Ford schickt „E-Transit“ mit 1400 PS auf den Pikes Peak

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Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 4 min

Ford Performance tritt mit dem umfassend überarbeiteten vollelektrischen Ford SuperVan 4.2 bei der 101. Ausgabe des berühmt-berüchtigten Bergrennen Pikes Peak International Hill Climb (PPIHC) im US-Bundesstaat Colorado an. Der diesjährige Renntag ist der kommende Sonntag, 25. Juni 2023. Der Startpunkt in den Rocky Mountains, gut 50 Kilometer von Colorado Springs entfernt, liegt bereits auf 2862 Metern Höhe. Auf einer Renndistanz von 19,99 Kilometern müssen die Piloten 156 Kurven und einen Höhenunterschied von 1440 Metern bewältigen. Die Ziel-Linie auf dem Granit-Gipfel befindet sich auf 4302 Meter.

Am Steuer des Ford SuperVan 4.2-Demonstrators: Die französische Motorsport-Legende Romain Dumas. Dumas soll die traditionsreiche Geschichte von Ford beim PPIHC fortschreiben und möglichst einee neue Bestzeit für Elektrofahrzeuge aufstellen. Mit Rekorden kennt Dumas sich aus: Bei seinem Start im Jahr Jahr 2018 stellte er im Volkswagen I.D. R Pikes Peak mit 7 Minuten und 57 Sekunden eine neue Bestmarke auf. Der Rekord hat immer noch Bestand. Es ist der achte Start des Routiniers, der dieses einzigartige Rennen gegen die Uhr bereits vier Mal gewinnen konnte.

Der SuperVan 4.2: 1400 PS, Aerodynamik-Paket und Allradantrieb

Der Ford SuperVan 4.2 für den PPIHC basiert auf dem SuperVan 4 und der wiederum auf dem vollelektrischen E-Transit. Der SuperVan 4 feierte im vergangenen Jahr beim britischen Goodwood Festival of Speed seine Weltpremiere. Das globale Ford Performance Team und die Rallye- und Rennfahrzeugspezialisten Stard aus Österreich haben den SuperVan 4 für das Pikes Peak-Bergrennen modifiziert und weiterentwickelt. Herausgekommen ist der SuperVan 4.2. Dieser Prototyp soll demonstrieren, wie leistungsfähig Elektrofahrzeuge auch im Motorsport sein können.

Die Pikes Peak-Version des SuperVan 4.2 tritt mit einem komplett neuen Aerodynamik-Paket an. Trotz der dünnen Höhenluft soll die Karosserie bei Tempo 240 km/h fast zwei Tonnen Abtrieb erzeugen. Dafür zeichnen sich insbesondere ein superleichter Heckflügel aus Kohlefaser und der Frontsplitter verantwortlich. Beide Elemente sollen dafür sorgen, dass der SuperVan 4.2 die Kurvenhatz mit optimaler Bodenhaftung bewältigt. Das Fahrzeug selbst wurde gewichtsoptimiert. Leichtere Fahrwerkskomponenten verbessern darüber hinaus die Balance des Elektro-Rennwagens. Dank geschmiedeter Magnesiumräder mit Rennreifen vom Typ Pirelli P Zero, verstärkter Antriebswellen, einer Frontscheibe aus Plexiglas und einem minimalistischen Rennsport-Interieur sparten die Entwickler zusätzlich Gewicht ein.

Weitere Optimierungen betreffen den Antriebsstrang des SuperVan 4.2. Statt vier treiben nun drei 6-Phasen-Hochleistungs-Elektromotoren von Stard den Demonstrator an. Ihre Energie beziehen sie aus ebenfalls von den Österreichern entwickelten Ultra-Hochleistungs-Batterien aus Lithium-Polymer in NMC-Technik mit Pouch-Zellen. In dieser Konfiguration erziele der SuperVan 4.2 ein herausragendes Leistungsgewicht.

Den traktionsstarken Allradantrieb behielten die Entwickler bei – ein Motor treibt die Vorderachse, zwei die Hinterachse an. Mit einer Systemleistung von mehr als 1050 kW (1400 PS) steht dem SuperVan 4.2 reichlich Schub zur Verfügung. Die auf eine Leistung von 600 kW ausgelegte Energie-Rückgewinnung optimiert im Rennen den Energiehaushalt.

Da die Verzögerung am Pikes Peak ebenfalls eine wichtige Rolle spielt, statteten Ford Performance und Stard den SuperVan 4.2 mit einem modifizierten Bremssystem aus, das sich unter anderem durch Carbon-Keramik-Bremsscheiben auszeichnet.

Ford-Transit-Supervan-Pikes-Peak
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Gemeinsam mit unseren Stard-Partnern haben wir den vollelektrische Transit SuperVan 4.2 zu einem wirklich konkurrenzfähigen Renngerät entwickelt“, erklärt Mark Rushbrook, Direktor von Ford Performance Motorsports. „Der Pikes Peak International Hill Climb bietet uns die perfekte Bühne, um die Elektroantriebs-Technologie von Ford in den Mittelpunkt zu rücken und die Leistungsfähigkeit dieses Antriebs unter sehr extremen Bedingungen zu demonstrieren.

Ford Performance und Stard haben intensiv an der Optimierung des SuperVan 4.2 für Pikes Peak gearbeitet – von der neuen Aerodynamik bis zum überarbeiteten Elektroantrieb“, unterstreicht Mike Norton, WRC Program Supervisor & Motorsports Regulations and Homologation bei Ford Performance. „Ich bin sicher: Es lohnt sich, die Zeiten unseres Fahrzeugs am Berg sehr genau zu beobachten.“

Ford mit langer Tradition beim legendären „Race to the Clouds“

Beim „Race to the Clouds“ – es wurde erstmals 1916 ausgetragen, um die als Touristen-Attraktion gebaute Straße zum Pikes Peak-Gipfel US-weit bekannt zu machen –, haben in der Vergangenheit zahlreiche Ford-Fahrzeuge teilgenommen: angefangen beim Ford Model-T, das 1916 die Ziellinie nach 28 Minuten und drei Sekunden erreichte, bis hin zu Ford Mustangs der aktuellen Generation – darunter ein Mustang Shelby GT500SE, der 2022 zum Einsatz kam.

Der Pikes Peak International Hill Climb ist das zweitälteste Rennen in den USA. Die Veranstaltung, zu der nur geladene Teilnehmer zugelassen sind, findet jedes Jahr am letzten Sonntag im Juni auf dem Pikes Peak – „Amerikas Berg“ (America’s Mountain) – in der Nähe von Colorado Springs, Colorado, statt. In insgesamt sechs Rennklassen startet eine Vielzahl unterschiedlicher Fahrzeuge – von serienmäßigen „Time-Attack“-Rennwagen bis hin zu mehr oder weniger handgefertigten Open-Wheel-Rennautos und hochmodernen „Unlimited“-Fahrzeugen.

Quelle: Ford – Pressemitteilung vom 19.06.2023

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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