Der europäische Automarkt ist im Januar spürbar unter Druck geraten. Nach den neuesten Daten des Branchenverbands ACEA sanken die Pkw-Neuzulassungen im Vergleich zum Vorjahr um knapp vier Prozent, was den ersten Rückgang seit Monaten markiert und den schwierigen Gesamtmarkt widerspiegelt. Innerhalb dieser Entwicklung zeichnet sich aber ein klarer Trend ab: Die Elektrifizierung schreitet weiter voran und verschiebt die Marktanteile zugunsten batterieelektrischer Fahrzeuge.
Während klassische Benziner und Dieselmodelle deutliche Rückgänge hinnehmen müssen, konnte der Absatz reiner Elektroautos weiter wachsen. Im Januar 2026 erreichte der Marktanteil batterieelektrischer Pkw in der EU mit 19,3 Prozent einen neuen Höhepunkt und lag damit deutlich über dem Niveau des Vorjahresmonats, als der BEV-Anteil mit etwa 15 Prozent noch deutlich niedriger war. Dieser Zuwachs zeigt, dass bei immer mehr Käufern die reine Elektromobilität im Fokus steht und der strukturelle Wandel des Automarkts auch in der Praxis an Fahrt gewinnt.
Die Zahlen aus 2025 bestätigen diese Tendenz: Im Gesamtjahr holten Elektroautos mit einem Marktanteil von 17,4 Prozent gegenüber 2024 weiter auf und trugen spürbar zum Wachstum der elektrifizierten Antriebe bei, obwohl der Gesamtmarkt nur moderat wuchs. Hybridfahrzeuge insgesamt sind nach wie vor stark vertreten, aber die reine Elektromobilität zeigt in den vergangenen Monaten die stabilsten Wachstumsraten.
Immer mehr wollen E-Auto fahren
Besonders bemerkenswert ist, wie die traditionellen Verbrennungsmotoren Marktanteile verlieren. Die Nachfrage nach Benzin- und Dieselmodellen sinkt deutlich, während die Nachfrage nach batterieelektrischen Fahrzeugen weiter steigt. Dies ist eher kein vorübergehender Effekt, sondern ein Hinweis auf eine längerfristige Umorientierung der Kundschaft, die auch durch das steigende Angebot und fallende Preise bei vielen E-Modellen begünstigt wird.
Die aktuellen Zahlen spiegeln zudem wider, dass der Wandel regional unterschiedlich verläuft. In einigen großen europäischen Märkten, etwa in Frankreich und Deutschland, legten BEV-Zulassungen deutlich zu, während in anderen Ländern wie Belgien und den Niederlanden teils gegensätzliche Entwicklungen zu beobachten waren. Trotzdem bleibt der übergreifende Trend eindeutig: Die Elektromobilität gewinnt an Boden, klassische Verbrenner verlieren an Bedeutung, und die europäische Autoindustrie steht mitten in einem tiefgreifenden Strukturwandel, der sich über das gesamte Jahr 2026 hinweg fortsetzen dürfte – Lockerungen des sogenannten „Verbrenner-Aus“ hin oder her.
Quelle: ACEA – Pressemitteilung vom 24. Februar 2026; Reuters – Dämpfer für Europas Automarkt – Elektroanteil steigt








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