Ford eröffnet neues CO2-neutrales E-Auto-Werk in Köln

Ford eröffnet neues CO2-neutrales E-Auto-Werk in Köln
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William Clay Ford Jr. (zweiter von rechts), Aufsichtsratsvorsitzender Ford Motor Company, begrüßt Bundeskanzler Olaf Scholz (zweiter von links) zur Eröffnung des Ford Cologne Electric Vehicle Center in Köln gemeinsam mit Martin Sander (rechts im Bild), Vorsitzender der Geschäftsführung Ford-Werke GmbH und Benjamin Gruschka, Vorsitzender des Gesamtbetriebsrates Ford-Werke GmbH (links im Bild).
Foto: Ford

Daniel Krenzer
Daniel Krenzer
  —  Lesedauer 5 min

Der US-amerikanische Automobilhersteller Ford hat Anfang der Woche in Anwesenheit von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD), dem Ministerpräsidenten von Nordrhein-Westfalen, Hendrik Wüst (CDU), sowie der Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) das Ford Cologne Electric Vehicle Center eröffnet. Darüber berichtet der Autobauer in einer Pressemitteilung. In dem Werk in Köln produziere Ford künftig seine neueste Generation Elektroautos für den europäischen Markt.

Sein Werk in Köln-Niehl, in dem Ford seit 1930 Fahrzeuge baut, habe der Automobilhersteller mit Investitionen von zwei Milliarden US-Dollar für die neue Aufgabe umgerüstet. Mit diesem Schritt unterstreiche das Unternehmen sein großes Vertrauen in den Standort Deutschland und seine qualifizierten Arbeitskräfte sowie in die Zukunft der Automobilproduktion in Europa.

„Die Eröffnung des Ford Cologne EV Center markiert den Beginn einer neuen Generation von sauberen Produktionsverfahren und Elektrofahrzeugen in Europa“, erklärt William Clay Ford Jr., Executive Chair Ford Motor Company und Urenkel des Firmengründers Henry Ford, bei der Eröffnung in Köln. „Dieses Werk wird eines der effizientesten und umweltfreundlichsten in der gesamten Automobilindustrie sein. Ich freue mich darauf, weiter an einer emissionsfreien Zukunft für unsere Kinder und Enkelkinder zu arbeiten.“

Landeschef Wüst: Entscheidender Schritt

„Das Electric Vehicle Center steht für einen Neuanfang und ist die größte Investition in der Unternehmensgeschichte des Kölner Ford-Werks. Das sind gute Nachrichten für den Standort Köln, für die Autoproduktion in Deutschland, für die E-Mobilität und den Aufbruch“, betonte Bundeskanzler Olaf Scholz anlässlich der Eröffnung.

Und Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst ergänzt: „Die Ford-Werke GmbH ist eines der wichtigsten Unternehmen und einer der größten Arbeitgeber in unserem Land. Seit 90 Jahren stellt Ford Innovations- und Erfindergeist in Köln unter Beweis. Mit der Eröffnung des Zentrums für Elektromobilität werden entscheidende Weichen für eine klimaneutrale Mobilität gestellt. Darüber hinaus unterstreicht die Investition Nordrhein-Westfalens Stärke als Forschungs- und Wirtschaftsstandort. Wir wollen unser Land zu einem der führenden Standorte für die Mobilität der Zukunft in Europa ausbauen und bis 2045 klimaneutral machen. Mit dem neuen Zentrum hier in Köln geht das Land einen entscheidenden Schritt weiter in diese Richtung.“

Der 125 Hektar große Standort sei auf höchste Effizienz ausgelegt. Moderne Werkzeuge und ein hoher Automatisierungsgrad kennzeichnen die komplett neu gebaute Produktionslinie und die Batteriemontage. Das Werk ermögliche die Fertigung von mehr als 250.000 E-Autos pro Jahr. Als erstes Modell entstehe hier der batterieelektrische Ford Explorer, den der Hersteller kürzlich als weltweit viertes Elektrofahrzeug nach den erfolgreichen Modellen Mustang Mach-E, E-Transit und F-150 Lightning vorgestellt hat. Auch der kommende elektrische Sport-Crossover von Ford werde in Köln vom Band rollen.

Herzstück in Europa

Beim Ford Cologne EV Center handele es sich um die weltweit erste CO2-neutrale Fahrzeugfertigung von Ford. Das Kölner Werk bilde damit einen wichtigen Baustein in dem Vorhaben, bis 2035 sämtliche Werke, ihre Logistik und die direkten Zulieferer bilanziell CO2-neutral aufzustellen. Die Eröffnung des neuen EV Center in Köln setze eine jahrzehntelange Erfolgsgeschichte des Standorts fort. Das Werk gelte seit 1930 als ein Herzstück der europäischen Automobilindustrie, hier entstanden Fahrzeugikonen wie Ford Model A, Taunus, Capri, Granada und Fiesta.

In den mehr als 90 Jahren seit der Gründung baute Ford in seinem Kölner Werk laut eigenen Angaben mehr als 18 Millionen Autos. Diese hätten Generationen von Menschen in Europa individuelle Mobilität ermöglicht. Zudem gelte der Standort als eine der weltweit effizientesten Produktionsstätten des Herstellers.

Ford-Köln-Elektroauto-Produktion
Ford

„Unser EV Center in Köln markiert für Ford in Europa den Aufbruch in eine neue Ära, unterstreicht Martin Sander, General Manager Ford Model e Europa. „Einmal mehr definieren wir die Automobilherstellung neu und setzen fortschrittliche Technologien für den Bau von voll vernetzten, Software-definierten Fahrzeugen ein, die den Wunsch unserer Kunden nach emissionsfreier Mobilität erfüllen.“

Roboter und Menschen kooperieren

Digitale Technologien, die Maschinen, Fahrzeuge und Beschäftigte miteinander verbinden, seien Dreh- und Angelpunkt des neuen EV Center Köln. Selbstlernende Maschinen, autonome Transportsysteme und Big-Data-Management in Echtzeit optimieren die Effizienz der Produktionsprozesse und verbesserten sie kontinuierlich. So gewährleiste Ford eine hohe Qualität.

Darüber hinaus setze Ford darauf, die großen Fähigkeiten der Belegschaft im Werk zu fördern, anstatt sie zu ersetzen. Neue kognitive und kollaborative Roboter sowie Augmented-Reality-Lösungen unterstützten die Belegschaft. Dies steigere die Effizienz und optimiere den Datenaustausch mit anderen Werken, die künftig Erfahrungen in Echtzeit miteinander teilten.

Neue Prozesse, moderne Maschinen und Effizienzgewinne schaffen laut Pressemitteilung im EV Center Köln die Grundlage, um das Ziel des CO2-neutralen Betriebs zu erreichen. Der gesamte Bedarf an Strom und Gas für den Betrieb der Fahrzeugfertigung sei CO2-neutral, da zu 100 Prozent zertifizierter erneuerbarer Strom beziehungsweise Biomethan bezogen wird.

Die für Gebäude und Prozesse benötigte Wärme werde über ein eigenes Dampfnetz an Ford geliefert – es handele sich um Abwärme eines externen Kraftwerks und einer Müllverbrennungsanlage. Ford erhalte die Wärme als CO2-neutrale Energie, da der lokale Energieversorger die entsprechenden Emissionen im Auftrag von Ford ausgleichen werde.

Wildblumenwiesen und Insektenhotels

Zudem will der örtliche Energieversorger seine Betriebsemissionen für diese Wärmelieferung bis 2026 um fast 60 Prozent reduzieren und bis 2035 vollständig auf Null bringen. Sobald das neue Kölner Werk vollständig in Betrieb ist, werde es von unabhängiger Seite als CO2-neutral zertifiziert werden. Diese unabhängige Zertifizierung werde regelmäßig überprüft und mit dem Erwerb hochwertiger CO2-Kompensationen für etwaige verbleibende Emissionen abgeglichen.

Der Aufbau moderner Technologien im EV Center in Köln gehe einher mit einer ökologischen Aufwertung. So will Ford die Biodiversität fördern und das ökologische Gleichgewicht auf den bestehenden Grünflächen des Werks bewahren. Eine neu angepflanzte mehrjährige Staudenvegetation gehöre ebenso zu den bereits verwirklichten Maßnahmen wie die Umwandlung ökologisch wenig wertvoller Grasflächen in Wildblumenwiesen, der Bau von Insektenhotels sowie Fledermaus- und Vogelhabitaten.

„Das CO2-neutrale EV Center Köln ist ein Musterbeispiel für den Wandel von der traditionellen Automobilherstellung hin zur Produktion von Elektrofahrzeugen, betont Martin Sander. „Unsere Ingenieure haben alle Anlagen und Prozesse so konzipiert, dass sie die Effizienz maximieren und die Umweltauswirkungen minimieren. Das hilft Ford, in Europa CO2-neutral zu werden und unterstützt dabei unsere globale Strategie.“

Quelle: Ford – Pressemitteilung vom 12.06.2023

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Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

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