Peugeot und Renault scheitern mit Premium-Strategie

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Daniel Krenzer
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Auch die beiden französischen Automobilhersteller Renault und Peugeot wollten mehr zu Premiummarken werden, sind damit aber gescheitert – so analysiert es die Automobilwoche. Und sie führt an den beiden Marken exemplarisch aus, weshalb das so ist, aber auch warum diese Erkenntnis durchaus wertvoll ist. Viele Marken hatten zuletzt versucht, vor allem mit modernen Elektroautos höhere Segmente als traditionell zu bestücken, und bei den wenigsten ist dies gelungen.

„Wir wollen keine Premiummarke sein. Peugeot ist und bleibt eine Volumenmarke“, zitiert der Artikel den neuen Peugeot-Markenchef Alain Favey nun, nachdem seine Vorgänger bei der Stellantis-Marke mit dem Premiumweg gescheitert seien. Um Premium zu sein, müssten die Kunden die Marke auch als solche annehmen, wird im Artikel unter Verweis auf Experten erläutert. „Doch die Kunden zogen nicht mit. Nur wer es sich leisten konnte, schlug in Zeiten der Chipkrise zu, als die Hersteller erstmals ihre Listenpreise durchsetzen konnten. Alle anderen Kunden hielten sich zurück und suchten nach Alternativen“, schreibt die Automobilwoche.

Nur noch Autos für Ingenieure?

Stellantis und Renault hätten es nicht geschafft, „auf der Werteskala nach oben zu gelangen und diese Kundschaft von sich zu überzeugen“, stellt zudem der freie Analyst Jürgen Pieper fest. Aktuell befinde sich die Automobilindustrie in einer eher ungewöhnlichen Phase, in der das Massengeschäft besser laufe als der Verkauf von Premiumprodukten. Das ließe sich zum Beispiel am Erfolg der beiden günstigeren Elektroautos Renault 5 und Renault 4 ablesen.

Doch diese Entwicklung falle vor allem deutschen Herstellern auf die Füße. Pieper sagt: „Die Erfolgsformel der deutschen Hersteller war: Hochwertigkeit mit Bodenständigkeit zu verknüpfen. Doch gerade die Bodenständigkeit haben einige Hersteller verloren.“ Es sei wenig erfolgversprechend, nur noch Ingenieursautos mit möglichst viel Komfort und Technik auf die Straßen zu bringen, wenn die Kunden etwas anderes möchten.

Einige chinesische Hersteller hätten den Trend schneller erkannt und auch in Europa dadurch Marktsegmente besetzen können. Dazu fällt vor allem MG Motor spontan ein, die mit bezahlbaren Elektroautos und Hybriden nicht nur in Deutschland recht erfolgreich unterwegs sind. Und die europäischen Hersteller, die den Weg in höhere Segmente gewagt haben, sorgen damit mitunter auch für Probleme bei den Händlern, wenn die bisherige Stammkundschaft sich dort nicht mehr verstanden fühlt und sich andere Marken sucht. So sagte Hans-Werner Hauth, Vertriebsvorstand bei L&Z sowie Vorstandsmitglied des Verbands Deutscher Dacia- und Renault-Partner: „Wir haben zwar einen besseren Bruttoertrag, aber das Volumen fehlt. Unterm Strich verdienen wir weniger.“ 

Quelle: Automobilwoche – Renault und Peugeot: Warum die Premium-Strategien gescheitert sind

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Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

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