BDEW: E-Mobilität schon deutlich weiter als viele glauben

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Daniel Krenzer
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Die Elektromobilität in Deutschland kommt schneller voran, als es viele noch vor wenigen Jahren erwartet hätten. Der aktuelle Mobilitätsmonitor des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) liefert dafür eine ganze Reihe belastbarer Zahlen. Dabei wird eindeutig, dass der Hochlauf längst keine theoretische Zukunftsdebatte mehr ist, sondern gelebte Realität.

So stiegen die Neuzulassungen von Elektroautos im Jahr 2025 um mehr als 40 Prozent und erreichten ein neues Rekordniveau. Fast jeder fünfte neu zugelassene Pkw fährt inzwischen rein elektrisch. Bemerkenswert ist dabei nicht nur die absolute Zahl, sondern die Dynamik: Bereits im ersten Quartal 2026 wurde dieser Trend noch einmal übertroffen. Im März hatte sogar bereits fast jeder vierte Neuwagen einen rein elektrischen Antrieb. Ein Treiber dahinter ist wenig überraschend die europäische Regulierung. Verschärfte CO₂-Flottengrenzwerte haben sich schon in der Vergangenheit als verlässlicher Beschleuniger für die Elektromobilität erwiesen – und bestätigen diese Rolle erneut. Allerdings will die deutsche Bundesregierung nun massiv daran sägen.

Parallel dazu nähern sich auch die Preise an. Während Elektroautos lange als deutlich teurer galten, haben sich die Listenpreise seit 2022 in vielen Segmenten den Verbrennern angenähert. Lediglich im Klein- und Kompaktwagensegment bleibt noch eine Lücke von rund 16 Prozent. Genau hier könnten gezielte Fördermaßnahmen für Haushalte mit geringerem Einkommen künftig eine entscheidende Rolle spielen, schreibt das BDEW.

Ladepunkte nur zu 12 Prozent ausgelastet

Noch spannender ist allerdings der Blick auf die Infrastruktur – ein Bereich, der in der öffentlichen Wahrnehmung oft als Flaschenhals gilt. Tatsächlich zeigt der Monitor ein anderes Bild: Deutschland hat sein öffentliches Ladenetz 2025 auf mehr als 200.000 Ladepunkte und mehr als neun Gigawatt installierte Leistung ausgebaut. Besonders stark gewachsen ist dabei der Schnellladebereich. Der Ausbau erfolgt zunehmend strategisch entlang von Verkehrsachsen sowie in urbanen und touristischen Regionen.

Ein Detail, das in der Diskussion häufig untergehe: In 58 Prozent der Gemeinden gibt es inzwischen mindestens einen öffentlichen Ladepunkt – dort leben rund 95 Prozent der Bevölkerung. Zum Vergleich: Tankstellen sind nur in 42 Prozent der Gemeinden vorhanden. Die vielzitierte „Ladesäulenwüste“ existiert also zumindest in dieser Form nicht, auch wenn eine genutzte Ladesäule natürlich in der Regel länger belegt ist als eine Zapfsäule – vor allem AC-Lader.

Noch deutlicher wird das bei der tatsächlichen Nutzung. Im Schnitt liegt die Auslastung der öffentlichen Ladepunkte bei gerade einmal zwölf Prozent. Mit anderen Worten: Die Infrastruktur ist vielerorts ihrer Zeit voraus und wurde bewusst über den aktuellen Bedarf hinaus aufgebaut. Auch die EU-Vorgaben aus der AFIR-Verordnung werden damit bereits heute übertroffen.

Und wie erleben die Nutzer selbst die Situation? Hier fällt das Urteil durchaus positiv aus. 86 Prozent der E-Autofahrer sind mit dem öffentlichen Laden zufrieden, mehr als die Hälfte bewertet das Angebot sogar als besser als erwartet. Sorge davor, mit dem öffentlichen Laden unzufrieden zu sein, sind also vor allem diejenigen, die es bislang gar nicht nutzen. Gleichzeitig zeigt sich, dass sich viele Nutzer aktiv mit Preisen auseinandersetzen: Mehr die Hälfte nutzt Apps zum Vergleich, und die große Mehrheit zahlt nur selten bzw. nie Preise von 80 Cent pro Kilowattstunde oder mehr.

Unabhängig machen von fossilen Energien

All das fügt sich zu einem Gesamtbild, das deutlich nüchterner – und zugleich optimistischer – ist, als viele Debatten vermuten lassen. Die Elektromobilität wächst, die Infrastruktur hält Schritt und ist vielerorts sogar schon weiter, als es der Fahrzeugbestand aktuell erfordert.

„Wer Unabhängigkeit, Wettbewerbsfähigkeit, Wertschöpfung und Klimaschutz stärken will, muss die Elektromobilität voranbringen. Geeignete Instrumente sind gezielte Anreize für Flotten, nachhaltige Steueranreize auch für private Pkw, die Senkung der Stromsteuer ebenso wie eine Wiederauflegung des Förderprogramm für klimaschonende Nutzfahrzeuge und Infrastrukturen für E-Lkw und elektrische Zugmaschinen. Nötig wäre seitens der Bundesregierung eine zielgerichtete und vorausschauende Elektromobilitätsstrategie“, stellt Kerstin Andreae, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung, dazu fest. Außerdem wird sie zitiert: „Elektromobilität ist nicht nur ein zentraler Hebel für mehr Klimaschutz, sie macht uns in geopolitisch unsicheren Zeiten auch unabhängiger von fossilen Brennstoffen und ist von den Preissprüngen an den Tankstellen nicht betroffen.“

Quelle: BDEW – Pressemitteilung vom 15. April 2026

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Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

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