Wer für ein Tempolimit ist – und wer dagegen

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Daniel Krenzer
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  —  Lesedauer 2 min

Rund um die aktuell sehr hohen Kosten für Benzin und Diesel entfacht sich eine neue Diskussion um die Einführung eines zumindest vorübergehenden Tempolimits auf deutschen Autobahnen und Landstraßen. Damit ließen sich Experten zufolge große Mengen an Treibstoff einsparen. Dies könnte besonders dann relevant werden, wenn um die Straße von Hormus im Zuge des Iran-Krieges keine Lösung gefunden wird, was hierzulande kurz- bis mittelfristig zu Engpässen bei Benzin und Diesel führen könnte. Und das wiederum könnte die Preise noch viel mehr in die Höhe katapultieren. Daran ändern auch 17 Cent Tankrabatt nichts.

Eine Forsa-Umfrage im Auftrag von Stern und RTL hat sich bei den Befragten erkundigt, wie sie zu einem Tempolimit in Deutschland stehen. Demnach befürwortet eine knappe Mehrheit von 51 Prozent eine vorübergehende Limitierung auf 120 km/h auf Autobahnen und 80 km/h auf Landstraßen, um Energie einzusparen. 48 Prozent lehnen dies ab. Dabei zeigen sich aber deutliche Unterschiede, was das Alter, Geschlecht und Parteienpräferenzen der Befragten angeht.

Alte dafür, Junge gespalten

Wie die Zeit berichtet, sprechen sich 63 Prozent der befragten Frauen für ein Tempolimit aus, bei den Männern sind es lediglich 37 Prozent. Bei den Über-60-Jährigen stößt der Vorschlag bei 62 Prozent auf Gegenliebe. Bei 30- bis 59-Jährigen ist die klare Mehrheit gegen ein Tempolimit, bei den Befragten unter 30 zeigt sich ebenfalls etwa ein Hälfte-Hälfte-Verhältnis dafür und dagegen.

Am höchsten ist die Zustimmung indes bei Wählern der Grünen und der Linken. Befragte, die diese beiden Parteien aktuell wählen würden, sprechen sich jeweils zu 82 Prozent für ein Tempolimit aus. Am stärksten dagegen sind die Anhänger der „Dagegen-Partei“ AfD, doch auch hier sprechen sich immerhin 19 Prozent für ein Tempolimit aus.

Wirtschaftsministerin Katharina Reiche (CDU) hat sich bereits gegen ein vorübergehendes Tempolimit ausgesprochen. Der Einspareffekt sei viel zu gering, die Preise für Benzin und Diesel würden nicht auf deutschen Autobahnen, sondern dem Weltmarkt entschieden. Allerdings war es auch Reiche, die bereits mögliche Engpässe thematisiert hatte. Laut Greenpeace könnte die Regelung indes jährlich 3,2 Milliarden Liter Benzin und Diesel in Deutschland einsparen. Nach österreichischem Vorbild, wo E-Autos von Lärm-und-Abgasschutz-Tempolimits auf Autobahnen ausgenommen sind, könnte man Elektroautos theoretisch auch auf unseren Autobahnen von dieser Regelung befreien.

Quelle: Zeit – Frauen und Ältere befürworten zeitlich befristetes Tempolimit

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Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

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