Ferraris erstes Elektroauto polarisiert wie kaum ein anderes Fahrzeug der jüngeren Neuvorstellungen. Der Luce, Ende Mai nach fünfjähriger Vorbereitungszeit vorgestellt und vom ehemaligen Apple-Designchef Jony Ive mitgestaltet, kostet rund 550.000 Euro. Die Reaktionen auf das Debüt fielen gespalten aus.
Besonders das Außendesign zog in sozialen Medien sofort Spott auf sich. Kommentator:innen verglichen den Sportwagen mit einem günstigen Toyota. An der Börse brach der Aktienkurs des italienischen Automobilherstellers am Tag nach der Präsentation um einige Prozentpunkte ein. Ferrari riskiere, eine Legende zu zerstören, so der frühere Ferrari-Chef Luca di Montezemolo. Er forderte, das Markenzeichen Cavallino Rampante vom E-Auto zu entfernen, und fügte hinzu, dass nicht einmal die chinesische Konkurrenz den Luce kopieren wollen würde.
Die Kundschaft denkt offenbar anders. Laut Bloomberg sind die Auftragsbücher für den Luce bereits bis Ende 2027 gefüllt. Ferrari-CEO Benedetto Vigna verwies auf eine hohe Nachfrage sowohl von bestehenden als auch von neuen Kund:innen. Wie viele Exemplare der Automobilhersteller ab dem geplanten Auslieferungsstart im Herbst jährlich produzieren will, ist bisher nicht bekannt.
Wenn Sammler kaufen, egal was andere sagen
Hinzu kommt ein Faktor, der die Orderzahlen in einem anderen Licht erscheinen lässt. Im Ferrari-Universum gilt es als ungeschriebenes Gesetz, dass Sammler:innen jedes neue Modell erwerben, unabhängig vom persönlichen Geschmack. Ein Platz in den Auftragsbüchern sichert ihnen zudem die Möglichkeit, ein späteres Limited-Edition-Modell zu bekommen.
Ein Blick auf die Automobilgeschichte zeigt, dass ein holpriger Start kein Urteil sein muss. Fords Elektro-Mustang Mach-E erntete nach seiner Vorstellung 2019 ähnlich negative Reaktionen. Im weiteren Verlauf verkaufte sich der Mach-E jedoch deutlich häufiger als die klassische Verbrennerversion des Mustang. Ob der Ferrari Luce einen vergleichbaren Weg einschlägt, wird sich zeigen.
Quelle: t3n.de – Verspottet, aber beliebt: Ferrari Luce soll bis Ende 2027 ausverkauft sein









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