Der chinesische Automobilhersteller Geely verdient sein Geld zunehmend außerhalb seines Heimatmarktes. Im dritten Quartal 2026 stieg der Umsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum um zehn Prozent auf knapp 99 Milliarden Yuan (rund 12 Milliarden Euro). Der Nettogewinn legte um 28 Prozent auf 4,84 Milliarden Yuan (rund 590 Millionen Euro) zu. Besonders bemerkenswert ist allerdings, wo diese Gewinne erwirtschaftet werden.
Nach Berechnungen auf Grundlage der veröffentlichten Geschäftszahlen entfielen einem Bericht der Automobilwoche zufolge rund 93 Prozent des bereinigten Quartalsgewinns auf das Auslandsgeschäft. Dabei machten die Exporte lediglich knapp 40 Prozent des gesamten Fahrzeugabsatzes aus. Die Zahlen verdeutlichen den erheblichen Preisdruck auf dem chinesischen Heimatmarkt, auf dem sich zahlreiche Automobilhersteller einen intensiven Wettbewerb liefern.
Insgesamt verkaufte Geely zwischen Juli und September rund 812.500 Fahrzeuge, sieben Prozent mehr als im Vorjahresquartal. Die Auslandsverkäufe stiegen dagegen auf gut 323.000 Fahrzeuge und haben sich damit nahezu verdreifacht. Während Geely international kräftig wächst, gingen die Verkäufe innerhalb Chinas deutlich zurück.
Auch die Elektrifizierung trägt zum internationalen Wachstum bei. In den ersten neun Monaten exportierte Geely konzernweit knapp 798.000 Fahrzeuge, davon rund 61 Prozent mit rein elektrischem Antrieb oder als Plug-in-Hybrid. Besonders die Marken Zeekr und Lynk & Co sollen die Expansion auf internationalen Märkten weiter vorantreiben.
Geely baut seine Präsenz in Deutschland aus
In Deutschland spielt der chinesische Konzern bereits eine größere Rolle, als vielen Autokäufern bewusst sein dürfte. Zur übergeordneten Zhejiang Geely Holding gehören unter anderem Volvo Cars, Polestar, Lotus sowie die Marken Zeekr und Lynk & Co. Am Elektroautohersteller Smart ist Geely über ein Gemeinschaftsunternehmen mit Mercedes-Benz beteiligt. Allerdings sind nicht sämtliche dieser Marken in den vorliegenden Quartalszahlen von Geely Automobile enthalten.
Seit 2026 tritt Geely zudem unter eigenem Namen auf dem deutschen Markt auf. Mit dem vollelektrischen E5 und dem Plug-in-Hybrid Starray EM-i startete die Marke hierzulande, inzwischen ergänzt der elektrische Kleinwagen E2 das Angebot. Bis 2028 soll das Portfolio auf mehr als zehn Modelle wachsen.
Der starke Exportgewinn zeigt, weshalb Europa für chinesische Automobilhersteller zunehmend an Bedeutung gewinnt. Während der Wettbewerb in China die Margen belastet, eröffnen internationale Märkte bessere Verdienstmöglichkeiten. Für etablierte europäische Hersteller bedeutet das zusätzlichen Wettbewerbsdruck, gerade auch bei Elektroautos.
Quelle: Automobilwoche – Q3-Bilanz: Geely verdient fast nur im Ausland Geld








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