E-Auto Ferrari Luce startet bei etwa 550.000 Euro

E-Auto Ferrari Luce startet bei etwa 550.000 Euro
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Ferrari | Blick auf die Batterie des ersten Elektroautos von Ferrari

Daniel Krenzer
Daniel Krenzer
  —  Lesedauer 3 min

Mit dem Einstieg in die Elektromobilität bleibt Ferrari seiner Linie treu: exklusiv, leistungsorientiert und alles andere als massentauglich. Wie aus übereinstimmenden Berichten von Bloomberg und Reuters hervorgeht, soll das erste vollelektrische Serienmodell der Italiener – der Ferrari Luce – zu einem Preis von rund 550.000 Euro starten. Je nach Markt und Ausstattung könnte dieser Wert sogar noch deutlich steigen. Damit reiht sich Ferrari in die E-Auto-Hersteller im besonders hohen Preisniveau ein, bleiben aber noch deutlich hinter Preisen von Aspark, Pininfarina und Rimac zurück.

Während viele Hersteller versuchen, Elektromobilität zunehmend zu demokratisieren, bleibt man in Maranello der eigenen Markenlogik verpflichtet: Technologie dient hier nicht der Breite, sondern der Spitze. Das erste Elektroauto ist damit weniger ein Volumenmodell als vielmehr ein Prestigeprojekt, das die eigene DNA ins elektrische Zeitalter übertragen soll, ohne die Leidenschaft für Verbrenner hintenanzustellen. Die offizielle Premiere ist noch in diesem Jahr geplant, als Bühne dient Rom.

800 Volt und mehr als 1000 PS

Technisch dürfte der Luce dennoch alles andere als ein reines Symbol sein. Erwartet wird ein Antriebskonzept mit vier Elektromotoren und Allrad, kombiniert mit einer Systemleistung jenseits der 1000-PS-Marke. Grundlage bildet eine eigens entwickelte Plattform mit 800-Volt-Architektur, die hohe Ladeleistungen und entsprechend kurze Ladezeiten ermöglichen soll.

Auch bei der Batterie setzt Ferrari auf Größe statt Kompromiss: Kapazitäten im Bereich von mehr als 100 kWh gelten als wahrscheinlich, was Reichweiten von deutlich über 500 Kilometern bei gemächlicher Fahrt ermöglichen dürfte. Der Fokus liegt dabei klar auf Performance – weniger auf maximaler Effizienz, wie sie viele andere Hersteller priorisieren.

Ein besonders interessanter Aspekt zeigt sich im Innenraumkonzept, das Ferrari bereits vorgestellt hat. Anders als viele neue Elektroautos, die auf möglichst wenige physische Bedienelemente setzen, geht Ferrari bewusst einen anderen Weg. Drehregler, Kippschalter und haptische Oberflächen sollen das Fahrerlebnis stärker emotionalisieren und eine Brücke zur analogen Vergangenheit schlagen. Unterstützt wurde dieses Konzept unter anderem vom Designstudio LoveFrom rund um Jony Ive, was sich in einer klaren, aber nicht rein digitalen Gestaltung widerspiegelt.

Ferrari

Neues Angebot für bewährte Kundschaft

Ferrari versteht Elektromobilität nicht als Bruch, sondern als Erweiterung der eigenen Identität. Der Luce ist folglich kein Versuch, völlig neue Kundengruppen zu erschließen, sondern ein Angebot für jene, die bereits im obersten Luxussegment unterwegs sind und nun auch elektrisch fahren wollen. Gleichzeitig zeigt das Projekt, wie stark sich der Markt ausdifferenziert: Auf der einen Seite skalierbare, zunehmend erschwingliche Elektromodelle für den generellen Hochlauf, auf der anderen Seite hochpreisige Prestigeobjekte, die Technologie, Design und Markenimage in den Vordergrund stellen, aber auf moderne statt fossile Technik zurückgreifen. Ferrari macht den Einstieg in die Elektromobilität zu einem Statement, das – wie von der Marke gewohnt – weniger über Stückzahlen als über Strahlkraft wirkt.

Quelle: Bloomberg – Ferrari sets price for first electric car at around 550.000; Reuters – Italy’s Ferrari sets price of first electric car at over $640,000, Bloomberg News reports

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Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

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