu entwickeln. Geplant sei, sowohl die Technologie als auch die Fertigungskapazitäten des chinesischen Partners zu nutzen.
Globaler Export geplant
Die neuen Modelle sind Teil der Modelloffensive aus batterieelektrischen Autos und Plug-in-Hybriden, durch die der Hersteller den lokalen Absatz in China wieder ankurbeln will. Wie andere Autohersteller, darunter Mazda, Nissan und Volkswagen, setzt auch Stellantis darauf, seine chinesischen Partnerschaften für fortschrittliche Technologien zu nutzen und die Überkapazitäten zugleich für den globalen Export einzusetzen.
Gemeinsam mit Dongfeng hat Stellantis das neue Joint Venture Dongfeng Stellantis Automotive Technology Co. gegründet, um die Entwicklung und Produktion neuer Elektromodelle für die Marken Jeep und Peugeot umzusetzen. Mit einem Kapital von 8,2 Milliarden Yuan (ca. 1 Milliarde Euro) sollen je zwei Jeep-Modelle und je zwei Peugeot-Modelle entstehen, wie Stellantis-CEO Antonio Filosa bereits bei der Auftaktveranstaltung des Unternehmens im Mai erklärte.
Neues Joint Venture gegründet
Die neuen Elektroautos sollen im Werk des Joint Ventures Dongfeng Peugeot Citroën Automobile (DPCA) im chinesischen Wuhan entstehen. DPCA wurde bereits 1992 durch den französischen Automobilhersteller PSA gemeinsam mit Dongfeng gegründet und 2021, mit dem Zusammenschluss von PSA und Fiat Chrysler, durch den neu gegründeten Stellantis-Konzern übernommen.
DPCA wird die neuen Jeep- und Peugeot-Modelle produzieren, zu denen laut Dongfeng sowohl Elektroautos als auch Plug-in-Hybride gehören. Das im August neu entstandene Joint-Venture Dongfeng Stellantis Automotive Technology Co. hingegen übernimmt die Entwicklung und die Vermarktung der Elektroautos.
Chinesen übernehmen Entwicklung
Dabei wird Dongfeng laut eigenen Angaben die Forschung und Entwicklung mit Schwerpunkt auf Elektrifizierung intelligenter Fahrzeugtechnologien leiten. Der chinesische Hersteller erklärte weiter, dass der Partner Stellantis „jahrhundertelanges Markenerbe, klassische Designkonzepte sowie ein globales Marketing- und Vertriebsnetz“ einbringen werde.
Die Marke Jeep selbst hat erstmals im Jahr 1985 in China den Crossover Cherokee im Rahmen eines Joint Ventures mit dem lokalen Automobilhersteller Beijing Automobile Works produziert. Mit der Trennung von Daimler und Chrysler wurde die Produktion 2008 schließlich eingestellt. Zwei Jahre später gründete Fiat Chrysler ein Joint Venture mit der GAC Group Co., das ab 2014 auch Jeep-Modelle fertigte.
Stellantis löste das Joint Venture im Jahr 2022 aufgrund eingebrochener Verkaufszahlen, hauptsächlich durch den raschen Wandel des chinesischen Marktes hin zu Elektroautos, auf. Gegenwärtig bietet Jeep in China mit den beiden SUVs Grand Cherokee und Wrangler sowie dem Pick-up Gladiator drei importierte Modelle an.
Quelle: Automobilwoche – Exporte ab 2027: Jeep plant E-Auto-Fertigung in China








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