Erste Fahrt im VW ID Cross: Das kann der elektrische T-Cross

Erste Fahrt im VW ID Cross: Das kann der elektrische T-Cross
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Joaquim Oliveira
Joaquim Oliveira
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Volkswagen startet mit seiner zweiten Generation von Elektroautos, eines davon ist der ID Cross. Wir waren mit dem Prototypen des künftigen Volumenmodells unterwegs. Der kommende ID Polo bekommt mit dem ID Cross einen großen Bruder im SUV-Kleid, der auf gleicher Plattform unterwegs ist. Dabei ist der ID Cross der natürliche Nachfolger des aktuellen T-Cross mit Verbrenner.

Die Front soll sich mit der hohen Linie und den schmalen LED-Leuchten freundlicher als bei der aktuellen ID-Generation präsentieren. Die langgezogene Dachlinie, die sich über die C-Säule hinaus erstreckt und in einem kleinen Spoiler endet, sowie die schwarz lackierten C-Säulen sind markant. Chefdesigner Andreas Mindt und sein Team wollten den Innenraum wohnlicher gestalten, und so bietet bereits der getarnte Prototyp Soft-Touch-Oberflächen, harmonische Farben, mehr physische Tasten und Retro-Designelemente in der Instrumentierung.

Das Armaturenbrett ist horizontal ausgerichtet; mit einer gemeinsamen Sichtachse für das Kombiinstrument (26 cm Diagonale) und den zentralen Infotainment-Bildschirm (32,77 cm). Im Kombiinstrument zieht die Retro-Ansicht mit klassischem Tachometer links und Drehzahlmesser rechts durchaus Blicke auf sich. Das misst nicht die Umdrehungen, sondern zeigt die vom Elektromotor abgegebene oder zurückgewonnene Leistung an.

Das Lenkrad wurde komplett neu gestaltet. Die Tastenleiste links vereint die Funktionen der Fahrerassistenzsysteme und die des adaptiven Tempomaten. Die Verarbeitung ist solide, die Polsterung hingegen strukturell hart und teilweise mit einer dünnen Schicht aus Stoff bezogen. Die Klimabedienelemente befinden sich in der Mitte des Armaturenbretts in einer Reihe physischer Tasten. Darunter ist die Ablage für das optionale kabellose Laden des Mobiltelefons.

Volkswagen / Press-Inform

Der ID Cross ist 4,15 Meter lang und damit gerade einmal 2,6 Zentimeter länger als der aktuelle T-Cross. Der Radstand ist wie bei Elektromodellen üblich um fünf auf 2,60 Meter umso mehr gewachsen und entspricht damit dem des ID Polo. Dies führt zu deutlich mehr Platz für die Insassen in der zweiten Sitzreihe. Selbst Passagiere mit einer Körpergröße von 1,80 m haben in der zweiten Reihe drei Fingerbreit Platz bis zum Dach und genug Raum für die Knie. Durch den offenen Boden ist der Platz für einen Mitfahrer in der Mitte der Rückbank leichter zugänglich, allerdings ist dessen Beinfreiheit etwas eingeschränkt. Der Kofferraum fasst stattliche 475 Liter – 20 Liter mehr als beim T-Cross. Zusätzlich gibt es einen vorderen Kofferraum mit kleinen 22 Litern Volumen, der sich wunderbar für die Aufbewahrung des Ladekabels eignet. Praktisch: Unter dem Kofferraumboden befindet sich ein recht tiefes Fach, das laut VW sogar zwei Getränkekisten aufnehmen kann.

Auf seiner MEB+-Plattform kombiniert Volkswagen erstmals seit e-Up und e-Golf wieder einen Elektroantrieb ausschließlich mit der Vorderachse. Der Elektromotor vom Typ APP 290 wurde neu entwickelt und wird zunächst in drei Leistungsstufen erhältlich sein: 85 kW / 116 PS, 99 kW / 135 PS und 155 kW / 211 PS. Doch selbst die Topversion ist nichts für schnelle Autobahnfahrten, denn sie wird bei 160 km/h abgeriegelt und die schwächeren Versionen dürfen gerade einmal Tempo 150 fahren.

VW

Beim neuen Akkupaket werden Zellen ohne Modulgehäuse direkt auf der Batterie montiert. Geplant sind eine 37 kWh fassende Version mit LFP-Technologie und eine mit 52 kWh auf NMC-Basis. Obwohl beide ähnlich groß sind, bietet die NMC-Technologie eine um 30 Prozent höhere Energiedichte, dafür ermöglicht das LFP-Paket einen günstigeren Fahrzeugpreis. Beim Ladetempo geht es etwas gemächlich zu: Die Wechselstromladung mit 11 Kilowatt ist noch Standard, die Schnelllademöglichkeit hingegen liegt mit 90 kW für den kleinen beziehungsweise 105 kW für den großen Akku auf kleiner Flamme. Ein Kilometerfresser auf der Langstrecke will der ID Cross aber ohnehin nicht sein, denn auch die maximalen Reichweiten sind überschaubar: Sie liegen bei 316 für die LFP-Version respektive 436 Kilometer für den 52-kWh-Akku.

Das Fahrwerk wurde grundlegend überarbeitet. Die McPherson-Vorderachse wird mit einer kompakten Verbundlenker-Hinterachse kombiniert, die Vibrationen und Geräusche verringert. Das Fahrverhalten überzeugt durch einen guten Kompromiss zwischen Stabilität und Komfort, während es trotz schwerem Akku im Unterboden ein Gefühl von Leichtigkeit vermittelt. Der ID Cross, der im November bei knapp 28.000 Euro in den Markt starten wird, wiegt knapp 1,6 Tonnen und damit 30 Kilogramm weniger als ein vergleichbarer ID.3 und nur 200 Kilogramm mehr als ein T-Cross.

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Joaquim Oliveira

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Der gebürtige Brasilianer arbeitet seit Jahren als internationaler Korrespondent für verschiedene Automagazine, wie das brasilianische "Quatro rodas", das englische "AutoExpress" oder den chinesischen "Car & Driver". Für Elektroauto-News.net verfasst er regelmäßig entsprechende Fahr- und Erfahrungsberichte aktueller Elektroauto-Modelle.

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